{"id":2338,"date":"2010-12-14T11:46:13","date_gmt":"2010-12-14T10:46:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2338"},"modified":"2011-02-21T10:00:51","modified_gmt":"2011-02-21T09:00:51","slug":"die-fledermaus-erfurt-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2338","title":{"rendered":"DIE FLEDERMAUS &#8211; Erfurt, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Johann Strau\u00df (Sohn) (1825-1899),Operette in 3 Akten, Libretto von Carl Haffner und Richard Gen\u00e9e, UA: 5. April 1874, Wien<\/p>\n<p>Regie: Katharina Thalbach, B\u00fchne: Momme R\u00f6hrbein, Kost\u00fcme: Angelika Riek, Choreographie: Danny Costello, Choreinstudierung: Andreas Ketelhut<\/p>\n<p>Dirigent: Samuel B\u00e4chli; Philharmonisches Orchester und Opernchor Erfurt, Tanzensemble<\/p>\n<p>Solisten: Peter Sch\u00f6ne (Eisenstein), Ilia Papandreou (Rosalinde), Franziska Kr\u00f6tenheerdt (Adele),Nadine Schori (Ida), M\u00e1t\u00e9 S\u00f3lyom-Nagy (Dr. Falk), Mireille Lebel (Orlowsky), Marwan Shamiyeh (Alfred), Sebastian Pilgrim (Frank), J\u00f6rg Rathmann (Dr. Blind), Pierre Besson (Frosch)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung:\u00a0 12. Dezember 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Erfurt-Fledermaus.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2339\" title=\"Erfurt-Fledermaus\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Erfurt-Fledermaus.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Erfurt-Fledermaus.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Erfurt-Fledermaus-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Eisenstein mu\u00df f\u00fcr acht Tage ins Gef\u00e4ngnis wegen Amtsbeleidigung. Seine Gattin Rosalinde st\u00f6rt dies wenig, da sich ihr Geliebter Alfred angek\u00fcndigt hat. Unerwartet erscheint Eisensteins alter Freund Dr. Falk, welchem er vor Jahren einen \u00fcblen Streich spielte und dieser seitdem nur noch Dr. Fledermaus genannt wird. Falk \u00fcberredet Eisenstein zum Fest des Prinzen Orlowsky zu kommen. Auch die Kammerzofe Adele wurde von ihrer Schwester Ida zu diesem Fest eingeladen. Sie kann sich einen freien Abend erschleichen. Abends erscheint Gef\u00e4ngnisdirektor Frank im Hause Eisenstein, findet aber nur Alfred vor. Kurzerhand mu\u00df dieser ins Gef\u00e4ngnis um die Ehre Rosalindes zu wahren. Bei Orlowsky finden sich nach und nach inkognito Eisenstein, Frank, Adele und auch Rosalinde ein. Eisenstein versucht mit seiner Taschenuhr seine eigene Gattin zu verf\u00fchren, sie entwendet sie ihm aber. Am Morgen findet sich die Gesellschaft im Gef\u00e4ngnis ein. Rosalinde will die Verwechslung Alfreds aufkl\u00e4ren. Eisenstein kommt hinzu und wird w\u00fctend. Doch kann ihm Rosalinde mit der Taschenuhr seine eigene Untreue nachweisen. Die Rache Dr. Falks ist aufgegangen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Erfurter Fledermaus wird zur Gruselkom\u00f6die, denn Prinz Orlowsky ist nicht nur ein gelangweilter Adliger, sondern auch ein l\u00e4ngst verstorbener Blutsauger, welcher mit seinem Vampirgefolge ahnungslose Menschenbeute auf sein Schlo\u00df lockt. So ist \u201eFledermaus\u201c f\u00fcr Dr. Falk nicht nur Spitzname geworden, sondern blutiger Ernst. Er selbst ist ein Vampir und fliegt immer wieder w\u00e4hrend des Abends \u00fcber die B\u00fchne. Nach dem