{"id":227,"date":"2008-03-16T21:35:46","date_gmt":"2008-03-16T19:35:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=227"},"modified":"2008-03-17T14:57:44","modified_gmt":"2008-03-17T12:57:44","slug":"krefeld-stadttheater-die-verkaufte-braut","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=227","title":{"rendered":"Krefeld, Stadttheater &#8211; DIE VERKAUFTE BRAUT"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Von Bed\u0159ich Smetana, Komische Oper in drei Akten, Libretto: Karel Sabina, Deutsch von Kurt Honolka<br \/>\nUrauff\u00fchrung: 30. Mai 1866 am Interimstheater in Prag<br \/>\nRegie: Fran\u00e7ois de Carpentries, B\u00fchne: Siegfried E. Mayer, Kost\u00fcme: Karine van Hercke<br \/>\nDirigent: Kenneth Duryea, Niederrheinische Sinfoniker, Chor; Krefeld\/M\u00f6nchengladbach, Die Solisten: Christoph Erpenbeck (Kruschina, Bauer), Uta Christina Georg (Ludmilla, seine Frau), Janet Bartolova (Marie, beider Tochter), Matthias Wippich (Tobias Micha, reicher Grundbesitzer), Margriet Schl\u00f6ssels (Hata, seine Frau), Markus Heinrich (Wenzel, beider Sohn), Hans-J\u00fcrgen Sch\u00f6pflin (Hans), Hayk D\u00e8inyan (Kezal), Manfred Feldmann (Zirkusdirektor Springer), Jeannette Wernecke (Esmeralda, T\u00e4nzerin), Jeong-Han Lee (Muss)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 15. M\u00e4rz 2008, Premiere<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"krefeld-die-verkaufte-braut.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/krefeld-die-verkaufte-braut.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"krefeld-die-verkaufte-braut.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/krefeld-die-verkaufte-braut.jpg\" \/><\/a>Marie, die Tochter eines verarmten Bauernpaares, liebt den Knecht Hans, der aus der Fremde zugewandert ist. Sie geloben einander ewige Treue. Maries Eltern hingegen erwarten von Marie, da\u00df sie sich auf dem Kirchweihfest mit Wenzel, Sohn des Gro\u00dfgrundbesitzers Tobias Micha, verlobt. Gemeinsam mit dem Heiratsvermittler Kezal setzen sie einen Ehevertrag auf. Jedoch Marie ist nicht bereit, sich dem Willen ihrer Eltern zu beugen. Sie liebe einen anderen und habe sich mit ihm bereits verlobt.<br \/>\nIm Wirtshaus begegnet Marie ihrem vermeintlichen Br\u00e4utigam Wenzel. Sie erz\u00e4hlt dem leichtgl\u00e4ubigen T\u00f6lpel, ohne sich ihm zu erkennen zu geben, da\u00df seine Braut Marie ihn vergiften wolle. Sie nimmt ihm das Versprechen ab, ihretwegen auf Marie zu verzichten. Gleichzeitig will Kezal Hans seine Braut abkaufen. Zum Entsetzen des Dorfes verkauft er seine Braut f\u00fcr dreihundert Gulden.<br \/>\nBei einem Besuch im Zirkus verliebt sich Wenzel in die T\u00e4nzerin Esmeralda. Da der Darsteller des B\u00e4ren betrunken ist,\u00a0 \u00fcbernimmt der naive Wenzel  dessen Rolle.<br \/>\nDen Verkauf der Braut glaubt Marie\u00a0 erst, als sie den Kaufvertrag sieht. Nun willigt sie doch in die Heirat mit Wenzel ein. Unerwartet treffen Tobias Micha und seine Frau im Dorf ein. Sie l\u00fcften endlich das Geheimnis um Hans\u2019 Herkunft: Er ist der erstgeborene Sohn des Gro\u00dfgrundbesitzers Tobias Micha. Dieser war vor Jahren in die Fremde gezogen. Im \u201eBrautkaufvertrag\u201c stand nur, da\u00df sie den Sohn des Tobias Micha heiraten d\u00fcrfe, welchen,\u00a0 war nicht festgelegt. So konnte Marie sich ihren Br\u00e4utigam frei w\u00e4hlen. Als Vers\u00f6hnungsgeste mit seinem Sohn willigt Tobias Micha in die Verbindung ein und Hans und Marie k\u00f6nnen mit dem ganzen Dorf die letztendlich gl\u00fcckliche Verlobung der verkauften Braut feiern.