{"id":2414,"date":"2011-01-14T23:06:16","date_gmt":"2011-01-14T22:06:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2414"},"modified":"2011-01-17T23:10:17","modified_gmt":"2011-01-17T22:10:17","slug":"unverhofft-in-kairo-wuppertal-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2414","title":{"rendered":"UNVERHOFFT IN KAIRO &#8211; Wuppertal, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Joseph Haydn (1732-1809), von den Wuppertaler B\u00fchnen bearbeitete Fassung der Oper <em>L\u2019incontro improvviso, <\/em>Drama giocoso per musica, Libretto: Carl Friberth, \u00dcbersetzung aus dem Italienischen von Franz Xaver Gircik<\/p>\n<p>UA: 29. August 1775, Esterhaza<\/p>\n<p>Regie: Jakob Peters-Messer, B\u00fchnen\/Kost\u00fcme: Markus Meyer, Dramaturgie: Johannes Blum, Licht: Fredy Deisenroth<\/p>\n<p>Dirigent: Florian Frannek, Sinfonieorchester Wuppertal, B\u00e4sse des Opernchores der Wuppertaler B\u00fchnen, Choreinstudierung: Jens Bingert, Ud-Spieler: Emin Ibrahim Izgialp<\/p>\n<p>Solisten: Selim Dursun (Pascha von \u00c4gypten), Christian Sturm (Ali), Boris Leisenheimer (Osmin), Banu B\u00f6ke (Rezia), Dorothea Brandt (Balkis), Miriam Scholz (Dardane), Miljan Milovic (Qalander), Xavier Zapata Vera (Offizier)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 08. Januar 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Wuppertal-Unverhofft.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2415\" title=\"Wuppertal-Unverhofft\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Wuppertal-Unverhofft.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Wuppertal-Unverhofft.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Wuppertal-Unverhofft-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Rezia und Ali werden auf See durch einen Piraten\u00fcberfall getrennt und treffen sich zuf\u00e4llig in Kairo wieder. Rezia wurde an den Harem des Paschas verkauft, der sie als einzige Frau haben will. Ali irrt derweil alleine durch die Stra\u00dfen, w\u00e4hrend sein Diener Osmin mit dem Orden der Derwische tags\u00fcber Fr\u00f6mmigkeit heuchelt und bettelt, w\u00e4hrend das Geld des Abends beim Qalander, dem korrupten Ordensvorsteher, abgeliefert wird. Nachdem Alis Treue durch Dardane und Balkis, Freundinnen von Rezia, gepr\u00fcft wurde, stehen die Zeichen f\u00fcr eine Flucht g\u00fcnstig, da der Pascha verk\u00fcnden lie\u00df, f\u00fcr einige Tage die Stadt zu verlassen. Dies erweist sich jedoch als Falle. Der Qalander verkauft die Fliehenden, die zum Tod verurteilt werden. Doch am Ende besinnt sich der Pascha und schenkt allen die Freiheit.<\/p>\n<h3>Vorbemerkung<\/h3>\n<p>Die aufgef\u00fchrte Version des St\u00fcckes wird von vornherein als Bearbeitung dargestellt. Die Rolle des Paschas soll ausgebaut und seine Sprechszenen mit klassischer osmanischer Musik begleitet werden. Da im Sinne des Mottos der Spielzeit deutsche und t\u00fcrkische Musik aufeinander treffen sollten, wurde anstelle des italienischen Originals die \u00e4lteste deutsche \u00dcbersetzung gew\u00e4hlt, die noch zu Lebzeiten Haydns entstanden ist und seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr benutzt wurde.