{"id":2399,"date":"2010-12-15T21:36:37","date_gmt":"2010-12-15T20:36:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2399"},"modified":"2011-01-09T21:44:26","modified_gmt":"2011-01-09T20:44:26","slug":"dido-and-aeneas-dresden-semperoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2399","title":{"rendered":"DIDO AND AENEAS &#8211; Dresden, Semperoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Henry Purcell (1659-1695), Oper in f\u00fcnf Bildern, Libretto: Nahum Tate nach Vergil, UA: 1689, London, Josias Priest\u00b4s School for Young Ladies<\/p>\n<p>Regie: Manfred Wei\u00df, B\u00fchne: Ilona Lenk<\/p>\n<p>Dirigent: Laura Poe, Streichquartett aus Mitgliedern der S\u00e4chsischen Staatskapelle Dresden<\/p>\n<p>Solisten: Stephanie Atanasov (Dido), Romy Petrick (Belinda), Dana Marbach (Aeneas), Susann Vent (1. Hexe, Frau), Valda Wilson (2. Hexe, Geist), Karen Bandelow (Zauberin)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung:12. Dezember 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Dresden-Dido.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2400\" title=\"Dresden-Dido\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Dresden-Dido.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Dresden-Dido.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Dresden-Dido-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der aus Troja geflohene und in Karthago gelandete Aeneas verliebt sich in Dido, die K\u00f6nigin von Karthago. Seine Liebe trifft auf Erwiderung. Bald aber plant eine b\u00f6se Zauberin, Dido ins Verderben zu st\u00fcrzen: durch eine vorget\u00e4uschte Botschaft des Gottes Merkur treibt die b\u00f6se Zauberin Aeneas von Dido fort. Aeneas will sich den G\u00f6ttern widersetzen, Dido aber ist zu stolz und schickt ihn fort. Alleine gelassen, stirbt sie an einem gebrochenen Herzen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Urauff\u00fchrung dieser Barockoper fand wahrscheinlich in einem englischen M\u00e4dchenpensionat statt. Und da es im Moment g\u00e4ngige Praxis ist, eine Inszenierung an seinen Entstehungsort zu verlegen, w\u00e4hlt Manfred Wei\u00df, neuer Leiter der jungen Szene der Semperoper, den Schlafraum in einem englischen M\u00e4dchenpensionat. Eines der M\u00e4dchen, Dido, ist traurig \u00fcber eine gescheiterte Beziehung. Die \u00fcbrigen M\u00e4dchen feiern gerade einen sportlichen Erfolg, aber um Dido zu tr\u00f6sten, spielen Sie die Geschichte von Dido und Aeneas nach. Dazu verwenden Sie nur das im Schlafraum vorhandene Material. Betten werden zu Schiffen, Bettlaken zu Segeln, Handt\u00fccher zu historischen Gew\u00e4ndern oder Besenstiele zu Bannertr\u00e4gern bzw. Rudern. Auch die Intrige der b\u00f6sen Zauberin findet ihren Platz \u2013 als h\u00e4misches Getuschel unter Sch\u00fclerinnen. Ein Happy-End gibt es f\u00fcr Dido und Aeneas nicht, folgerichtig stirbt auch die Dido aus dem M\u00e4dchenpensionat am Ende an Liebeskummer.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Junge Szene der Semperoper ist zum einen dazu gedacht das junge Publikum (und damit neue Kreise) f\u00fcr die Oper zu erschlie\u00dfen. Zum anderen sollen auch Nachwuchskr\u00e4fte ihre Auftrittsm\u00f6glichkeiten in einfacheren Produktionen auf einer Studiob\u00fchne erhalten. So versammeln sich sechs junge Gesangssolistinnen um eine junge Dirigentin, die wiederum ein kammermusikalisch besetztes Orchester leitet: zwei Violinen, eine Viola und ein Violoncello. Das Ergebnis kann sich h\u00f6ren lassen: <strong>Stephanie Atansaov<\/strong> zeigt als Dido sowohl das Potential f\u00fcr einen tieferen, ausdrucksvolleren Sopran als auch in Richtung lyrischer Sopran und kann in beiden Richtungen f\u00fcr sich einnehmen. Eigentlich ist Aeneas eine Tenorrolle, aber ein solcher ist in einem M\u00e4dchenpensionat nicht vorhanden. <strong>Dana Marbach<\/strong> mit ihrem sehr tiefen Mezzo, der sich auch zu einem sehr klangverliebten Alt weiter entwickeln k\u00f6nnte, kann aber sehr geschickt \u00fcber dessen Fehlen hinwegt\u00e4uschen. <strong>Romy Petrick<\/strong> als Didos Vertraute Belinda kann die Dialoge sehr plakativ gestalten, auch die kleineren Rollen sind mehr als gleichwertig besetzt.<\/p>\n<p>Das Orchester unter <strong>Laura Poe<\/strong> ist nur mit Streichern besetzt und entwickelt einen modernen, weichen Klang, der mehr an die Klassik, als an den Barock erinnert. Das h\u00f6rt sich sehr faszinierend an und rei\u00dft auch die Zuh\u00f6rer von den Sitzen, jedoch wird es der barocken Oper nicht gerecht. Hier k\u00f6nnen die Fragen der alten Musik nach Originalklang, historischer Auff\u00fchrungspraxis und Originalinstrumenten weder gestellt, noch beantwortet werden.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine ganz einfache, aber intelligente Inszenierung und eine jugendlich dynamische Produktion zieht das Publikum in seinen Bann. Solche kurzen Opern auf einer Art Studiob\u00fchne, gezielt auf der Jagd nach neuen Kundenkreisen einzusetzen, hat sich eigentlich schon in der Premiere bew\u00e4hrt: Ein begeistertes Premierenpublikum steigerte sich in einer hoffnungslos ausverkauften Vorstellung zu einem wahren Beifallsorkan f\u00fcr Gesangssolistinnen, Musiker und Regie. Da stimmt jede Bewegung und macht eine fehlende B\u00fchnentechnik mehr als wett. Da fallen k\u00fcnstlerische Anmerkungen hinsichtlich Orchestrierung oder historischer Auff\u00fchrungspraxis wenig ins Gewicht.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Matthias Creutziger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: F\u00fcnf M\u00e4dchen aus einem M\u00e4dchenpensionat versuchen Dido (wei\u00dfes Kleid) zu tr\u00f6sten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Henry Purcell (1659-1695), Oper in f\u00fcnf Bildern, Libretto: Nahum Tate nach Vergil, UA: 1689, London, Josias Priest\u00b4s School for Young Ladies Regie: Manfred Wei\u00df, B\u00fchne: Ilona Lenk Dirigent: Laura Poe, Streichquartett aus Mitgliedern der S\u00e4chsischen Staatskapelle Dresden Solisten: Stephanie<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2399\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21,1],"tags":[],"class_list":["post-2399","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dresden-semperoper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2399","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2399"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2399\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2404,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2399\/revisions\/2404"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2399"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2399"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2399"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}