{"id":2313,"date":"2010-11-24T22:46:28","date_gmt":"2010-11-24T21:46:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2313"},"modified":"2010-12-09T23:05:03","modified_gmt":"2010-12-09T22:05:03","slug":"tristan-und-isolde-kopenhagen-det-kongelige-teater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2313","title":{"rendered":"TRISTAN UND ISOLDE &#8211; Kopenhagen, Det Kongelige Teater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Musik und Text von Richard Wagner, Handlung in drei Aufz\u00fcgen, UA: 10. Juni 1865, M\u00fcnchen<\/p>\n<p>Regie: Stig Fogh Andersen, B\u00fchne: Steffen Aarfing, Kost\u00fcme: Bob Katzenelson<\/p>\n<p>Dirigent: Cornelius Meister, Det Kongelige Kapel, Det Kongelige Operakor<\/p>\n<p>Solisten: Irene Theorin (Isolde), Stig Fogh Andersen (Tristan), John Lundgren (Kurwenal), Stephen Milling (K\u00f6nig Marke), Gitta-Maria Sj\u00f6berg (Brang\u00e4ne), Peter Steen Andersen (Melot)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 20. November 2010<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Kopenhagen-Tristan.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2314\" title=\"Kopenhagen-Tristan\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Kopenhagen-Tristan.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"230\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Kopenhagen-Tristan.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Kopenhagen-Tristan-300x197.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Ritter Tristan f\u00fchrt die irische Prinzessin Isolde, deren Verlobten Morold er einst im Zweikampf get\u00f6tet hat, seinem Onkel K\u00f6nig Marke von Kornwall als Braut zu. Auf der \u00dcberfahrt nach England verlangt Isolde S\u00fchne f\u00fcr Morolds Tod: Sie fordert Tristan auf, gemeinsam mit ihr Gift zu trinken. Brang\u00e4ne hat jedoch das Gift heimlich gegen einen Liebestrank ausgetauscht. So entbrennen Tristan und Isolde in heftiger Leidenschaft f\u00fcreinander. Isolde heiratet zwar K\u00f6nig Marke, trifft sich aber heimlich mit Tristan. Melot verr\u00e4t die Liebenden und verwundet Tristan schwer. W\u00e4hrend Isolde zur\u00fcckbleibt, bringt Kurwenal Tristan nach Kornwall. Isolde eilt ihnen nach, Tristan stirbt jedoch im Moment ihrer Ankunft. Als letzte Konsequenz ihrer Liebe folgt Isolde ihm in den Tod.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das Einheitsb\u00fchnenbild zeigt eine wei\u00dfe Mauer aus Ziegelsteinen. Davor befindet sich eine Art Galerie mit drei Plattformen und ein Treppenhaus aus Stahl am linken Rand. In den Mauernischen auf den drei Etagen verteilt sieht man entweder Requisiten wie der Beh\u00e4lter f\u00fcr die Zaubertr\u00e4nke oder die Kronen Tristans, Isoldes bzw. Markes oder sie bieten einen Raum f\u00fcr besonders intime Auftritte. Ansonsten findet die Handlung auf der gro\u00dfen Parkettebene der B\u00fchne statt, w\u00e4hrend die \u00fcbrigen Personen sich im ersten oder zweiten Stock auf ihren Auftritt vorbereiten, ihre Kost\u00fcme richten (Kurwenal hat keinen rechten Arm, deswegen verknotet er den rechten \u00c4rmel und h\u00e4ngt das Sakko l\u00e4ssig dar\u00fcber) oder beobachtet das B\u00fchnengeschehen vom Treppenhaus aus, wie der junge Seemann oder der Hirte. K\u00f6nig Markes Auftritt im ersten Akt wird durch einen von oben einfallenden Lichtkegel symbolisiert, w\u00e4hrend