{"id":2239,"date":"2010-11-07T21:53:35","date_gmt":"2010-11-07T20:53:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2239"},"modified":"2010-11-23T22:17:58","modified_gmt":"2010-11-23T21:17:58","slug":"l%e2%80%99elisir-d%e2%80%99amore-%e2%80%93-der-liebestrank-venedig-teatro-la-fenice","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2239","title":{"rendered":"L\u2019ELISIR D\u2019AMORE \u2013 DER LIEBESTRANK &#8211; Venedig, Teatro La Fenice"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Melodramma giocosa in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Felice Romani nach Le Philtre von Eug\u00e8ne Scribe, UA: 12. Mai 1832 Mailand, Teatro della Canobbiana<\/p>\n<p>Regie: Bepi Morassi, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Gianmaurizio Fercioni, Licht: Vilmo Furian<\/p>\n<p>Dirigent: Matteo Beltrami, Orchester und Chor des Teatro La Fenice, Choreinstudierung: Claudio Marino Moretti<em>)<\/em><\/p>\n<p>Choreographie: Barbara Pessina<\/p>\n<p>Solisten: Beatriz D\u00edaz (Adina), Enrico Iviglia (Nemorino), Marco Filippo Romano (Belcore), Elia Fabbian (Dulcamara), Oriana Kurteshi (Giannetta)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 6. November 2010<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Venedig-Liebestrank.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2240\" title=\"Venedig-Liebestrank\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Venedig-Liebestrank.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"230\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Venedig-Liebestrank.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Venedig-Liebestrank-300x197.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der arme Nemorino liebt die sch\u00f6ne reiche Bauernhofbesitzerin Adina, hat aber mit seiner geringen Bildung kaum eine Chance, Adina zur Frau zu bekommen. Als dann ein Regiment Soldaten mit ihrem Anf\u00fchrer Belcore erscheint, macht dieser Adina den Hof, die scheinbar auf seine Heiratsabsicht eingeht. Beim gerade im Dorf aufkreuzenden Medizinmann Dulcamara kauft Nemorino ein Liebeselixier, um Adina doch zu gewinnen. Als die erste Flasche nicht ihre gew\u00fcnschte Wirkung zeigt, verdingt er sich bei Belcore als Soldat, um das Geld f\u00fcr einen zweiten Liebetrank zu bekommen. Dar\u00fcber ist Adina so beeindruckt, da\u00df sie ihm ihre heimliche Liebe gesteht und ihn schlie\u00dflich heiratet.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Zu Opernbeginn sitzen zahlreiche M\u00e4nner und Frauen an langen Holztischen. Adinas Bauernhaus ist schemenhaft im Hintergrund aufgebaut. Beim Erscheinen von Belcore mit seinen Soldaten in blau-roten Uniformen und wei\u00dfen Hosen ist eine riesige Kanone dabei, die auch einmal mit viel Qualm abgefeuert wird. Dulcamara erscheint auf einem gro\u00dfen Wagen (s. unsere Abb.). Schlie\u00dflich zeigt man noch in einem scheunen\u00e4hnlichen Saal eine gro\u00dfe Hochzeitstafel und zum Schlu\u00df die festlich gekleidete Adina mit ihrem Nemorino. Die B\u00fchnenbilder entsprachen den im Libretto vorgeschriebenen Szenenwechseln.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das <strong>Orchester <\/strong>unter der Leitung von <strong>Matteo<\/strong> <strong>Beltrami<\/strong> spielt die schmissige Musik mit viel Energie und rhythmischer Genauigkeit. Leider verschwinden die S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger allzu oft unter den Klangmassen. <strong>Elia Fabbian<\/strong> (Dulcamara) hat darunter am wenigsten zu leiden, denn sein m\u00e4chtiger Ba\u00df kann die Orchestermassen m\u00fchelos \u00fcbert\u00f6nen. Sehr gut gelingt dem Orchester der t\u00e4nzerisch, muntere Auftakt beim Erscheinen der Soldaten.