{"id":2264,"date":"2010-12-01T22:27:30","date_gmt":"2010-12-01T21:27:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2264"},"modified":"2014-05-26T08:34:27","modified_gmt":"2014-05-26T07:34:27","slug":"im-weissen-rossl-berlin-komische-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2264","title":{"rendered":"IM WEISSEN R\u00d6SSL &#8211; Berlin, Komische Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Ralph Benatzky (1884-1957),Singspiel in 3 Akten, Libretto: Hans M\u00fcller und Erik Charell, UA: 8. November 1930 Schauspielhaus Berlin<\/p>\n<p>Regie: Sebastian Baumgarten, B\u00fchne: Janina Audick, Kost\u00fcme: Nina Kroschinske<\/p>\n<p>Dirigent: Koen Schoots, Orchester und Chorsolisten der Komischen Oper Berlin, BVG-Orchester Berlin, Daniel Regenberg (Pianist)<\/p>\n<p>Solisten: Dagmar Manzel (Josepha Vogelhuber), Max Hopp (Zahlkellner Leopold), Dieter Montag (Fabrikant Giesecke), Kathrin Angerer (Ottilie Giesecke), Christoph Sp\u00e4th (Rechtsanwalt Siedler), Peter Renz (Sigismund S\u00fclzheimer), Mirka Wagner (Kathi)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 28. November 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/KO-Wei\u00dfen-R\u00f6\u00dfl.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2265\" title=\"KO-Wei\u00dfen-R\u00f6\u00dfl\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/KO-Wei\u00dfen-R\u00f6\u00dfl.gif\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/KO-Wei\u00dfen-R\u00f6\u00dfl.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/KO-Wei\u00dfen-R\u00f6\u00dfl-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Zur Sch\u00fctzenfestsaison wird das Wirtshaus \u201eWei\u00dfes R\u00f6\u00dfl\u201c am Wolfgangsee zu einem emotional hoch belebten Schauplatz: Neben Rechtsanwalt Siedler &#8211; dem heimlichen Schwarm von Wirtin Josepha, die ihrerseits vom Zahlkellner Leopold gl\u00fchend verehrt wird, wollen auch Textilfabrikant Giesecke samt Tochter Ottilie, Sigismund S\u00fclzheimer und Prof. Hinzelmann mit seiner Tochter Kl\u00e4rchen entspannte Urlaubstage in der Natur verbringen. Zu dumm nur, da\u00df Leopolds Eifersucht und Gieseckes Unmut \u00fcber die Anwesenheit des Sohnes seines beruflichen Kontrahenten S\u00fclzheimer samt dessen Anwalt Siedler die ersehnte Urlaubsentspannung in weite Ferne r\u00fccken lassen. Doch Siedlers Avancen gegen\u00fcber Gieseckes Tochter lassen in Leopold wieder Hoffnung auf eine Verbindung mit Josepha aufflammen, die leider nach wie vor nichts von ihm wissen will. Inzwischen bandeln neben Siedler und Ottilie auch S\u00fclzheimer und Kl\u00e4rchen miteinander an. Giesecke verspricht Siedler seinen Segen zur Verlobung, sollte dieser ihn im Patentsprozess gegen S\u00fclzheimer unterst\u00fctzen. Leopolds Liebesleid hingegen bricht ausgerechnet bei der Ankunft des Kaisers \u00f6ffentlich hervor. Erst nach einigem Hin und Her ringt sich Josepha schlie\u00dflich dazu durch, seine Liebe zu erh\u00f6ren und f\u00fchrt so das Singspiel mit einer dreifachen Hochzeit doch noch zu einem gl\u00fccklichen Ende.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild des \u201eWei\u00dfen R\u00f6\u00dfl\u201c gestaltete sich auf traditionelle Weise: Beginnend mit einer Projektion, die das Durchbl\u00e4ttern eines alten Fotoalbums simuliert, spielte sich das gesamte B\u00fchnengeschehen in einem typisch \u00f6sterreichischen Berglandhaus vor einer malerischen Wald- und Wiesenlandschaft ab, die von Requisiten wie Lebkuchenherzen oder einem gro\u00dfen Heuberg vor dem Haus in passender Weise unterstrichen wurde. Auch die Kost\u00fcmwahl und Ausstattung des Abends war dem konventionell-l\u00e4ndlichen Stil bis ins Detail angeglichen. So h\u00fcllten sich die einheimischen Damen von der Postbotin bis hin zur R\u00f6\u00dflwirtin in verschiedene Trachtenkleider, Fr\u00e4ulein Ottilie und Kl\u00e4rchen hingegen in die neusten Variationen st\u00e4dtischer Mode. Auch die Herren fielen dem gegen\u00fcber keinesfalls aus dem Rahmen: Neben Leopold im Frack standen Giesecke, Siedler und S\u00fclzheimer in verschiedenen Anzug- und Freizeitkleidungskombinationen ganz im Stile der 1930er Jahre.