{"id":2409,"date":"2011-01-15T22:58:28","date_gmt":"2011-01-15T21:58:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2409"},"modified":"2011-01-17T23:05:47","modified_gmt":"2011-01-17T22:05:47","slug":"il-trionfo-dell%e2%80%99onore-%e2%80%93-der-triumph-der-ehre-luzern-emmenbrucke","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2409","title":{"rendered":"IL TRIONFO DELL\u2019ONORE \u2013 DER TRIUMPH DER EHRE &#8211; Luzern, Emmenbr\u00fccke"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Alessandro Scarlatti (1660-1725), Commedia per musica in drei Akten in italienischer und deutscher Sprache. Libretto: Francesco Antonio Tullio, Dialogfassung: Christian Kipper, UA: 1718 in Neapel, Theatro dei Fiorentini.<\/p>\n<p>Regie: Dominique Mentha, B\u00fchne: Werner Hutterli, Kost\u00fcme: Susanne Boner, Dramaturgie: Christian Kipper, Licht: David Clormann, Soufflage: Claudia Meili<\/p>\n<p>Dirigent: Igor Karsko, Barockorchester <em>La Gioconda<\/em>, Cembalo: Nicola Cumer, Theorbe: Rosario Conte<\/p>\n<p>Koproduktion mit der Hochschule f\u00fcr Musik Freiburg, Musikalische Einstudierung: Florian Pestell<\/p>\n<p>Solisten: Sumi Kittelberger (Riccardo), Brigitte Kuster (Rosina), Regula M\u00fchlemann (Doralice), Olga Privalova (Leonora), Flurin Caduff (Rodimarte), Robert Maszl (Erminio), Jakob Pilgram (Flaminio), Hans-J\u00fcrg Rickenbacher (Cornelia)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. Januar 2011 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Luzern-Il-Trionfo1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2411\" title=\"Luzern-Il-Trionfo\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Luzern-Il-Trionfo1.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Luzern-Il-Trionfo1.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Luzern-Il-Trionfo1-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong>Der junge Libertin Riccardo verf\u00fchrt Leonora und verspricht ihr die Ehe. Doch bald sucht er die Liebe bei ihrer Freundin Doralice. Daraufhin flieht er nach Pisa zu seinem Onkel Flaminio um ihm Geld f\u00fcr seine k\u00fcnftigen Liebesromanzen abzugewinnen. Neben den Frauen reist ihm sein Diener Rodimarte nach. Genauso auch sein Freund Erminio, der Bruder Leonoras, der seine geliebte Doralice zur\u00fcckgewinnen sowie die von Riccardo ruinierte Familienehre zu vergelten w\u00fcnscht. Doralices Tante Cornelia ist mit Flaminio verlobt, dieser lieb\u00e4ugelt aber mit ihrer Zofe Rosina. Rosina zeigt Gef\u00fchle f\u00fcr Erminio, dieser wahrt jedoch Doralice die Treue. Von Riccardos Liebesabenteuern fasziniert, bem\u00fcht sich Rodimarte um Rosina. Als Riccardo endlich zur Einsicht gelangt, l\u00f6sen sich auch die anderen Verwicklungen auf. Zum frohen Ausgang wird eine vierfache Hochzeit gefeiert.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Dominique Menthas Inszenierung ber\u00fccksichtigt die r\u00e4umlichen Gegebenheiten. Das Orchester hat seinen festen Platz und musiziert an einem Ende der rot gef\u00e4rbten B\u00fchne, welche in dem Kunstausstellungsraum einen schmalen, langen Laufsteg bildet. Es wird zu beiden Seiten hin gesungen, die Zuschauerreihen sind beiderseits der B\u00fchne aufgebaut. Die eine H\u00e4lfte des Publikums hat die gut beleuchtete andere H\u00e4lfte der Zuh\u00f6rerschaft stets in ihrem Blickfeld. Gleich zu Beginn bei der Sinfonia gibt es eine Kost\u00fcmvorstellung wie bei einer Modenschau. Dazu bietet sich der lange Laufsteg auch an. Auf die Kom\u00f6die einstimmend wirken die bunten Kost\u00fcme und Masken: Cornelia kleidet ein Hochzeitstortenkleid, Erminio hat Koteletten und auch \u00fcbergro\u00dfe untere Wimpern in Gold, Doralice erscheint m\u00e4dchenhaft im aufgebauschten Kleid mit roten Kniestr\u00fcmpfen, Rodimarte tr\u00e4gt einen \u00fcberdimensionalen Kragen. Bei den Duellen und K\u00e4mpfen kommen Cognacflaschen, Messer, Dolche und S\u00e4ge zum Einsatz. Die \u00fcbersetzten Rezitative werden in deutscher Sprache sprechend vorgetragen, die Arien werden italienisch gesungen. Die Arien haben eine andere Reihenfolge als im Original.