{"id":2270,"date":"2010-12-04T21:47:24","date_gmt":"2010-12-04T20:47:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2270"},"modified":"2010-12-06T21:51:06","modified_gmt":"2010-12-06T20:51:06","slug":"il-barbiere-di-siviglia-mannheim-nationaltheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2270","title":{"rendered":"IL BARBIERE DI SIVIGLIA &#8211; Mannheim, Nationaltheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioacchino Rossini, Oper in zwei Akten, Libretto: Cesare Sterbini nach Pierre Augustin Caron de Beaumarchais<\/p>\n<p>Dirigent: Alois Seidlmeier, Orchester, Herrenchor und Statisterie des Nationaltheater Mannheim<\/p>\n<p>Regie: Monique Wagemakers, B\u00fchne: Dirk Becker, Kost\u00fcme: Andrea Schmidt-Futterer<\/p>\n<p>Solisten: Juhan Tralla (Graf Almaviva), Boris Grappe (Figaro), Thomas Jesatko (Bartolo), Marie-Belle Sandis (Rosina), Radu Cojocariu (Don Basilio), Nikola Diski\u0107 (Fiorillo, Offizier), Katrin Wagner (Marzelline)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 3. Dezember 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Mannheim-Barbiere1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2272\" title=\"Mannheim-Barbiere\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Mannheim-Barbiere1.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Mannheim-Barbiere1.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Mannheim-Barbiere1-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber Sevilla brechen die ersten Sonnenstrahlen herein, als Graf Almaviva ein St\u00e4ndchen f\u00fcr seine Angebetete Rosina anstimmt. Als dieses unbeantwortet bleibt, trifft der Barbier Figaro ein, der durch List und Witz (und vor allem dank der monet\u00e4ren Gratifikation Almavivas!) dem Grafen ein erstes t\u00eate-\u00e0-t\u00eate mit Rosina arrangiert. Denn diese wird rund um die Uhr vom alternden Vormund Doktor Bartolo bewacht, der sie so bald wie m\u00f6glich heiraten will. Als Almaviva f\u00fcr den angeblich kranken Musiklehrer Don Basilio einspringt, kommt es zu ersten Ann\u00e4herungen der Verliebten. Doch Bartolo macht den beiden ein einen Strich durch die Rechnung. Als Konsequenz bestellt Bartolo f\u00fcr dieselbe Nacht einen Notar, um die Verm\u00e4hlung durchzuf\u00fchren. Parallel dazu versuchen Figaro und Almaviva, Rosina zu entf\u00fchren. Beim Anblick des Notars gelingt es jedoch, die Namen des Ehevertrags mit dem des Grafen und Rosinas auszutauschen, bevor Bartolo eingreifen kann. So findet das Paar zusammen. Figaro r\u00fchmt sich seiner Gerissenheit und Bartolo wird sich den Konsequenzen seiner \u00fcbertriebenen Vorsicht bewu\u00dft.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der Zuschauer wird mit einem abwechslungsreichen B\u00fchnenbild im Baukastenprinzip \u00fcberrascht. Es ist in Graut\u00f6nen gehalten und wechselt entsprechend der Szenen zwischen dem Eingang von Bartolos Haus, Rosinas Zimmer mit Balkon und der Innenansicht, Bartolos Studierzimmer und der Eingangshalle. Alle Interieurs sind mit Liebe zum Detail gestaltet. In der Frontalansicht von Rosinas Balkon und ihrem Zimmer wurde nicht vergessen, das Geschehen zeitgleich von Statisten nachzustellen, um durch Schattenspiel hinter den Fenstern einen realen Eindruck zu schaffen. Die Wache am Ende des ersten Aktes erinnert an die sich derzeit in aller Munde befindlichen Blue-Man-Group. Ganz in blau geschminkt und in schwarzen Gew\u00e4ndern liefern sie zu dem Finale ein Pantomimenspiel. Die Figuren sind gut getroffen. Die Kleiderfarben beschr\u00e4nken sich auf schwarz, rot und wei\u00df. Bartolo erscheint als schwerf\u00e4lliger Alter mit grauem Haar, der verkleidete Almaviva hat bei seinem Auftritt zur allgemeinen Erheiterung der Bekleidung seines Pendants Basilio gedacht. Figaro tr\u00e4gt stets einen roten Koffer mit sich, auf dem er zu Beginn noch Platz nimmt. Im Verlauf der Handlung wird dieser immer kleiner und schrumpft gegen Ende auf Taschenformat.