{"id":2436,"date":"2011-01-18T22:50:21","date_gmt":"2011-01-18T21:50:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2436"},"modified":"2011-02-21T10:01:15","modified_gmt":"2011-02-21T09:01:15","slug":"otello-coburg-landestheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2436","title":{"rendered":"OTELLO &#8211; Coburg, Landestheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Dramma lirico in vier Akten, Libretto: Arrigo Boito nach William Shakespeare, UA: 1887, Mailand<\/p>\n<p>Regie: S\u00f8ren Schuhmacher, B\u00fchne: Norbert Bellen, Kost\u00fcme: Katrin Kath, Dramaturgin: Susanne von Tobien<\/p>\n<p>Dirigent: Roland Kluttig, Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg, Chor, Extrachor und Kinderchor des Landestheaters Coburg, Einstudierung: Stefan Meier<\/p>\n<p>Solisten: Wei Long Tao (Otello), Michael Bachtadze (Jago), Milen Bozhkov (Cassio), Karsten M\u00fcnster (Rodrigo), Michael Lion (Lodovico), Rainer Scheerer (Montano), Betsy Horne (Desdemona), Verena Usemann (Emilia), Thomas Unger (Herold)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. Januar 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Coburg-Otello.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2437\" title=\"Coburg-Otello\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Coburg-Otello.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Coburg-Otello.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Coburg-Otello-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Otello, der Statthalter Zyperns, kehrt mit seiner Flotte von einem erfolgreichen Kriegszug zur\u00fcck. Die Freude w\u00e4hrt jedoch nur kurz: Sein F\u00e4hnrich Jago strebt nach Macht und spinnt deswegen eine furchtbare Intrige. Indem er den Hauptmann Cassio zum Trinken verleitet, setzt er eine Schl\u00e4gerei in Gang, die schlie\u00dflich zu Cassios Entlassung f\u00fchrt. Doch das ist Jago noch nicht genug. Er ermuntert Cassio dazu, sich bei Otellos Gemahlin Desdemona Unterst\u00fctzung zu suchen. Diese Begebenheit benutzt Jago, um Otello den scheinbaren Ehebruch Desdemonas zu beweisen. Als nun Otello nach Venedig zur\u00fcckgerufen wird, wird bestimmt, da\u00df Cassio sein Nachfolger werden soll. Von blindem Zorn und Eifersucht getrieben erw\u00fcrgt Otello Desdemona, obwohl diese ihre Unschuld beteuert. Nach ihrem Tod wird jedoch klar, da\u00df alles eine Intrige Jagos war und sie Otello stets treu geblieben war. Aus Verzweiflung begeht er Selbstmord.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Durch zwei goldene Bilderrahmen, die den Vordergrund und den Hintergrund der B\u00fchne begrenzten, wurde ein zentralperspektivischer Eindruck geschaffen. Dieser wurde durch eine mit graugl\u00e4nzendem Stoff bespannte Wand mit drei \u00d6ffnungen verst\u00e4rkt, die sich am linken B\u00fchnenrand befand und sowohl als Ein- und Ausgang sowie als S\u00e4ulengang fungierte. Durch schwarze Vorh\u00e4nge und das Hochziehen der Bilderrahmen konnte das B\u00fchnenbild in k\u00fcrzester Zeit ver\u00e4ndert werden. W\u00e4hrend des Trinkgelages wurde auf einer durchscheinenden Videoleinwand eine Seeschlacht gezeigt. Eine der wichtigsten Requisiten war ein gro\u00dfes wei\u00dfes Bett, in welchem Otello und Desdemona bereits am Anfang symbolisch in den Hafen getragen wurden. Signitiv war der erste Auftritt Cassios, der sich wie ein Wurm aus den Tiefen des Bettes zwischen das Liebespaar dr\u00e4ngte.