{"id":2373,"date":"2010-12-20T19:27:59","date_gmt":"2010-12-20T18:27:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2373"},"modified":"2010-12-24T19:34:41","modified_gmt":"2010-12-24T18:34:41","slug":"la-traviata-karlsruhe-badisches-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2373","title":{"rendered":"LA TRAVIATA &#8211; Karlsruhe, Badisches Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Melodramma in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave nach Alexandre Dumas d. J.<\/p>\n<p>Regie: Achim Thorwald, B\u00fchne: Christian Floeren, Kost\u00fcme: Ute Fr\u00fchling, Dramaturgie: Margrit Poremba, Choreographie: Eric Gauthier<\/p>\n<p>Dirigent: Justin Brown, Badische Staatskapelle und Badischer Staatsopernchor, Chor: Ulrich Wagner<\/p>\n<p>Solisten: Ina Schlingensiepen (Violetta Val\u00e9ry), Tamara Gura (Flora Bervoix), Anna Maria Dur (Annina), Bernhard Berchtold (Alfredo Germont), Walter Donati (Giorgio Germont), Andreas Heideker (Gaston), Tero Hannula (Baron Douphol), Luiz Molz (Marchese d\u2019Obigny), Ulrich Schneider (Dr. Grenvil), Johannes Eidloth (Joseph), Alexander de Paula (Kommission\u00e4r), Harriet Mills (eine T\u00e4nzerin), Admill Kuyler (ein T\u00e4nzer)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 18. Dezember 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Karlsruhe-Traviata.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2374\" title=\"Karlsruhe-Traviata\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Karlsruhe-Traviata.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Karlsruhe-Traviata.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Karlsruhe-Traviata-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die schwinds\u00fcchtige Kurtisane Violetta Val\u00e9ry und Alfredo Germont verlieben sich auf einem Fest. Doch sein Vater Giorgio dr\u00e4ngt Violetta, die Beziehung zu beenden. Deswegen schreibt sie Alfredo einen Brief, in dem sie vorgibt, da\u00df sie den Baron Douphol als ihren neuen Liebhaber gew\u00e4hlt hat. Alfredo schw\u00f6rt Rache, und es kommt zu einer Auseinandersetzung zwischen den Rivalen. Von Reue und schlechtem Gewissen \u00fcberw\u00e4ltigt, gesteht Giorgio seinem Sohn schlie\u00dflich die Erpressung. Alfredo eilt zur todkranken Violetta. Doch bleiben den Liebenden nur noch wenige Augenblicke, bevor sie in seinen Armen stirbt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Violetta liegt sichtbar kr\u00e4nkelnd im Bett, dahinter ist das n\u00e4chtliche Panorama von Paris zu sehen. Mittels Drehb\u00fchne wird ein hoher, prunkvoller Saal er\u00f6ffnet, der zum festlichen Veranstaltungsort umgestaltet wird. In schwarz-lila gehaltenen Kost\u00fcmen \u2013 nur Violetta tr\u00e4gt ein rotes Kleid \u2013 trifft die Abendgesellschaft ein und feiert das Pariser Nachtleben. Die l\u00e4ndliche Gegend, in die sich das Paar im zweiten Akt zur\u00fcckzieht, wird durch ein helles Haus, mit wei\u00dfen Korbm\u00f6beln und drei welken B\u00e4umen dargestellt. Diese drei Bilder, symmetrisch angeordnet (die Szene auf dem Land bildet dabei das Zentrum), gen\u00fcgen dieser Inszenierung. Eine Tanzeinlage, begleitet vom Chor der spanischen Stierk\u00e4mpfer, veranschaulicht das festlich-bunte Treiben der Pariser Gesellschaft im zweiten Akt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Unumstrittener Star des Abends ist eine zauberhafte <strong>Ina Schlingensiepen<\/strong> (Violetta), die mit m\u00e4dchenhaftem Charme und gro\u00dfem darstellerischen Potential ihre Rolle interpretiert. Mit Bravour meistert sie die Koloraturen ihrer Partie und nimmt die Spitzent\u00f6ne mit herrlicher Leichtigkeit. Vortrefflich singt sie der H\u00f6he, auch im piano, l\u00e4\u00dft die T\u00f6ne anmutig ausklingen und verliert in den tieferen Lagen nicht an Substanz. <strong>Bernhard Berchthold <\/strong>(Alfredo) zeigt sich in dieser Rolle einigerma\u00dfen \u00fcberzeugend, doch scheint er stimmlich mit dem italienischen Fach an seine Grenzen zu sto\u00dfen. Vor allem in den Duetten ist das klare Timbre seines Tenors dem durchdringenden Sopran seiner Partnerin nicht immer gewachsen. Sein geradliniger Stil ist durchaus ansprechend, doch mangelt es \u2013 vor allem f\u00fcr diese Rolle \u2013 an Affektdarstellung und Emotionalit\u00e4t. <strong>Walter Donati<\/strong> (Giorgio) verleiht seiner Figur durch schauspielerisch und sanglich sensible Interpretation Authentizit\u00e4t. Ausdrucksvoll vereint er v\u00e4terliche F\u00fcrsorge, Reue und den Gesellschaftsd\u00fcnkel seiner Figur und zeigt feinf\u00fchlig die emotionale Spannbreite seiner Partie. <strong>Andreas Heideker <\/strong>(Gaston) pr\u00e4sentiert seinen schlanken Tenor, der in den H\u00f6hen volumin\u00f6s und nachdr\u00fccklich klingt; im Ensemble beweist er Pr\u00e4senz und viel Fingerspitzengef\u00fchl f\u00fcr die Interaktion mit den anderen S\u00e4ngern. Hervorragend einstudiert von <strong>Ulrich Wagner<\/strong> ist der <strong>Staatsopernchor<\/strong>. <strong>Justin Brown <\/strong>dirigiert die Badische Staatskapelle<strong> <\/strong>den Abend hindurch sicher, jedoch w\u00e4ren weniger strenge Z\u00fcgel w\u00fcnschenswert gewesen. Zur\u00fcckhaltend und nicht frei aufspielend, lie\u00df diese Interpretation eine gewisse Leichtigkeit vermissen und geriet streckenweise zu schwerm\u00fctig.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Bereits der Szenenapplaus zeigt, da\u00df die S\u00e4nger das Publikum ganz auf ihrer Seite hatten. Die Inszenierung bietet kaum Neues und verdankt es dem starken Solistenensemble, da\u00df die Oper nicht zu brav daherkam. Ein sch\u00f6ner Opernabend war zu erleben, das Publikum bedankte sich mit tosendem Applaus und Bravo-Rufen.<\/p>\n<p>Isabell Seider<\/p>\n<p>Bild: Jacqueline Krause-Burberg<\/p>\n<p>Das Bild zeigt<strong>:<\/strong> Andreas Heideker (Gaston), Ina Schlingensiepen (Violetta), Badischer Staatsopernchor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Melodramma in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave nach Alexandre Dumas d. J. 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