{"id":2260,"date":"2010-11-27T22:20:07","date_gmt":"2010-11-27T21:20:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2260"},"modified":"2010-12-01T22:23:06","modified_gmt":"2010-12-01T21:23:06","slug":"die-zauberflote-gera-buhnen-der-stadt-gera","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2260","title":{"rendered":"DIE ZAUBERFL\u00d6TE &#8211; Gera, B\u00fchnen der Stadt Gera"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Singspiel in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Emanuel Schikanender, UA 30. September 1791, Theater auf der Wieden, Wien<\/p>\n<p>Regie: Ansgar Weigner; B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Duncan Hayler, Chorleitung: Ueli H\u00e4sler<\/p>\n<p>Dirigent: Howard Arman; Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera, Opernchor von Theater&amp;Philharmonie Th\u00fcringen<\/p>\n<p>Solisten: Julia Sophie Wagner (K\u00f6nigin der Nacht), Stephan Klemm (Sarastro), Hanna-Elisabeth M\u00fcller (Pamina), Markus Brutscher (Tamino), Teruhiko Komori (Sprecher), Jule Rosalie Vortisch (1. Dame), Marie-Luise Dre\u00dfen, Stina Levvel (2. Dame), Christina Bock (3. Dame), Stefan Zenkl (Papageno), Katrin Strocka (Papagena), Peter Paul Haller (Monostatos) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung:\u00a0 26. November 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Gera-Zauberfl\u00f6te.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2261\" title=\"Gera-Zauberfl\u00f6te\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Gera-Zauberfl\u00f6te.gif\" alt=\"\" width=\"234\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Gera-Zauberfl\u00f6te.gif 234w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Gera-Zauberfl\u00f6te-200x300.gif 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 234px) 100vw, 234px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Prinz Tamino verliebt sich in das Bildnis der sch\u00f6nen Pamina, Tochter der K\u00f6nigin der Nacht. Er bricht mit Papageno, dem Vogelf\u00e4nger der K\u00f6nigin auf, um Pamina aus der Gefangenschaft Sarastros zu retten. Die K\u00f6nigin \u00fcbergibt Tamino eine Zauberfl\u00f6te und Papageno ein magisches Glockenspiel, die bei Gefahr Hilfe leisten sollen. Tamino und Papageno finden den Palast Sarastros und erfahren dort, da\u00df der Priester Pamina geraubt hat, um sie dem schlechten Einflu\u00df ihrer Mutter zu entziehen. Auf vielfache Weise werden Tamino und Papageno auf die Probe gestellt, bis schlie\u00dflich das Gute siegt. Auch Papageno findet endlich ein zu ihm passendes Weibchen, Papagena und Tamino darf mit\u00a0 Pamina zusammen sein. Die K\u00f6nigin der Nacht verliert ihre Macht und wird durch Blitz und Donner vertrieben.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Schon w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre hebt sich in Gera der Vorhang. Durch eine Videoprojektion der Erde aus Sicht des Weltalls wird dem Zuschauer klargemacht, da\u00df die folgende Handlung irgendwo auf unserem Heimatplaneten stattfindet. Auch die Projektionsleinwand entschwindet und gibt den Blick frei auf eine verschneite Berglandschaft mit Schweizer Flagge, der Terrasse eines rustikalen Berghotels, auf welcher sich anscheinend Sanatoriumsg\u00e4ste \u00e0 la <em>Zauberberg <\/em>von Thomas Mann in wei\u00dfen Pelzm\u00e4nteln die Sonne genie\u00dfen. Pl\u00f6tzlich verschwindet aber einer der G\u00e4ste, in dem er durch seinen Liegestuhl regelrecht hindurch f\u00e4llt. Der erste Akt beginnt nun unter dem Liegestuhl. Der Gast entpuppt sich als Prinz Tamino, welcher durch den R\u00fcssel eines Staubsaugers als Versinnbildlichung der Schlange attackiert wird. Doch die drei Damen vom Kaffeekr\u00e4nzchen der Hotelterrasse eilen zu Hilfe. Alle Charaktere der Oper, welche zuvor schon in der Alpenszenerie zu sehen waren, erscheinen nun in ihren eigentlichen