{"id":2390,"date":"2010-11-30T21:27:45","date_gmt":"2010-11-30T20:27:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2390"},"modified":"2011-01-09T21:32:27","modified_gmt":"2011-01-09T20:32:27","slug":"die-fledermaus-nurnberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2390","title":{"rendered":"DIE FLEDERMAUS &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Johann Strau\u00df d.J. (1825-1899), Operette in drei Akten von Carl Haffner und Richard Gen\u00e9e, UA: 1874 Wien<\/p>\n<p>Regie: Waut Koeken, B\u00fchne: Yannik Larrivee, Kost\u00fcme: Susanne Hubrich<\/p>\n<p>Dirigent: Christof Prick, N\u00fcrnberger Philharmoniker, Chor des Staatstheaters N\u00fcrnberg<\/p>\n<p>Solisten: Jochen Kupfer (Gabriel von Eisenstein), Sybille Wittkowski (Rosalinde), Rainer Zaun (Frank), Teresa Erbe (Prinz Orlofsky), Tilman Lichdi (Alfred), Kurt Schober (Dr. Falke), Martin Nyvall (Dr. Blind), Heidi Elisabeth Meier (Adele), Isabell Blechschmidt (Ida), Volker Hei\u00dfmann und Martin Rassau (Frosch, Sprechrolle)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 27. November 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/N\u00fcrnberg-Fledermaus.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2391\" title=\"N\u00fcrnberg-Fledermaus\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/N\u00fcrnberg-Fledermaus.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/N\u00fcrnberg-Fledermaus.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/N\u00fcrnberg-Fledermaus-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Eisenstein hat nach einem Maskenball den als Fledermaus verkleideten Dr. Falke blamiert. Dieser r\u00e4cht sich, indem er auf einem Fest des Prinzen Orlofsky seinen Scherz mit Eisenstein treibt. Eigentlich sollte dieser im Gef\u00e4ngnis eine Strafe absitzen, doch l\u00e4\u00dft er sich gerne \u00fcberreden, mit auf das Fest zu kommen. Hier begegnen ihm sein Stubenm\u00e4dchen Adele, die sich unter dem Namen \u201eOlga\u201c vorstellt, und eine maskierte ungarische Gr\u00e4fin, die sein Interesse auf sich zieht. Tats\u00e4chlich handelt es sich bei ihr jedoch um seine eigene Gattin Rosalinde. Unter dem Pseudonym \u201eMarquis Renard\u201c stellt er sich ihr und dem anwesenden Gef\u00e4ngnisdirektor Frank, der sich seinerseits den Namen \u201eChevalier Chagrin\u201c zugelegt hat, vor, mit dem er im Rausch Freundschaft schlie\u00dft. Auf den Rausch folgt der Kater: Als Eisenstein am n\u00e4chsten Morgen im Gef\u00e4ngnis eintrifft, um seine Strafe anzutreten, mu\u00df er entdecken, da\u00df mittlerweile jemand anderes, n\u00e4mlich Alfred, der ehemalige Liebhaber seiner Frau, unter dem Namen \u201eEisenstein\u201c einsitzt. Nach weiteren turbulenten Verwicklungen l\u00f6st sich das Spiel schlie\u00dflich auf.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Kost\u00fcme sind in zeitlos klassischer Eleganz gehalten, die man durchaus dem letzten oder diesem Jahrhundert zurechnen k\u00f6nnte. Das B\u00fchnenbild hingegen ist aufgrund der Koproduktion mit Stra\u00dfburg universell und einfach gehalten: Einige wenige, teilbare Vorh\u00e4nge, mehrere Pl\u00fcschsofas und Sessel, Kronleuchter und unz\u00e4hlige Sektflaschen bzw. Sektgl\u00e4ser sind fast schon die ganze Ausstattung- f\u00fcr Eisensteins Wohnzimmer und den Festsaal Orlofskys wird nur das Mobiliar umgestellt. F\u00fcr das Gef\u00e4ngnis werden drei K\u00e4fige herabgelassen, der Schreibtisch Franks ist ein umgedrehtes Sofa. W\u00e4hrend der betrunkene Frank seine Hosen sucht, haben die beiden Fr\u00f6sche Hei\u00dfmann und Rassau ihren gro\u00dfen Auftritt. Neben der doppelten Doppelung in zwei Spiegeln, lassen sie das N\u00fcrnberger Opernleben seit 1983 Revue passieren. Da bekommt jeder sein Fett ab: Von der Kulturpolitik der Stadt N\u00fcrnberg bis zu Christof Prick, dessen Frack immer noch in der Reinigung ist.