<\/p>\n<p>Zu Beginn trugen alle Darsteller Sonnenbrillen und lange schwarze M\u00e4ntel, im letzten Akt tauschten die Akteure sie gegen lange wei\u00dfe M\u00e4ntel und Kost\u00fcme. Otellos Kleidung machte ebenfalls eine Wandlung durch: Im ersten Akt noch von wei\u00dfer Farbe \u00e4nderte sie sich \u00fcber Grau bis hin zu einem tiefen Schwarz im vierten Akt. Auch die Gesichtsfarbe Otellos wurde erst im Laufe der Oper schwarz, er bemalte sich selbst. Jago agierte oft mit einer schwarzen Maske, mit der er sprach oder sie aufsetzte. Nachdem er sie an Otello weitergegeben hatte, ging sie in dessen H\u00e4nden in Flammen auf. Das Englischhornsolo im vierten Akt kam als Todesengel personalisiert auf die B\u00fchne, im Anblick dessen Desdemona das <em>Lied vom Weidenbaum<\/em> sang. Diese Produktion verzichtete auf eine umfangreiche Ausstattung und setzte auf eine Farbsymbolik von Schwarz, Wei\u00df, Rot und Blau.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Einer der umjubelten Stars des Abends war Michael Bachtadze, der einen bitterb\u00f6sen Jago abgab. Voller Leidenschaft ging er ganz in der Rolle auf und \u00fcberzeugte mit seiner klangvollen, bet\u00f6renden Stimme, die er in der Tiefe geradezu d\u00e4monisch zu verdunkeln wusste. Ebenso begeisterte Betsy Horne als Desdemona, die mit Leichtigkeit s\u00e4mtliche Spitzent\u00f6ne hervorlockte, durch eine klare Stimme bestach und ihr kunstvolles Vibrato wohldosiert einsetzte. Das ber\u00fchmte Lied <em>Piangea cantando nell\u2019erma landa<\/em> (4. Akt) h\u00e4tte allerdings noch etwas inniger und mit differenzierterer Dynamik vorgetragen werden k\u00f6nnen. Sie harmonierte jedoch gl\u00e4nzend mit ihrem Partner, dem dramatischen Tenor <strong>Wei Long Tao<\/strong>. Dieser verf\u00fcgte \u00fcber die gleiche Durchschlagskraft, und lieferte einen soliden Otello ab. Jedoch fehlte ihm, besonders zu Beginn in den h\u00f6heren Lagen, die n\u00f6tige Kraft, so da\u00df er hier etwas farblos wirkte. <strong>Milen Bozhkovs<\/strong> Cassio konnte mit diesem Trio durchaus mithalten, auch wenn er nicht ganz so eindrucksvoll erschien.<\/p>\n<p>Das Orchester unter <strong>Roland Kluttig<\/strong> war hervorragend aufgelegt und brillierte sowohl in den virtuos angelegten kammermusikalischen Passagen sowie im vollen Tutti-Klang. Einzig das bekannte Kontraba\u00df-Solo im vierten Akt fiel unangenehm durch kleine intonatorische Schw\u00e4chen auf.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das begeisterte Coburger Publikum honorierte diese Produktion mit nicht enden wollendem Applaus. Trotz der einen oder anderen dramaturgischen Unklarheit wurde dem Zuh\u00f6rer ein dramatischer und packender Abend geboten, der besonders durch die gro\u00dfe musikalische Qualit\u00e4t zu einem wahren Genu\u00df wurde.<\/p>\n<p>Laura Knoll<\/p>\n<p>Bild: Andrea Kremper<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Michael Bachtadze (Jago)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Dramma lirico in vier Akten, Libretto: Arrigo Boito nach William Shakespeare, UA: 1887, Mailand Regie: S\u00f8ren Schuhmacher, B\u00fchne: Norbert Bellen, Kost\u00fcme: Katrin Kath, Dramaturgin: Susanne von Tobien Dirigent: Roland Kluttig, Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg, Chor, Extrachor<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2436\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12,1],"tags":[],"class_list":["post-2436","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-coburg-landestheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2436","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2436"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2436\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2545,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2436\/revisions\/2545"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2436"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2436"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2436"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}