{"id":2395,"date":"2010-12-13T21:32:42","date_gmt":"2010-12-13T20:32:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2395"},"modified":"2011-01-09T21:42:05","modified_gmt":"2011-01-09T20:42:05","slug":"rusalka-dresden-semperoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2395","title":{"rendered":"RUSALKA &#8211; Dresden, Semperoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Anton\u00edn Dvo\u0159\u00e1k (1841-1904), Lyrisches M\u00e4rchen in 3 Akten, Libretto: Jaroslav Kvapil, UA: 31. M\u00e4rz 1901, Prag<\/p>\n<p>Regie: Stefan Herheim, B\u00fchne: Heike Scheele, Video: fettFilm<\/p>\n<p>Dirigent: Thomas Netopil, S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden, Chor der Staatsoper Dresden<\/p>\n<p>Solisten: Tatiana Monogarova (Rusalka), Zoltan Nyari (Prinz), Georg Zeppenfeld (Wassermann), Tichina Vaughn (Hexe), Marjorie Owens (Fremde F\u00fcrstin), Gerald Hupach (Priester\/J\u00e4ger), Vanessa Goikoetxea (Erste Elfe), Barbara Senator (Zweite Elfe), Sofi Lorentzen (Dritte Elfe), Torsten Sch\u00e4pan (Metzger), Jeremy Bowes (Polizist)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 11. Dezember 2010 (Premiere, mit deutschen \u00dcbertiteln)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Dresden-Rusalka.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2396\" title=\"Dresden-Rusalka\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Dresden-Rusalka.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Dresden-Rusalka.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Dresden-Rusalka-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Nixe Rusalka erlangt mit Hilfe der Hexe die menschliche Gestalt, da sie sich in einen Prinzen verliebt hat. Der Preis daf\u00fcr ist ihre Stimme, und sie kann nie wieder in das Unterwasserreich zur\u00fcckkehren, wenn sie des Prinzen Liebe nicht erringt. Der Prinz verliebt sich in sie, doch, da sie in der Schlo\u00dfgemeinschaft wie ein Fremdk\u00f6rper erscheint und sie nur verhalten seine Liebe erwidert, verst\u00f6\u00dft der Prinz Rusalka. Er bereut kurz danach und sucht im Wald verzweifelt die Geliebte. Rusalka erl\u00f6st den Liebenden auf seine Bitte hin mit einem Todesku\u00df.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Am Anfang h\u00e4lt man den heruntergekommenen Stra\u00dfenzug f\u00fcr ein Einheitsb\u00fchnenbild. Doch es ist ein Spiegelkabinett, und bei den vielen Ver\u00e4nderungen in der H\u00e4userzeile kommt es zu mannigfaltigen Brechungen der Optik. Da verwandelt sich die U-Bahnstation zu einem Blumenladen, beginnt die Kirchen-Rosette zu rotieren, klappt das Stra\u00dfen-Cafe auf und zu, die Laterne f\u00e4hrt herauf und die Litfa\u00dfs\u00e4ule ist das versenkbare Zugangstor zwischen der parallel existierenden Menschen- und M\u00e4rchen-Welt. Auf ihr singt Rusalka das Lied an den Mond. Es geht um sexuelle Phantasien, die es in der M\u00e4rchenwelt nicht gibt, aber in der Menschenwelt, und die zwischen Rusalka, Wassermann, F\u00fcrstin und Prinz ausgelebt werden. Das Brautmodengesch\u00e4ft verwandelt sich in einen Sexshop, und die Regie l\u00e4\u00dft die (Gummi-)Puppen tanzen. Erz\u00e4hlt wird die Handlung aus der Perspektive des Wassermanns, er ist (wie alle Hauptdarsteller) in zwei Rollen auf der B\u00fchne zu sehen: Einmal ist er mit der weltlichen Ausgabe der F\u00fcrstin verheiratet, in der M\u00e4rchenwelt stellt er Rusalka nach. Rusalkas Silber-Kost\u00fcm erinnert an eine hautenge Fischhaut, pa\u00dft aber auch f\u00fcr eine Dame unter der Stra\u00dfenlaterne. Am Ende t\u00f6tet der Wassermann seine reale Frau und zerst\u00f6rt die Litfa\u00dfs\u00e4ule: Die B\u00fchne wird geflutet \u2013 mit einer Projektion: Rusalka ertrinkt und die M\u00e4rchenwelt verschwindet.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Eine grandiose Leistung der S\u00e4chsischen Staatskapelle, am romantischen Sch\u00f6nklang orientiert, war unter Leitung des Tschechen <strong>Tomas Netopil <\/strong>zu erleben, der ein gutes Gesp\u00fcr f\u00fcr die optimale Kombination von Sprache und Klang entwickelte. <strong>Georg Zeppenfeld<\/strong> ist pausenlos als Wassermann auf der B\u00fchne zu sehen und mit seinem immer wohlklingenden Ba\u00dfbariton eine Idealbesetzung. Auch die Abgr\u00fcnde der Rolle vermag er eindringlich zu gestalten. <strong>Tatiana Monogarova<\/strong> in der Titelrolle zeigt am Anfang einige unangenehme stimmliche Sch\u00e4rfen, sp\u00e4testens mit dem Lied an den Mond hat sie sich aber freigesungen und zeigt, da\u00df man die Rusalka auch im dramatischen Sopranfach ansiedeln kann. <strong>Zolt\u00e1n Ny\u00e1ri<\/strong> ist ein beeindruckender tenoral leuchtender Prinz, dem man gerne l\u00e4nger zugeh\u00f6rt h\u00e4tte. <strong>Marjorie Owens<\/strong> spielt eine hysterische F\u00fcrstin, <strong>Tichina Vaughn<\/strong> hingegen erinnert mit ihrer leicht rauchigen Stimme und ihrer Durchschlagskraft eher an eine Jazz-R\u00f6hre, fasziniert aber als schwarze Hexe.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchnentechnik hat enorm viel zu tun, um die M\u00e4rchenwelt Dvo\u0159\u00e1ks in einer Art Zeitreise mit der heutigen realen Welt zusammenprallen zu lassen: Die Klage des Wassermanns, das Hineinschweben Rusalkas als silbergl\u00e4nzende K\u00f6nigin der Nacht, der Untergang der M\u00e4rchenwelt, die Chorauftritte, die Verwandlungen von Menschen und Geb\u00e4uden, alles ist perfekt choreographiert und inszeniert. Die Freunde des Regietheaters k\u00f6nnen behaupten, da\u00df der hochmusikalische Regisseur Stefan Herheim ihnen mehr \u00fcber das St\u00fcck gesagt hat, als sie wohl ahnen konnten. Doch auch das \u00fcbrige Publikum war zufrieden. In einer Flut beeindruckender Bilder war die Geschichte der Nixe Rusalka durchaus wiederzufinden.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Matthias Creutziger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Noch herrscht der Wassermann unangefochten \u00fcber die Phantasiegestalten der M\u00e4rchenwelt und Rusalka, die K\u00f6nigin der Nacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Anton\u00edn Dvo\u0159\u00e1k (1841-1904), Lyrisches M\u00e4rchen in 3 Akten, Libretto: Jaroslav Kvapil, UA: 31. 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