{"id":2250,"date":"2010-11-28T22:35:27","date_gmt":"2010-11-28T21:35:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2250"},"modified":"2011-02-21T09:58:48","modified_gmt":"2011-02-21T08:58:48","slug":"adriana-lecouvreur-freiburg-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2250","title":{"rendered":"ADRIANA LECOUVREUR &#8211; Freiburg, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Oper von Francesco Cilea (1866-1950), Libretto: Arturo Colautti, UA: 1902, Mailand, Teatro Lirico<\/p>\n<p>Regie: Joan Anton Rechi, B\u00fchne: Alfons Flores, Kost\u00fcme: Moritz Junge, Licht: Michael Philipp, Dramaturgie: Dominica Volkert<\/p>\n<p>Dirigent: Johannes Knapp, Orchester: Philharmonisches Orchester Freiburg, Opernchor des Theater Freiburg, Choreinstudierung: Bernhard Moncado, Solisten: Rossella Ragatzu (Adriana Lecouvreur), Germ\u00e1n Villar (Mauricio Graf von Sachsen), Anja Jung (F\u00fcrstin von Bouillon), Jin Seok Lee (F\u00fcrst von Bouillon), Juan Orozco (Michonnet), Christoph Waltle (Abb\u00e9 de Chazeuil), Lini Gong (Jouvenot), Sally Wilson (Dangeville), J\u00f6rg Golombek (Poisson), Alejandro L\u00e1rraga Schleske (Quinault)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 27. November 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Freiburg-A-Lecouvreur.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2251\" title=\"Freiburg-A-Lecouvreur\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Freiburg-A-Lecouvreur.gif\" alt=\"\" width=\"234\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Freiburg-A-Lecouvreur.gif 234w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Freiburg-A-Lecouvreur-200x300.gif 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 234px) 100vw, 234px\" \/><\/a>Kurznhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die ber\u00fchmte Schauspielerin Adriana Lecouvreur ist in den jungen Soldaten Mauricio verliebt. Dieser entpuppt sich bald als der gesellschaftlich h\u00f6her stehende Graf von Sachsen, mit dem die F\u00fcrstin von Bouillon eine Aff\u00e4re hat, was der F\u00fcrst von Bouillon vermutet. Um den Graf und die F\u00fcrstin im Zuge einer Feier zu \u00fcberf\u00fchren, l\u00e4dt der Graf auch das Schauspielensemble um Adriana in seine Villa ein. Dort treffen aber stattdessen die F\u00fcrstin und Adriana aufeinander, die sich beide prompt gegenseitig als Geliebte des Grafen verd\u00e4chtigen. Bei einem weiteren Fest versuchen sich Adriana und die F\u00fcrstin \u00a0gegenseitig vor versammelter Gesellschaft blo\u00dfzustellen. Die F\u00fcrstin, zwar von Adriana enttarnt, triumphiert jedoch aufgrund ihrer h\u00f6heren Stellung. Als Adriana bald darauf tief gekr\u00e4nkt zum Geburtstag einen Strau\u00df Blumen empf\u00e4ngt, entpuppt sicher dieser als von der F\u00fcrstin vergiftet. Sterbend sinkt Adriana in die Arme des herbeigeeilten Grafen, der nur sie liebt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenzentrum bildet ein sich nach hinten verengender roter Kasten in Form eines Theaters auf dem Theater. W\u00e4nde und Decke des Kastens werden im Verlauf der vier Akte nach und nach entfernt, so da\u00df am Ende nur noch eine von Leere umgebene Rampe \u00fcbrigbleibt, als Symbol f\u00fcr Adrianas zerst\u00f6rte K\u00fcnstlerexistenz. Zu den Schlu\u00dfakten senkt sich ein aus Gl\u00fchbirnen bestehender \u00fcberdimensionaler Rahmen \u00fcber die Szene, wie er zu Beginn der Auff\u00fchrung in normaler Gr\u00f6\u00dfe um einen Garderobenspiegel h\u00e4ngt. Dadurch wird nicht nur auf ein zentrales Thema der Oper, das Leben im Rampenlicht hingewiesen, sondern auch auf die Inszenierung von Adrianas Tod, den Tod einer Diva. Gemahnen die historischen Kost\u00fcme im ersten Akt an die Zeit, in der die Handlung angesiedelt ist (erste H\u00e4lfte des 17. Jahrhunderts) wirken diese sp\u00e4ter wie aus dem 20. Jahrhundert. Insgesamt