<br \/>\n<strong>Inszenierung<\/strong><br \/>\nDie Handlung ist ins b\u00e4uerliche Milieu der 1960er Jahre verlegt, was sich insbesondere in der Wahl der Kost\u00fcme widerspiegelt. Viele kleine liebevoll eingesetzte Details peppen das Geschehen vor der Kulisse von Kirchweihfest und Wirtshaus auf: Die Zirkustruppe bietet die neuartige Tupperware feil, das Anwesen Tobias Michas sieht dem Schlo\u00df Neuschwanstein zum Verwechseln \u00e4hnlich. Das B\u00fchnenbild ist auf das Wesentliche reduziert, was durchaus von Vorteil ist, da der Zuschauer nicht durch \u00fcppige Ausstattung vom Handlungsstrang abgelenkt wird. Hervorgehoben seien zudem die \u00fcber das im Libretto vorgesehene Ma\u00df hinausgehenden erheiternden artistischen Darbietungen zu Beginn des dritten Aktes.<br \/>\n<strong>Ausf\u00fchrende<\/strong><br \/>\nDie Liebe zum Detail findet sich auch in der Spielfreude von Ensemble und Chor wieder. Die verkaufte Braut ist keine Oper, in der die S\u00e4nger virtuoses K\u00f6nnen unter Beweis stellen m\u00fcssen, vielmehr ist ausdrucksvolles Spielen gefordert. Allen S\u00e4ngern voran ist <strong>Hans-J\u00fcrgen Sch\u00f6pflin<\/strong> zu nennen, der sowohl mit agiler Stimme als auch mit leidenschaftlichem Spiel den verliebten und gleichzeitig verschmitzten Hans darstellt und damit zeigt, da\u00df er die ihm in der letzten Spielzeit verliehene Auszeichnung der Kritikerumfrage NRW als bester S\u00e4nger nicht nur f\u00fcr ernste Rollen verdient hat, sondern auch in Buffopartien gl\u00e4nzen kann. An seiner Seite scheint <strong>Janet Bartolova<\/strong> mit der Spontaneit\u00e4t ihres Partners manchmal etwas \u00fcberfordert, doch mit Humor f\u00e4ngt sie sich schnell und kann gerade Maries Verzweiflung glaubw\u00fcrdig darstellen. Daneben agiert <strong>Hayk D\u00e8inyan<\/strong> (Kezal) \u00fcberzeugend, allerdings hat er damit zu k\u00e4mpfen, gegen das Orchester anzusingen.<br \/>\nUnter den Nebenrollen sind <strong>Christoph Erpenbeck<\/strong> (Kruschina) und <strong>Markus Heinrich<\/strong> (Wenzel) besonders hervorzuheben, die mit offensichtlicher Begeisterung die Eigenarten ihrer Charaktere betonen. Das Ensemblebild wird durch souver\u00e4ne Leistungen von <strong>Uta Christina Georg<\/strong> (Ludmilla), <strong>Matthias Wippich<\/strong> (Tobias Micha) und <strong>Margriet Schl\u00f6ssels<\/strong> (Hata) in Spiel und Gesang abgerundet.<br \/>\nWie schon so oft erweist sich der Chor der Vereinigten St\u00e4dtischen B\u00fchnen Krefeld und M\u00f6nchengladbach, der f\u00fcr seine Qualit\u00e4t auch \u00fcber die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist, als absolut treffsicher in Ausdruck und Gestaltung und scheut sich auch nicht, die Tanzeinlagen im b\u00f6hmisch-m\u00e4hrischen Stil burlesk darzubieten, statt sie einem Ballettensemble zu \u00fcberlassen.<br \/>\n<strong>Die Niederrheinischen Sinfoniker<\/strong> unter der Leitung von <strong>Kenneth Duryea<\/strong> waren stets bem\u00fcht, Smetanas Vorstellung von folkloristischem Klang gerecht zu werden. Dies gelang am ehesten bei der Begleitung der S\u00e4nger.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nSieht man \u00fcber das streckenweise farblose Orchesterspiel hinweg, so erwartet einen ein am\u00fcsanter Opernabend, der vor allem durch Spiel-, Tanz- und Detailfreude von Ensemble und Chor besticht.<\/p>\n<p>Christine Lauter<\/p>\n<p>Bild: Mattias Stutte<\/p>\n<p>Das Bild zeigt Janet Bartolova (Marie), Hay D\u00e8inyan (Kezal), Uta Christina Georg (Ludmilla) und Christoph Erpenbeck (Kruschina).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Bed\u0159ich Smetana, Komische Oper in drei Akten, Libretto: Karel Sabina, Deutsch von Kurt Honolka Urauff\u00fchrung: 30. Mai 1866 am Interimstheater in Prag Regie: Fran\u00e7ois de Carpentries, B\u00fchne: Siegfried E. 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