{"id":2350,"date":"2010-12-12T22:39:16","date_gmt":"2010-12-12T21:39:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2350"},"modified":"2010-12-18T22:42:20","modified_gmt":"2010-12-18T21:42:20","slug":"pique-dame-pikowaja-dama-%e2%80%93-theater-basel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2350","title":{"rendered":"PIQUE DAME (PIKOWAJA DAMA) \u2013 Theater Basel"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840-1893), Oper in drei Akten und sieben Bilder, Libretto: Modest Tschaikowski, nach der gleichnamigen Erz\u00e4hlung Alexander Puschkins.<\/p>\n<p>Regie: David Hermann, B\u00fchnenbild und Kost\u00fcme: Christof Hetzer, Licht: Hermann M\u00fcnzer, Video: Martin Eidenberger, Dramaturgie: Christopher Baumann, Brigitte Heusinger, Chor: Henryk Polus, Dirigent: Gabriel Feltz, Sinfonieorchester Basel, Chor des Theater Basel, Statisterie des Theater Basel<\/p>\n<p>Solisten: Maxim Aksenov und Vladimir Kuzmenko (Hermann), Eung Kwang Lee (Graf Tomskij), Nikolay Borchev (F\u00fcrst Jeletzkij), Michael Feyfar (Cekalinskij), Alexey Birkus (Ssurin), Jacek Krosnicki (Caplitzkij), Christoper Bolduc (Narumof), Piotr Jan Hoeder (Zeremonienmeister), Hanna Schwarz (Gr\u00e4fin), Svetlana Ignatovich (Lisa), Valentina Kutzarova (Pauline)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. Dezember 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Basel-Pique-Dame.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2351\" title=\"Basel-Pique-Dame\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Basel-Pique-Dame.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Basel-Pique-Dame.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Basel-Pique-Dame-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der junge Offizier Hermann hat sich unsterblich in eine unbekannte Sch\u00f6nheit verliebt. Zu seinem Entsetzen handelt es sich um Lisa, die Verlobte des F\u00fcrsten Jeletzkij. Wild entschlossen, um sie zu werben, hofft er auf schnellen Geldgewinn. Dazu will er Lisas Gro\u00dfmutter, besser bekannt als Pique Dame, das Geheimnis ihres Kartenspiels entlocken. Lisa, die sich ihrerseits in Hermann verliebt hat, bittet ihn um ein Rendezvous und gibt ihm den Schl\u00fcssel zu ihrem Zimmer. Der Weg dahin f\u00fchrt aber durch die Gem\u00e4cher der Gro\u00dfmutter. Hermann verlangt von der Alten die Preisgabe ihres Kartentricks. Als sie sich weigert bedroht er sie, und die Greisin stirbt. Dem Wahnsinn verfallen erscheint sie ihm und verr\u00e4t ihm ihre drei Karten: 3, 7, As. Von Hermann verschm\u00e4ht t\u00f6tet sich Lisa. Hermann spielt das Spiel seines Lebens, gewinnt mit der 3 und der 7. Als er jedoch die letzte Karte spielt ist es kein As, sondern die Pique Dame. Hermann erdolcht sich.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Ein sinnvolles psychologisches Konzept ist zwingend, um den schmalen Grat zwischen Obsession und Leidenschaft darzustellen, auf dem sich die Handlung abspielt. F\u00fcr die ersten vier Bilder (Akt I und II) w\u00e4hlt die Inszenierung eine schwarze Wand mit Schiebet\u00fcren, die den Blick des Zuschauers auf drei voneinander abgegrenzte R\u00e4ume freigeben: rechts oben ein Zimmer im Boh\u00e8me Stil, an dessen Stelle nach dem ersten Akt das f\u00fcrstliche, ein wenig sch\u00e4bige Schlafzimmer der Gr\u00e4fin tritt. Von diesem Zimmer aus f\u00fchrt eine Treppe auf einen Balkon; unter diesem wird ein \u2013 kontrastiv mit