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nAuthentisch, lebendig und besonders angenehm herausragend spielte das Barockorchester. Das ganze S\u00e4ngerensemble war ausgezeichnet in der Intonation, und ihre Rollen wurden \u00fcberzeugend verk\u00f6rpert. Auffallend sch\u00f6n klang das Quartett <em>Pensa ben <\/em><em>\u2013 Glaube wohl<\/em>. Es gab akustische Probleme durch die wiederholte Richtungs\u00e4nderung der S\u00e4nger, die zu beiden Seiten der B\u00fchne dem jeweiligen Publikumsteil hin sangen. <strong>Sumi Kittelberger<\/strong> (Riccardo), stets von gro\u00dfer B\u00fchnenpr\u00e4senz, zeigte gelungene Koloraturen in der Arie <em>S\u00ec, che tutta d\u2019amor <\/em><em>\u2013 In Liebe getr\u00e4nkt<\/em>. <strong>Robert Maszl<\/strong> (Erminio) hat einen guten Ansatz, was sich bei den schnellen Tonfolgen bemerkbar machte. <strong>Regula M\u00fchlemann<\/strong> (Doralice) war klarklingend und elegant in ihrer Erscheinung, stimmlich harmonierte sie mit <strong>Olga Privalova<\/strong> (Leonora) im Duett <em>Spero speranza <\/em><em>\u2013 Ich hoffe, da\u00df die Hoffnung. <\/em>In der Arie <em>Sospirando, penosa, dolente<\/em><em> <\/em><em>\u2013 Seufzende, schmerzhafte, schmerzende<\/em> klang<strong> Olga Privalova<\/strong> r\u00fchrend. <strong>Flurin Caduff<\/strong> (Rodimarte) sang stets durchdringend.<strong> <\/strong>Bewundern konnte man <strong>Jakob Pilgram<\/strong> (Flaminio) f\u00fcr seine Spielk\u00fcnste im Kampf um die Rosina, wie auch in den Duetten mit <strong>Hans-J\u00fcrg Rickenbacher<\/strong> (Cornelia), der scherzend seine Frauenrolle verk\u00f6rperte.<strong> Brigitte Kuster <\/strong>(Rosina) war eine ausgezeichnete Zofe, sprachlich akzentuiert und geschickt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Die Musik hat unter den r\u00e4umlichen Bedingungen gelitten. Es war nicht leicht, \u00fcber die weite Entfernung der langgezogenen B\u00fchne einen homogenen Klang zu entwickeln. Es gab Verz\u00f6gerungen. Doch umso mehr gl\u00e4nzten manche r\u00e4umlich perfekt gestalteten Ensembles und Solo-Nummern. Die engen r\u00e4umlichen Verh\u00e4ltnisse erlaubten unmittelbaren Kontakt zur Szene. Eine historisch orientierte Auff\u00fchrung dieser einzigen Musikkom\u00f6die Scarlattis w\u00e4re sicherlich w\u00fcnschenswert. Doch der heitere Beifall des Publikums zeigte, da\u00df auch diese auff\u00fchrungspraktisch nicht kompromi\u00dflos historische Produktion eine warme Aufnahme fand.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: Ingo H\u00f6hn<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Sumi Kittelberger (Riccardo) li. , Robert Maszl (Erminio) re. im Flaschenkampf, Regula M\u00fchlemann (Doralice) im Hintergrund<\/p>\n<h1><\/h1>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Alessandro Scarlatti (1660-1725), Commedia per musica in drei Akten in italienischer und deutscher Sprache. Libretto: Francesco Antonio Tullio, Dialogfassung: Christian Kipper, UA: 1718 in Neapel, Theatro dei Fiorentini. 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