der Einbruch K\u00f6nig Markes im zweiten Akt nur durch den unspektakul\u00e4ren aber raschen Auftritt Melots und Markes dargestellt wird. Auch der Liebestod Isoldes wird unauff\u00e4llig als eine Art Versteinerung Isoldes in Szene gesetzt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Es ist der Abend des <strong>Stig Fogh Andersen<\/strong>. Zugleich Regisseur und Hauptdarsteller wirkt er als Tristan sowohl szenisch als s\u00e4ngerisch zur\u00fcckhaltend dominant. In Anwesenheit der d\u00e4nischen K\u00f6nigin, der Publikum und S\u00e4nger vor der Vorstellung huldigen, zeigt er beispielhaft, wie man sich mit gleichm\u00e4\u00dfiger Wirkung durch die Partie des Tristans k\u00e4mpft. Er teilt sich seine Kr\u00e4fte klug ein, reduziert die m\u00f6rderischen Spr\u00fcnge deutlich, indem er hohe T\u00f6ne nur ansingt und kann mit seiner warmen mehr gehauchten als gesungener Stimme das Publikum in seinen Bann ziehen. <strong>Irene Theorin<\/strong> dagegen versucht sich mit viel Kraft durch die Rolle der Isolde zu stemmen und l\u00e4\u00dft W\u00e4rme und Ausdruckskraft dieser Rolle vermissen. <strong>Gitta-Maria Sj\u00f6berg<\/strong> verf\u00fcgt nur in der mittleren Lage \u00fcber einen ausdrucksstarken Sopran f\u00fcr die Brang\u00e4ne, die H\u00f6hen klingen schrill und sind aufgesetzt. <strong>John Lundgren<\/strong> bringt als Heldenbariton das ideale Stimmenmaterial f\u00fcr den Kurwenal mit: Mit fast schon l\u00e4ssiger Leichtigkeit leuchtet seine durchschlagsstarke Stimme. Einen sehr starken Eindruck hinterl\u00e4\u00dft auch <strong>Stephen Milling<\/strong> (K\u00f6nig Marke), der mit viel W\u00e4rme in der eindrucksvollen Tiefe seines Ba\u00dfbaritons der eigentliche Hauptdarsteller des Abends ist.<\/p>\n<p>Deutliche Probleme mit dem Werk hat <strong>Cornelius Meister<\/strong>. Seine Interpretation zeigt keinerlei dramatische Wirkung und schon im Vorspiel wartet der H\u00f6rer darauf, da\u00df das Drama auch musikalisch anf\u00e4ngt. An dem Orchester kann es nicht liegen, denn bis auf einige kleine Wackler im Blech und anf\u00e4nglichen Abstimmungsproblemen in den Streichergruppen verbreitet es einen der Staatsoper w\u00fcrdigen Wohlklang.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Nach Meinung Richard Wagners sind es die mittelm\u00e4\u00dfigen Vorstellungen, die dieser Oper die beste Wirkung garantieren. Diese Produktion ist daf\u00fcr ein Beleg: Eine Inszenierung, die ein wenig \u00a0unverst\u00e4ndlich wirkt, ein B\u00fchnenbild das sich nicht zuordnen l\u00e4\u00dft, ein Protagonistenpaar, das seinen Zenit schon \u00fcberschritten hat, ein Dirigent, der keinen Zugang zum Werk findet und es im wahrsten Sinne des Wortes zerdehnt. Trotzdem fieberten die Zuh\u00f6rer der Handlung hinterher, litten mit Tristan und freuten sich, da\u00df es noch m\u00f6glich ist, mit Nebendarstellern zu \u00fcberraschen und zu \u00fcberzeugen. Am Ende feierte das Publikum die Beteiligten f\u00fcr skandinavische Verh\u00e4ltnisse aufs heftigste.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Miklos Szabo<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Irene Theorin (Isolde), Stig Fogh Andersen (Tristan)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musik und Text von Richard Wagner, Handlung in drei Aufz\u00fcgen, UA: 10. 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