Rollen der M\u00e4rchenoper. Doch wird schnell klar, da\u00df alles nur ein wirrer Traum zu sein scheint. W\u00e4hrend Tamino und Pamina in schlichten wei\u00dfen Kost\u00fcmen die Reinheit verk\u00f6rpern, tragen die Priester Sarastros bodenlange blaue Gew\u00e4nder mit goldenen Kragen, wobei eine Schulter wie bei buddhistischen M\u00f6nchen nackt bleibt. Die K\u00f6nigin der Nacht erscheint in ihrer Auftrittsarie auf einem meterhohen Gestell unter ihrem schwarzen Kleid mit k\u00fcnstlich verl\u00e4ngerten Armen. In der Rachearie schwebt sie sogar gespenstisch \u00fcber die B\u00fchne. In fast jeder Szene wechselt die B\u00fchnenausstattung durch verschiedene Himmelsansichten, beweglichen, fahrbaren kleinen und gro\u00dfen Wolken sowie einem drehbaren halben Berg. Doch am Ende der Oper sieht man den Hotelgast wieder in seinem Liegestuhl schlafen. Er erwacht aus einem Traum und stellt dem Publikum jene Frage, die auch Tamino zu Beginn der Oper in den Raum wirft: <em>Wo bin ich?.<\/em><\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Mit subtiler Transparenz pr\u00e4sentierte sich das <strong>Philharmonische Orchester Altenburg-Gera<\/strong> unter der Leitung von <strong>Howard Arman<\/strong> in der Ouvert\u00fcre. Auch im Anschlu\u00df unterst\u00fctzt es die S\u00e4nger souver\u00e4n ohne dabei den Gesang zu dominieren, aber auch ohne v\u00f6llig in den Hintergrund zu treten. <strong>Markus Brutscher<\/strong> (Tamino), wie auch alle anderen Ensemblemitglieder begl\u00fcckten die Zuh\u00f6rer durch eine besonders gute Textverst\u00e4ndlichkeit, welche keiner zus\u00e4tzlichen \u00dcbertitelung ben\u00f6tigte. Seine Darstellung des leicht zu beeinflussenden Prinzen hingegen blieb trotz gelegentlichem Witz eher ohne Tiefe; die s\u00e4ngerische Leistung, zun\u00e4chst etwas gest\u00f6rt durch Ausgleichsschwierigkeiten von tiefen zu h\u00f6heren Partien, \u00fcberzeugte erst nach der Pause. Als eine wahre Offenbarung sowohl im Ausdruck als auch stimmlich hingegen erwies sich der elektrisierende Sopran von <strong>Hanna-Elisabeth M\u00fcller<\/strong> (Pamina). Besonderer musikalischer H\u00f6hepunkt des Abends war ihre klagende Arie <em>Ach ich f\u00fchl\u2019s<\/em>. Mit \u00fcberraschender Dramatik und ungew\u00f6hnlicher Spannung konnte sie mit Unbeschwertheit auch die leisen, gleichzeitig hohen Momente, auskosten. Die Auftritt von <strong>Julia Sophie Wagner<\/strong> (K\u00f6nigin) waren zwar wirkungsvoll in Szene gesetzt, doch konnten ihre teilweise angestrengten Koloraturen und ihr Stimmvolumen, eventuell bedingt durch die Inszenierung, nicht den Erwartungen entsprechen. <strong>Stephan Klemm<\/strong> sang souver\u00e4n den Sarastro, allerdings ohne dem schwarzen Ba\u00df der Figur vollst\u00e4ndig gerecht zu werden. Mit ausgelassenem Witz und geschmeidigem Bariton nahm <strong>Stefan Zenkl<\/strong> als Papageno das Publikum f\u00fcr sich ein.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Mit intelligentem Witz und p\u00e4dagogischem Ansatz nimmt die Geraer <em>Zauberfl\u00f6te<\/em> ihre Freimaurerdoppelb\u00f6digkeit ohne dabei zur reinen M\u00e4rchenoper abzudriften. Somit entsteht ein leichtf\u00fc\u00dfiges Opernvergn\u00fcgen f\u00fcr Jung und Alt, Kenner und Liebhaber. Der sehr ausdauernde Applaus des Premierenpublikums w\u00fcrdigte diesen weitern musikalischen Ohrenschmaus unter dem leider kurzen Intermezzo von GMD Howard Arman.<\/p>\n<p>Josephin Wietschel<\/p>\n<p>Bild: Stephan Walzl<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Julia Sophie Wagner (K\u00f6nigin) verlangt von Hanna-Elisabeth M\u00fcller (Pamina) Rache an Stephan Klemm (Sarastro) zu \u00fcben<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Singspiel in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Emanuel Schikanender, UA 30. 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