rauschenden Fest erscheinen auch Adele und Ida als neugeborene Vampire bei Frank und st\u00fcrzen sich gierig auf seine Schnittwunde. Auch die Dialoge der Operette wurden f\u00fcr das Erfurter Theater frei gestaltet und mit Lokalwitzen zu Stadtprominenz und Politik versehen, um die Zeitlosigkeit des Werkes zu demonstrieren. Ida und Adele wollen nicht mehr zum Theater, sondern gleich nach Hollywood und der Walzer im zweiten Akt wird choreographisch zu Michel Jacksons <em>Thriller<\/em> umgedeutet. Zum Vergn\u00fcgen von Opernkennern streut das Orchester zus\u00e4tzlich an entsprechenden Stellen kleine Opernzitate ein. So springt z.B. Alfred zum Abschied von Rosalinde vom Bett zu den Kl\u00e4ngen von Puccinis <em>Tosca<\/em> und jedesmal, wenn Eisenstein seine Taschenuhr z\u00fcckt, erklingt das Vogelf\u00e4nger-Motiv aus Mozarts <em>Zauberfl\u00f6te<\/em>.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Philharmonische Orchester Erfurt unter der Leitung von <strong>Samuel B\u00e4chli<\/strong> pr\u00e4sentiert sich \u00fcberaus spritzig in der dynamischen Gestaltung sowie mit instrumentaler Differenzierung. Vor allem in der Ouvert\u00fcre k\u00f6nnen die Musiker ihr K\u00f6nnen unter Beweis stellen. W\u00e4hrend der Gesangsnummern nimmt sich das Orchester zwar zur\u00fcck, doch wirkt sich die Akustik im Erfurter Opernneubau nach wie vor ung\u00fcnstig auf die S\u00e4ngerpr\u00e4senz aus. Wohl auf Grund des hohen Bekanntheitsgrades der Operette wurde auf zus\u00e4tzliche \u00dcbertitel verzichtet, was sich in den Dialogen auch nicht als Nachteil erwies, allerdings bei so mancher Arie dennoch hilfreich gewesen w\u00e4re. <strong>Peter Sch\u00f6ne<\/strong> (Eisenstein) f\u00fchlte sich in seiner Rolle sichtlich wohl, schreckte darstellerisch nicht im Geringsten vor Albernheit zur\u00fcck und schmeichelte in gewohnter Weise mit seinem warmen Bariton dem Publikum. Ihm zur Seite stand <strong>Ilia Papandreou<\/strong> (Rosalinde), welche vor allem in der Cs\u00e1rd\u00e1s-Arie <em>Kl\u00e4nge der Heimat<\/em> ihren dramatischen Sopran und leidenschaftlichen Ausdruck entsprechend in Szene setzen konnte. Sowohl in ihrer Darstellung der naiven Kammerzofe als auch mit ihrer s\u00e4ngerischen Leistung der schwierigen Koloraturarien konnte <strong>Franziska Kr\u00f6tenheerdt<\/strong> (Adele) durchweg begeistern. Auch das Gruselduo <strong>Mireille Lebel<\/strong> (Orlowsky) und <strong>M\u00e1t\u00e9 S\u00f3lyom-Nagy<\/strong> (Dr. Falk) haben Spa\u00df an ihren Rollen und k\u00f6nnen dies auch im Gesang vermitteln.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Mit Galgenhumor, Tanz, Gesang, Schauspiel und sogar einer Step-Einlage pr\u00e4sentiert das Theater Erfurt zum Jahresende einen rauschenden, bunten Walzertraum auf k\u00fcnstlerisch hohem Niveau und viel Kreativit\u00e4t in Ausstattung, B\u00fchne und Inszenierung.<\/p>\n<p>Josephin Wietschel<\/p>\n<p>Bild: L. Edelhoff<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Franziska Kr\u00f6tenheerdt (Adele) beweist Peter Sch\u00f6ne (Eisenstein), da\u00df sie sicher nicht seine Kammerzofe ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Johann Strau\u00df (Sohn) (1825-1899),Operette in 3 Akten, Libretto von Carl Haffner und Richard Gen\u00e9e, UA: 5. 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