{"id":231,"date":"2008-03-18T22:23:59","date_gmt":"2008-03-18T20:23:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=231"},"modified":"2008-03-18T22:23:59","modified_gmt":"2008-03-18T20:23:59","slug":"new-york-metropolitan-opera-peter-grimes","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=231","title":{"rendered":"New York, Metropolitan Opera &#8211; PETER GRIMES"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Benjamin Britten (1913-1976), Oper in einem Prolog und drei Akten, Text von Montagu Slater nach einem Gedicht von George Crabbe; UA: 1945 London<br \/>\nRegie: John Doyle, B\u00fchnenbild: Scott Pask, Kost\u00fcme: Ann Hould Ward, Licht: Peter Mumford<br \/>\nDirigent: Donald Runnicles, Chor der Metropolitan Opera, Einstudierung: Donald Palumbo<br \/>\nSolisten: Anthony Dean Griffey (Peter Grimes), Patricia Racette (Ellen Orford), Dean Peterson (Hobson), John Del Carlo (Swallow), Felicity Palmer (Mrs. Sedley), Jill Grove (Auntie), Greg Fedderly (Bob Boles), Anthony Michaels-Moore (Captain Balstrode), Bernard Fitch (Rev. Horace Adams), Leah Partridge und Erin Morley (zwei Nichten), Teddy Tahu Rhodes (Ned Keene)<br \/>\nBesuchte Vorstellung: 15. M\u00e4rz 2008 (Premiere 28. Februar 2008)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"ny-peter-grimes.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/ny-peter-grimes.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"ny-peter-grimes.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/ny-peter-grimes.jpg\" \/><\/a>Die Handlung spielt zu Beginn des 19. Jh.s in dem kleinen Fischerdorf Borough an der rauhen englischen Westk\u00fcste. Der \u00fcberaus erfahrene Fischer Peter Grimes ist angeklagt, den Tod seines Lehrlings verschuldet zu haben, was ihm jedoch nicht nachzuweisen ist. Die Stimmung im Dorf wird ihm gegen\u00fcber daraufhin immer feindseliger, lediglich die Schulmeisterin Ellen Orford und Captain Balstrode, halten noch zu ihm, auch wenn ihm letzterer dazu r\u00e4t, die Gegend zu verlassen. Doch Grimes hat andere Pl\u00e4ne: Seine genaue Kenntnis des Meeres, die ihm stets erfolgreiche Fischz\u00fcge erlaubt, will er ausnutzen, um genug Geld f\u00fcr eine sichere Existenz auf dem Lande zu verdienen und Ellen zu heiraten. Als er einen neuen Lehrling bekommt, f\u00fchrt er ihn sogleich mit gr\u00f6\u00dfter Strenge in sein Handwerk ein. Zwar versucht ihn Ellen daran zu hindern, zuviel von dem Jungen zu verlangen, doch Grimes verliert dar\u00fcber die Fassung und schl\u00e4gt sie ins Gesicht. Die Dorfbev\u00f6lkerung beginnt unruhig zu werden, und w\u00fctend zieht man zu Grimes\u2019 H\u00fctte, der seinen Lehrling so unbedacht hinaus scheucht, da\u00df er die Klippen hinunterst\u00fcrzt. F\u00fcr einige Tage gelingt es ihm zwar noch, dieses tragische Vorkommnis geheim zu halten, doch als man \u00fcber den Tod auch des zweiten Lehrlings zu spekulieren beginnt, macht sich der rasende Mob wiederum zu seiner H\u00fctte auf. Grimes setzt die Segel und versenkt sein Boot in einem aufkommenden Sturm.<br \/>\n<strong>Die Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie rezensierte Auff\u00fchrung wurde weltweit in Kinos in \u00fcber 15 L\u00e4ndern live \u00fcbertragen, was sich, um es vorwegzunehmen, als wahrhafter Gl\u00fccksgriff erwies. Musikalisch und szenisch bekam das Publikum an diesem Nachmittag Leistungen auf allerh\u00f6chsten Niveau geboten, wof\u00fcr es sich mit stehenden Ovationen bei dem S\u00e4nger der Titelpartie und lauten Bravorufen f\u00fcr Dirigent und Orchester vor dem zweiten und dritten Akt bedankte, und das v\u00f6llig zurecht. Donald Runnicles vermochte es, wirklich jeden Klang der Britten\u2019schen Partitur an diesem Abend zum Ereignis werden zu lassen. Es d\u00fcrfte wohl kaum m\u00f6glich sein, diese Musik noch pr\u00e4ziser \u2013 die gestochen scharfe Phrasierung in Holz- und Blechbl\u00e4sern, wie sie f\u00fcr amerikanische Orchester bezeichnend ist, kam hier voll zur Geltung \u2013, klanglich ausgewogener \u2013 auch in den extrem lauten und leisen Passagen \u2013 und dabei so packend und atmosph\u00e4risch dicht aufzuf\u00fchren. Dem Zuh\u00f6rer wurde die Wucht von See und Sturm praktisch physisch erfahrbar, man glaubte f\u00f6rmlich, das Salz in der Luft zu schmecken.