{"id":2342,"date":"2010-12-13T22:23:11","date_gmt":"2010-12-13T21:23:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2342"},"modified":"2010-12-18T23:08:57","modified_gmt":"2010-12-18T22:08:57","slug":"die-zauberflote-koln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2342","title":{"rendered":"DIE ZAUBERFL\u00d6TE &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Gro\u00dfe Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Emanuel Schikaneder, UA: 30. September 1791 Wien, Freihaustheater auf der Wieden,<\/p>\n<p>Regie: Ren\u00e9 Zisterer, B\u00fchne: Hyun Chu, Kost\u00fcme: Susanne F\u00fcller, Licht: Nicol Hungsberg<\/p>\n<p>Dirigent: Modestas Pitrenas, G\u00fcrzenich-Orchester, Chor der Oper K\u00f6ln, Choreinstudierung: Andrew Ollivant<\/p>\n<p>Solisten: Mojca Erdmann (Pamina), Lothar Odinius (Tamino), Jeanette Vecchione (K\u00f6nigin der Nacht), Susanne Niebling, Regina Richter, Katrin Wundsam (drei Damen), Miljenko Turk (Papageno), Maike Raschke (Papagena), Stefan Koc\u00e1n (Sarastro) u.a.<\/p>\n<p>Besucht Auff\u00fchrung: 11. Dezember 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Koeln-Zauberfloete2010.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2343\" title=\"Koeln-Zauberfloete2010\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Koeln-Zauberfloete2010.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"173\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Koeln-Zauberfloete2010.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Koeln-Zauberfloete2010-300x148.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die K\u00f6nigin der Nacht beauftragt Prinz Tamino, ihre von Sarastro entf\u00fchrte Tochter Pamina zu befreien. Als Lohn soll er sie zur Frau erhalten. Dabei hilft ihm Papageno, der Vogelf\u00e4nger der K\u00f6nigin der Nacht. Viele Schwierigkeiten gilt es zu \u00fcberwinden, doch schlie\u00dflich gelangen beide in Sarastros Reich, wo man sie vielen Pr\u00fcfungen unterwirft. Endlich kann er Pamina befreien, und er und sie werden ein gl\u00fcckliches Paar, wie auch Papageno seine Papagena findet und heiratet.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrung fand in der Universit\u00e4tsaula statt, einem riesigen Saal mit ansteigenden Stuhlreihen und knalliger Sprechakustik.<\/p>\n<p>Das Orchester befand sich unterhalb der gro\u00dfen B\u00fchnenfl\u00e4che. Allein der Dirigent, mit dem Gesicht zum Publikum, war zu sehen. Auf dieser Fl\u00e4che gab es keine Requisiten. Dann \u00f6ffnete sich des \u00f6fteren der Vorhang zu einer schmalen Hinterb\u00fchne, die wiederum, z.B. beim Erscheinen der K\u00f6nigin der Nacht, eine mit einigen Lichtern (Sternenhimmel) versehenen Hintergrund zeigte. Das, was man unter Kost\u00fcmen versteht, zeigte nur die K\u00f6nigin der Nacht: Sie trug ein dunkelblaues Barockkost\u00fcm. Die drei Knaben waren barfu\u00df und um ihre K\u00f6rper hingen, dicke grau-wei\u00dfe Polster. Jemand meinte beim Pausengespr\u00e4ch, sie \u00e4hnelten den Michelin-M\u00e4nnchen. Die drei Damen erschienen in engen Kleidern heutiger Zeit, Pamina in einem ebensolchen in gelber Farbe. Sarastro und seine Anh\u00e4nger (der Chor) waren \u00e4hnlich indischer, vornehmer Herrschaften gekleidet. Papageno trug ein Wams mit Vogelfedern und auf dem R\u00fccken den Vogelk\u00e4fig mit ausgestopften, bunten V\u00f6geln. Tamino zeigte sich mit Hose und Hemd.