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Allen voran<strong> <\/strong>\u00fcberzeugte<strong> Max Hopp<\/strong> sowohl s\u00e4ngerisch als auch schauspielerisch in der Rolle des Zahlkellners Leopold: Seinen Gesang kennzeichnete Kontrastreichtum in Artikulation und Dynamik, was sich besonders in Liedern wie <em>Aber meine Herrschaften<\/em> (1. Akt) zeigte. Daneben stand Hopps mimische und gestische Schauspielleistung, die besonders in komischen und pantomimischen Darstellungen ihre spezielle W\u00fcrze zeigte. Sowohl <strong>Kathrin Angerer<\/strong> (Ottilie Giesecke) als auch <strong>Christoph Sp\u00e4th<\/strong> (Rechtsanwalt Siedler) pr\u00e4sentierten sich mit intonationsreinen, klaren Stimmen, die sich aber leider in St\u00fccken wie dem Duett <em>Die ganze Welt ist himmelblau<\/em> (1. Akt) nicht \u00fcber den Orchesterklang hinwegzusetzen vermochten. <strong>Peter Renz <\/strong>versah seine Rolle als Sigismund S\u00fclzheimer mit angemessenem darstellerischen Charme und bem\u00fchte sich gesanglich um eine differenzierte Artikulation, was jedoch eine deutliche Tempodifferenz zum Orchester in <em>Was kann der Sigismund daf\u00fcr, da\u00df er so sch\u00f6n ist<\/em> (2. Akt) nicht vertuschen konnte. <strong>Dieter Montag<\/strong> bestritt seinen kauzigen Part als Fabrikant Giesecke mit ebenso erfrischender Originalit\u00e4t und Komik wie <strong>Dagmar Manzel<\/strong> als R\u00f6\u00dflwirtin Josepha Vogelhuber, die zus\u00e4tzlich ihre Gesangseinlagen wie <em>Im wei\u00dfen R\u00f6\u00dfl am Wolfgangsee<\/em> (1. Akt) mit volkstonhafter und dialektischer Authentizit\u00e4t versah. Unbedingt zu erw\u00e4hnen bleiben <strong>Mirka Wagner<\/strong>, die als Brieftr\u00e4gerin Kathi trotz kurzer Auftritte \u2013 z.B. mit ihrer \u201eJodeleinleitung\u201c im 1. Akt &#8211; mit einer brillanten und volumin\u00f6sen Stimme bis in die h\u00f6chsten Lagen gl\u00e4nzte und Pianist <strong>Daniel Regenberg<\/strong>, dessen handlungskommentierendes Spiel sich wie angegossen an die Pantomimen und mimischen Darstellungen der S\u00e4nger schmiegte. <strong>Koen Schoots <\/strong>f\u00fchrte das <strong>Orchester der Komischen Oper Berlin<\/strong> mit solider Klanglichkeit durch den Abend, der an einigen Stellen etwas mehr von der W\u00fcrze und dem Witz der S\u00e4nger vertragen h\u00e4tte, folkloristische und romantische Stellen jedoch stets mit dem richtigen Ton versah.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein am\u00fcsanter und unterhaltsamer Abend in gef\u00e4lligem Stil, dem zu keiner Zeit Witz oder Leichtigkeit fehlte, was das Publikum mit Zwischenapplaus und begeistertem Beifall am Ende honorierte.<\/p>\n<p>Friederike Jurth<\/p>\n<p>Bild: Iko Freese\/<a href=\"http:\/\/drama-berlin.de\">drama-berlin.de<\/a><\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Dieter Montag (Wilhelm Giesecke (Fabrikant)), Dagmar Manzel (Josepha Vogelhuber)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Ralph Benatzky (1884-1957),Singspiel in 3 Akten, Libretto: Hans M\u00fcller und Erik Charell, UA: 8. 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