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der neue Kapellmeister Alois Seidlmeier gibt der Musik eine individuelle Note. Das Tempo der Ouvert\u00fcre gestaltet er gem\u00e4chlich und verleiht den Holzbl\u00e4sersoli viel Gestaltungsfreiraum. Wo anderweitig gern gestrafft wird, ist hier f\u00fcr Entspannung gesorgt. Daher bleibt ihm auch die Option, in Tempo und Dynamik nach oben hin dramatisieren zu k\u00f6nnen. Rossini klingt nicht mechanisch, vielmehr organisch. <strong>Juhan Tralla<\/strong> (Graf Almaviva) tr\u00e4llert sein St\u00e4ndchen mit seiner leicht klo\u00dfigen Stimme. Hinsichtlich der Textgestaltung k\u00f6nnte man mehr Gr\u00fcndlichkeit erwarten, u.a. das exponierte <em>Lo stral che mi fer\u00ec<\/em> \u2013<em>die Pein, die mich traf<\/em> leidet unter verschluckten Silben. Schade auch, da\u00df <strong>Boris Grappe<\/strong> zu Beginn von Figaros <em>Largo al factotum<\/em> <em>della citt\u00e0 <\/em>\u2013 <em>Macht Platz dem Faktotum der ganzen Stadt<\/em> seinen Text vergi\u00dft. Allerdings steigert sich die sangliche Leistung aller ab dem zweiten Akt deutlich. <strong>Thomas Jesatko<\/strong> gibt singspielerisch einen charakterstarken Don Bartolo, der auch in den Rezitativen seiner Rolle des m\u00fcrrischen Alten nachkommt. <strong>Radu Cojocariu<\/strong> gibt einen rauen, luftdurchwobenen Basilio, dessen Stimme sich gut zum Windhauch seiner Verleumdungsarie gesellt. Leicht blechern, doch mit ausgezeichneter Textverst\u00e4ndlichkeit singt <strong>Katrin Wagner<\/strong> (Marzelline) ihre Arie. Eine bezaubernde Rosina ist <strong>Marie-Belle Sandis<\/strong>, die in vollem Umfang den Belcantoanspr\u00fcchen gerecht wird. In ihrer Auftrittsarie <em>Una voce poco fa \u2013 Eine Stimme<\/em><em> h\u00f6rt ich eben<\/em> schaltet sie bravour\u00f6s zwischen liebevollem M\u00e4dchen und bissiger Schlange. Ihr sattes Bruststimme Timbre kam ihr in diesem Fall sehr zu gute, nicht zu vergessen ihre Virtuosit\u00e4t und Koloratursicherheit.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Es handelt sich um einen abwechslungsreichen, kurzweiligen Opernabend. \u00dcber der akribisch erarbeiteten Musik erstreckt sich eine Inszenierung, die den Kern der Oper begreift und umsetzt, ohne in gro\u00dfem Stil zwanghaft nach verfehlter Aktualisierung zu suchen.<\/p>\n<p>Daniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Christian Kleiner<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: hinten: Boris Grappe (Figaro), Mitte: Radu Cojocariu (Basilio), Thomas Jesatko (Bartolo), Juhan Tralla (Almaviva), Katrin Wagner (Marzelline), sitzend: Marie-Belle Sandis (Rosina)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioacchino Rossini, Oper in zwei Akten, Libretto: Cesare Sterbini nach Pierre Augustin Caron de Beaumarchais Dirigent: Alois Seidlmeier, Orchester, Herrenchor und Statisterie des Nationaltheater Mannheim Regie: Monique Wagemakers, B\u00fchne: Dirk Becker, Kost\u00fcme: Andrea Schmidt-Futterer Solisten: Juhan Tralla (Graf Almaviva),<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2270\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29,1],"tags":[],"class_list":["post-2270","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-mannheim-nationaltheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2270","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2270"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2270\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2274,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2270\/revisions\/2274"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2270"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2270"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2270"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}