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Auf der B\u00fchne ist ein drehbarer Turm in orientalisch anmutender Gestaltung zu sehen. Eine der dort eingelassenen R\u00e4ume ist f\u00fcr die Szenen der Derwische gedacht, ein privat anmutender Raum f\u00fcr die Szenen mit dem Fokus auf Rezia und Ali. Ein dritter, sehr kleiner Raum wird zum Ende das Versteck f\u00fcr den Fluchtversuch am Ende der Oper. Die Kost\u00fcme sind hingegen mit wenigen Ausnahmen zeitgen\u00f6ssisch, gelegentlich schl\u00e4gt ein Hauch von \u00c4gypten hinein.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Eine geschlossen \u00fcberzeugend wirkende Gesamtleistung bleibt als Eindruck zur\u00fcck. Das <strong>Wuppertaler Sinfonieorchester <\/strong>unter <strong>Florian Frannek <\/strong>pr\u00e4sentiert im lockeren Spiel zumeist einen schlanken Klang. Gerade bei dem ersten Auftritt von Ali wird jedoch auch die M\u00f6glichkeit eines energischen Klangbilds wahrgenommen. Vielleicht h\u00e4tte man sich davon noch ein wenig mehr gew\u00fcnscht, z.B. bei den Orchesterstellen im Terzett der drei Damen im ersten Akt. <strong>Boris Leisenheimer <\/strong>(Osmin) beginnt den Abend mit Problemen bei seinen Koloraturen. Danach zeigt er jedoch eine vielseitige Stimme, wiederholt gelingen ihm schnelle Wechsel zwischen lyrischen und kraftvollen oder tiefen Stellen mit anschlie\u00dfend hohen Koloraturen. Zudem ist seine deutliche Textaussprache auch bei h\u00f6chstem Tempo zu loben. Hier kann auch <strong>Christian Sturm <\/strong>(Ali) \u00fcberzeugen, vor allem aber gef\u00e4llt sein markantes Forte als Kontrast zu seinem schlanken, unsentimental interpretierten Lamento. Auch T\u00f6ne, die f\u00fcr ihn tief liegen, meistert er in der Regel mit seiner ordentlichen Stimmtechnik. <strong>Dorothea Brandt <\/strong>(Balkis) kann in der Mittellage voll \u00fcberzeugen. Auch ihre Koloraturstellen nimmt sie mit Bravour, jedoch zeigt sie teilweise in der H\u00f6he kleine, bisher ungewohnte Probleme. Die hat z.T. auch <strong>Mirjam Scholz <\/strong>(Dardane), doch wurde sie bereits vorher als erk\u00e4ltet angek\u00fcndigt. Dagegen gl\u00e4nzt <strong>Banu B\u00f6ke <\/strong>(Rezia) in der H\u00f6he, aber auch die lyrischen Passagen kann sie spannungsvoll gestalten. Nur zum Ende der Oper wird ihr Textvortrag gelegentlich ein wenig unverst\u00e4ndlich. Das Zusammenspiel der drei Damen ist gut, sie treten im erw\u00e4hnten Terzett musikalisch gleichberechtigt auf, denn niemand dr\u00e4ngt sich in den Vordergrund.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Insgesamt sorgt die bearbeitete Fassung der Haydn-Oper f\u00fcr einen kurzweiligen und unterhaltsamen Abend. F\u00fcr Haydn-Puristen k\u00f6nnten die kleinen volksmusikalischen Anteile verst\u00f6rend wirken, dem Premierenpublikum gefielen sie jedoch. Es belohnte Ensemble, Orchester und Regie mit Applaus.<\/p>\n<p>Malte Wasem<\/p>\n<p>Bild: Sonja Rothweiler<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Osmin (Boris Leisenheimer), Balkis (Dorothea Brandt), Dardane (Mirjam Scholz), Rezia (Banu B\u00f6ke), Ali (Christian Sturm)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Joseph Haydn (1732-1809), von den Wuppertaler B\u00fchnen bearbeitete Fassung der Oper L\u2019incontro improvviso, Drama giocoso per musica, Libretto: Carl Friberth, \u00dcbersetzung aus dem Italienischen von Franz Xaver Gircik UA: 29. 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