erscheint das Wirken der Regie eher unauff\u00e4llig. Bis auf einzelne Ideen, wie die zeitlupenhaften Bewegungen der Darsteller w\u00e4hrend der Ballszene, wirkt die Auff\u00fchrung so, als h\u00e4tte man sich nicht zwischen Abstraktion und Texttreue entscheiden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die ganz gro\u00dfe italienische Oper, das intensive klingende Melodram, wie man es erwartet hatte, blieb an diesem Premierenabend eher au\u00dfen vor. Daf\u00fcr aber gab es eine solide Darbietung aller Beteiligten. <strong>Germ\u00e1n Villar <\/strong>gelangen als Mauricio Graf von Sachsen in der Mittellage viele sch\u00f6ne T\u00f6ne, in der H\u00f6he aber klang sein Tenor gepre\u00dft und weniger tragf\u00e4hig, so da\u00df\u00a0 <strong>Rossella Ragatzu<\/strong> in der weiblichen Hauptrolle mehr \u00fcberzeugte. Wie bereits in der vergangenen Saison als Tosca gl\u00e4nzte die Sardinierin schauspielerisch und stimmlich. Lang ausgehaltene T\u00f6ne versah sie mit einer ganzen Palette unterschiedlicher Farbschattierungen. Ihr Ton drang bis in die letzten Reihen. <strong>Anja Jung<\/strong> fehlte es als F\u00fcrstin von Bouillon vielleicht etwas an Italianit\u00e0, gleichwohl \u00fcbertraf sie ihre Konkurrentin in dramatischem Gestus und Stimmvolumen. F\u00fcr den n\u00f6tigen kom\u00f6diantischen Beigeschmack sorgte als Michonnett gekonnt <strong>Juan Orozco<\/strong>. <strong>Jin Seok Lee<\/strong> als kraftvoll auftretender F\u00fcrst von Bouillon und <strong>Christoph Waltle <\/strong>als intriganter<strong> <\/strong>Abb\u00e9 de Chazeuil konnten ebenfalls f\u00fcr sich einnehmen. Dem <strong>philharmonischen Orchester Freiburg <\/strong>unter der Leitung von <strong>Johannes Knapp<\/strong> unterlief hingegen der eine oder andere intonatorische Wackler. Insbesondere den hohen Streichern gelangen nicht alle T\u00f6ne. Auch wenn die Balance zwischen Orchestergraben und B\u00fchne ansonsten immer stimmte, an melodischer Raffinesse und klanglicher Kompaktheit h\u00e4tte man mehr erwarten d\u00fcrfen. Der <strong>Opernchor des Theater Freiburg <\/strong>hinterlie\u00df als Ballgesellschaft dagegen einen geschlosseneren Eindruck.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Insgesamt kam dieser Premierenabend nicht \u00fcber ein solides Niveau hinaus. Gleichwohl gab es vom Publikum herzlichen und anhaltenden Jubel, auch f\u00fcr die Regie. Zudem durfte man nach \u00fcber einhundert Jahren die allererste Auff\u00fchrung von Cileas bekanntester Oper in Freiburg erleben.<\/p>\n<p>Aron Sayed<\/p>\n<p>Bild: Maurice Korbel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: links Rossella Ragatzu (Adriana), 2. von links Lini Gong (Jouvenot)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oper von Francesco Cilea (1866-1950), Libretto: Arturo Colautti, UA: 1902, Mailand, Teatro Lirico Regie: Joan Anton Rechi, B\u00fchne: Alfons Flores, Kost\u00fcme: Moritz Junge, Licht: Michael Philipp, Dramaturgie: Dominica Volkert Dirigent: Johannes Knapp, Orchester: Philharmonisches Orchester Freiburg, Opernchor des Theater Freiburg,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2250\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[82,1],"tags":[],"class_list":["post-2250","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-freiburg-theater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2250","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2250"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2250\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2542,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2250\/revisions\/2542"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2250"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2250"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2250"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}