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Da das Orchester unsichtbar wie in Bayreuth spielte, wurde es auch selten zu laut. Allerdings waren die Tempi oft von einer betr\u00e4chtlichen Langsamkeit: aus einem Larghetto wurde ein Adagio, ja manchmal sogar ein Adagissimo, was den Ablauf der Handlung nicht gerade f\u00f6rderte. Vielleicht bangte Dirigent <strong>Modestas Pitrenas<\/strong> um die Eins\u00e4tze, was leider auch mehrmals, trotz dieser Vorsichtsma\u00dfnahmen, zu bemerken war. <strong>Mojca Erdmann<\/strong> (Pamina) hing bei dem langsamen Tempo (vorgeschrieben war Andante, gespielt wurde Adagio) mit ihrer g-Moll-Arie <em>Ach ich f\u00fchl\u2018s, es ist verschwunden<\/em> mit den zahlreichen Koloraturen, die sie bestens bew\u00e4ltigte, regelrecht in der Luft, die ihr oft fehlte, was sie zu h\u00e4ufigem Zwischenatmen zwang. Die drei Damen sangen ihren Part intonationssicher, waren allerdings rhythmisch oft nicht zusammen und in ihrer Aussprache waren sie, sowohl im Sprechen wie im Singen, meist unklar. Die drei Knaben artikulierten besser und ihre Intonation war durchweg comme il faut.<\/p>\n<p>So mancher Zuschauer bangt in einer Auff\u00fchrung der <em>Zauberfl\u00f6te<\/em> oft um die hohen T\u00f6ne der K\u00f6nigin der Nacht. Hier gab es eine \u00dcberraschung: Jeanette Vecchione (K\u00f6nigin der Nacht) lieferte jeweils <em>zwei<\/em> T\u00f6ne auf dem dreigestrichenen F, denn was man h\u00f6rte, war ein regelrecht gespli\u00dfter Ton: Ein Eclat bei einer so exponierten Arie! Dem Premierenpublikum schien das kaum etwas auszumachen, es klatschte anschlie\u00dfend, kein Buh war zu h\u00f6ren. W\u00e4re das in Italien passiert \u2026.<\/p>\n<p><strong>Lothar Odinius<\/strong> (Tamino) mu\u00dfte zwar durch seine Kraft Pamina befreien. Das sollte aber kein Anla\u00df sein, fast durchweg seinen heldischen Tenor erstrahlen zu lassen. Besonders schmetternd war das Forte seiner Stimme bei <em>Wie stark ist nicht dein Zauberton<\/em> (Finale I), wo er lediglich von einem Streichorchester begleitet wird. Auch sein eigenes Fl\u00f6tenspiel, womit sein Gesang unterbrochen wird, war ja nicht im Forte angesiedelt. <strong>Stefan Koc\u00e1n<\/strong> (Sarastro) gelangen die tiefen B\u00e4sse, doch seine Stimme warso kehlig, da\u00df man kaum die Intonation in den tiefen Tonlagen erkennen konnte. Beim Terzett <em>Soll ich dich Teurer nicht mehr<\/em> sehen, das Pamina begann, schmi\u00df er seine Antwort, so da\u00df nur durch die Geistesgegenwart von <strong>Miljenko Turk<\/strong> (Papageno) das Terzett dem Untergang entkam. Turk rettete schauspielerisch und gesanglich, nicht zuletzt zusammen mit <strong>Maike Raschke,<\/strong> \u201eseiner\u201c Papagena, die gesamte Auff\u00fchrung.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein \u00e4u\u00dferst ungeeigneter Raum f\u00fcr eine Oper und ein Ensemble ohne gro\u00dfe Fort\u00fcne ist kaum in der Lage, ein Meisterwerk wie die Zauberfl\u00f6te ad\u00e4quat wiederzugeben.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Matthias Baus<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Miljenko Turk (Papageno)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Gro\u00dfe Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Emanuel Schikaneder, UA: 30. September 1791 Wien, Freihaustheater auf der Wieden, Regie: Ren\u00e9 Zisterer, B\u00fchne: Hyun Chu, Kost\u00fcme: Susanne F\u00fcller, Licht: Nicol Hungsberg Dirigent: Modestas Pitrenas, G\u00fcrzenich-Orchester, Chor der<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2342\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,1],"tags":[],"class_list":["post-2342","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-koln-buhnen-der-stadt","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2342","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2342"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2342\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2359,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2342\/revisions\/2359"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2342"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2342"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2342"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}