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Christof Prick<\/strong> kann eindrucksvoll nachweisen, wieviel musikalische Substanz in diesem St\u00fcck steckt. W\u00e4hrend andere Interpretationen sich nur am Walzerklang orientieren, langsam anfangen, dann rasant beschleunigen und am Ende der Nummer einen Knalleffekt anbringen, setzen die N\u00fcrnberger Philharmoniker auf die Nuancen der Partitur. Und auf einmal entdeckt man Sch\u00f6nheiten und melancholische Abgr\u00fcnde abseits der Walzerkl\u00e4nge, die man hier selbstverst\u00e4ndlich auch zelebriert. Davon profitieren die S\u00e4ngerdarsteller, die endlich einmal Charaktere und keine Knallchargen darstellen k\u00f6nnen. Allen voran <strong>Jochen Kupfer<\/strong> als netter, charmanter Eisenstein, ein liebenswerter Bonvivant. Sein Erfolg bei den Frauen gr\u00fcndet in der ausdrucksstarken und farbenreichen Bariton-Stimme. Selten hat man so gerne versucht <em>bis acht<\/em> zu z\u00e4hlen. Weiterer Aufreger war <strong>Heidi Elisabeth Meier<\/strong> als Adele. Spielerisch sicher sa\u00df da jeder Ton und besonders beeindruckend waren die Piano-Stellen in der <em>Unschuld vom Lande<\/em>. Da konnte <strong>Sybille Wittkowski<\/strong> mit ihrem etwas zu dramatischen Sopran als Rosalinde kaum mithalten, den Cs\u00e1rd\u00e1s konnte sie aber mit sicheren H\u00f6hen gut gestalten. <strong>Martin Nyvall<\/strong> ist ein ausdrucksstarker und detailverliebter Stotter-Advokat Blind, <strong>Kurt Schober<\/strong> (Dr. Falke) ein technisch versierter und brillanter Spielbariton und <strong>Rainer Zaun<\/strong> ein solider Ba\u00df, der im Stechschritt den Gef\u00e4ngnisdirektor Frank singt. <strong>Tilman Lichdi<\/strong> ist eher ein Mozart-Tenor und hatte so manche Probleme mit der Rolle des Alfred. Genauso schwierig ist es einen guten Mezzo f\u00fcr den Prinzen Orlofsky zu finden. <strong>Teresa Erbe<\/strong> scheiterte auf dieser Suche an den H\u00f6hen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Publikum feierte enthusiastisch eine mit wenig Ausstattung, aber mit viel Liebe zum Detail gestaltete Silvesterproduktion der Fledermaus, die jedem Anspruch an eine Opernproduktion gerecht wurde. Dazu noch ein dynamisches Ensemble. Und nur durch solche staatsopernw\u00fcrdigen Produktionen wird deutlich, weshalb diese Operette sich im Opern-Programm fest etabliert hat: Man mu\u00df die Operette ernst nehmen, dann kann man auch herzhaft lachen. Wie an diesem Premierenabend.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Jutta Missbach<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Zwischen den beiden Fr\u00f6schen (Hei\u00dfmann und Rassau) versucht Gef\u00e4ngnisdirektor Frank bei Ida und Adele das Verbleiben seiner Hose zu kl\u00e4ren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Johann Strau\u00df d.J. 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