Neonlicht beleuchtet \u2013 steriler, wei\u00dfer Raum sichtbar, der Platz f\u00fcr die Projektion von Emotionen bietet. Diese strikte Trennung verschiedener Schaupl\u00e4tze l\u00e4\u00dft keinen Zweifel daran, da\u00df die Figuren nicht zusammenfinden k\u00f6nnen und skizziert sensibel deren psychische Isolation und Labilit\u00e4t. Der dritte und vierte Akt exponiert das Zimmer der Greisin, von einem Park umgeben, in dem drei Spielautomaten aufgestellt sind. Vor ihnen wird das abschlie\u00dfende Spiel wie ein okkultes Fest zelebriert.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Ein homogenes, starkes Ensembles zeigte sich an diesem Abend auf der B\u00fchne \u2013 und dennoch stand diese Premiere f\u00fcr einen S\u00e4nger unter keinem guten Stern. <strong>Maxim Aksenov<\/strong> (Hermann) mu\u00dfte erkrankt und h\u00f6rbar stimmlich angeschlagen nach dem ersten Bild abbrechen. Sein s\u00e4ngerisches Potential l\u00e4\u00dft sich daher nur erahnen; seine Rolle mimte er mit unglaublicher B\u00fchnenpr\u00e4senz. <strong>Vladimir Kuzmenko <\/strong>eilte als Ersatz, allerdings mit einiger Versp\u00e4tung, herbei, so da\u00df die Oper unterbrochen werden mu\u00dfte. Leider (so hatte man den Eindruck) geriet durch diese Umbesetzung der m\u00e4nnlichen Hauptpartie alles ein wenig aus dem Takt, bis sich nach der regul\u00e4ren Pause die S\u00e4nger neu aufeinander eingestellt hatten. Kuzmenkos dramatischer Heldentenor rettete zwar die Auff\u00fchrung, wollte sich jedoch nicht richtig in das Ensemble einf\u00fcgen. <strong>Eung Kwang Lee<\/strong> \u00fcberzeugte mit seinem vollt\u00f6nigen Bariton in der Rolle des diabolischen Grafen Tomskij. <strong>Nikolay Borchevs <\/strong>(F\u00fcrst Jeletzkij) schlanker, aber sonorer Bariton besitzt ein enormes dramatisches Potential, das er richtig zu nutzen wei\u00df. <strong>Hanna Schwarz<\/strong> gab mit ihrem dunkeln Mezzosopran eine wunderbare alterslose Gr\u00e4fin, harmonisch auch im Duett mit dem ausdrucksstarken Sopran einer bezaubernden <strong>Svetlana Ignatovich <\/strong>(Lisa). <strong>Gabriel Feltz <\/strong>leitete \u00e4u\u00dferst umsichtig das <strong>Sinfonieorchester Basel<\/strong>,<strong> <\/strong>das die vielschichtige Komposition souver\u00e4n meisterte. Feinf\u00fchlig interpretierte es die lyrischen Melodien und traf auch den elegischen Tonfall der Musik. Der dramatische Gehalt kam dank dynamischer Spannungsb\u00f6gen nie zu kurz. Hervorragend einstudiert von <strong>Henryk Polus<\/strong> und fabelhaft agierend pr\u00e4sentierte sich der <strong>Chor<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Zu erleben war eine durchdachte Inszenierung, die an manchen Stellen zwar einer eigenen Logik folgt (Lisa teilt sich das Zimmer mit ihrer Gro\u00dfmutter, episodenhafte Szenen wie der Kinderchor sind gestrichen etc.), der Oper Tschaikowskis aber ebenso gerecht wird, wie die packende musikalische Umsetzung. Diese Produktion ist unbedingt zu empfehlen.<\/p>\n<p>Isabell Seider<\/p>\n<p>Bild: Hans-J\u00f6rg Michel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt v.l.n.r.<strong>:<\/strong> Maxim Askenov, Michael Feyfar, Svetlana Igantovich, Alexey Birkus<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840-1893), Oper in drei Akten und sieben Bilder, Libretto: Modest Tschaikowski, nach der gleichnamigen Erz\u00e4hlung Alexander Puschkins. 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