<br \/>\nDie S\u00e4nger boten allesamt hervorragende Leistungen und klangsch\u00f6ne Stimmen \u2013 lediglich <strong>Patricia Racette<\/strong> (Ellen Orford) bildete aufgrund ihres unangenehm starken Tremolos eine Ausnahme \u2013 und erwiesen sich dar\u00fcber hinaus als \u00e4u\u00dferst versierte Darsteller. Nat\u00fcrlich geb\u00fchrt neben <strong>Felicity Palmer<\/strong> (Mrs. Sedley) dem S\u00e4nger der Titelpartie, <strong>Anthony Dean Griffey<\/strong>, hier das h\u00f6chste Lob, denn seine enorme Bandbreite in der Tongebung, vom beinahe schon sprechenden Ton bis hin zum lyrischen, an Peter Pears \u2013 f\u00fcr den diese Partie komponiert wurde \u2013 erinnernden, leicht verschleierten Schmelz, paart sich mit einer gro\u00dfen darstellerischen Begabung, die dem Publikum diese d\u00fcstere Figur in ihrer ganzen Widerspr\u00fcchlichkeit nahebringt.<br \/>\n<strong>B\u00fchnenbild<\/strong>,<strong> Regie<\/strong> und <strong>Kost\u00fcme<\/strong> sind halb naturalistisch und greifen sehr geschickt die von der Oper geschilderte, bedr\u00fcckende d\u00f6rfliche Enge auf: Die Handlung spielt auf engstem Raum, am vorderen Rand der B\u00fchne, der durch eine gewaltige Schuppenwand, die sich \u00fcber die volle H\u00f6he und Breite der B\u00fchne erstreckt und keinen Himmel dar\u00fcber erkennen l\u00e4\u00dft, abgegrenzt wird. Die Personenf\u00fchrung und Choreographie ist sehr intelligent und \u00f6konomisch, nichts, was die musikalische Dramaturgie in irgendeiner Form st\u00f6ren w\u00fcrde. Das Publikum blieb, was f\u00fcr New Yorker Verh\u00e4ltnisse v\u00f6llig ungew\u00f6hnlich ist, bis zum letzten Ton und sogar noch dar\u00fcber hinaus auf seinen Pl\u00e4tzen und feierte die Ausf\u00fchrenden.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nMan kann der Met nur zu dieser Produktion gratulieren. Die schon beinahe hypnotische Wirkung von <strong>Runnicles<\/strong>\u2019 Dirigat wird durch die unaufdringliche, kultivierte Regie Doyles verst\u00e4rkt und erg\u00e4nzt. Ein Mu\u00df f\u00fcr jeden New-York-Besucher!<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<br \/>\nBild: Ken Howard, Das Bild zeigt \u00a0Patricia Racette (Ellen Orford) und Erikson<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Benjamin Britten (1913-1976), Oper in einem Prolog und drei Akten, Text von Montagu Slater nach einem Gedicht von George Crabbe; UA: 1945 London Regie: John Doyle, B\u00fchnenbild: Scott Pask, Kost\u00fcme: Ann Hould Ward, Licht: Peter Mumford Dirigent: Donald Runnicles,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=231\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[63],"tags":[],"class_list":["post-231","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-new-york-metropolitan-opera"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/231","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=231"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/231\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=231"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=231"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=231"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}