<\/p>\n<p><strong>Marco Filippo Romano<\/strong> (Belcore) singt mit gro\u00dfer Energie seine Auftrittsarie: <em>Come Paride vezzoso \u2013 so wie der sch\u00f6ne Paris<\/em>, erg\u00e4nzt vom rhythmisch genau singendem <strong>Chor<\/strong>, wor\u00fcber die klare Sopranstimme von <strong>Oriana Kurteshi<\/strong> (Giannetta) h\u00f6rbar ist. W\u00e4hrend Romanos Stimme in den h\u00f6heren T\u00f6nen klar und schlank ist, ist der Ansatz in der mittleren Lage ein wenig zu breit. Aber seine starke B\u00fchnenpr\u00e4senz gleicht auch einige Intonationstr\u00fcbungen gl\u00e4nzend aus.<\/p>\n<p><strong>Enrico Iviglias<\/strong> (Nemorino) klare Tenorstimme wird durch sein dauerndes Vibrato, das auch manchmal in ein Tremolo abgleitet, beeintr\u00e4chtigt, obwohl er genau intoniert, auch mit Geschmack die Schwellt\u00f6ne (mezza voce) einsetzt und in den Koloraturen rhythmische Genauigkeit zeigt. Beim ber\u00fchmten <em>Una furtiva lacrima \u2013 eine verstohlene Tr\u00e4ne<\/em> bekommt er ausgedehnten Beifall. In den Duette zusammen mit Beatriz D\u00edaz (Adina) macht er eine gute Figur und ist dort zuweilen der bessere S\u00e4nger. Sehr gut ist die Gestaltung, gesanglich und schauspielerisch in der Szene, in der sich die Dorfm\u00e4dchen Nemorino zum Tanz anbieten. Die Einheit von Chor- und Einzelstimmen (von Beatriz D\u00edaz und Enrico Iviglia) sind gut dabei gegeneinander abgewogen. <strong>Beatriz D\u00edaz<\/strong> (Adina) hat nicht nur die Hauptrolle hinsichtlich des Handlungsablaufs, sondern mit ihrer Gesangsleistung steht und f\u00e4llt die Auff\u00fchrung dieser Oper. Insgesamt ist ihre Leistung gut. Aber ihre mittleren T\u00f6ne nimmt sie leider oft allzu breit, ja zu kehlig. Besonders f\u00e4llt in ihrer Arie: <em>Prendi per me sei libero \u2013 nimm, durch mich bist du frei <\/em>das zu starke<em> <\/em>Forcieren in der h\u00f6heren Stimmlage auf, sie trifft hier die T\u00f6ne genau (was ihr nicht in allen Ges\u00e4ngen gelingt) und der Koloraturverlauf ist annehmbar. Doch ihre Atemtechnik l\u00e4\u00dft sie etwas bei l\u00e4ngeren L\u00e4ufen im Stich, so bei den herrlichen, aufsteigenden Triolenketten <em>Il mio rigor dimentica \u2013 vergi\u00df meine H\u00e4rte<\/em> im letzten Teil dieser Schlu\u00dfarie. Die Stimmeneinw\u00fcrfe von Enrico Iviglia konnte ich nicht ausmachen. Allerdings wird w\u00e4hrend der ganzen Auff\u00fchrung die Kabaletta (schneller Schlu\u00df) h\u00e4ufig weggelassen. Dadurch geraten nicht nur die Proportionen aus dem Gleichgewicht, sondern es fehlen vor allem die \u00fcberw\u00e4ltigenden Schlu\u00dfsteigerungen.<\/p>\n<p>Zum Schlu\u00df gibt\u2019s ein \u00dcberraschungscoup: f\u00fcr das Vaudeville <em>Ei corregge ogni difetto \u2013 er heilt alle Gebrechen<\/em> erscheint Elia Fabbian mit hochaufget\u00fcrmten Dulcamara-Haaren inmitten des Parketts, wo er mit seiner m\u00e4chtigen Ba\u00dfstimme die Zuschauer fast zum Mitsingen stimuliert.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00e4u\u00dferst farbenfrohen B\u00fchnenbilder, die zeitgem\u00e4\u00dfen bunten Kost\u00fcme und die gekonnte Personenf\u00fchrung sowie das energiegeladene Singen mit der (vielleicht allzu) frischen Orchesterbegleitung veranlassen einen ausgedehnten Applaus zum Ende dieser gar nicht so heiteren Oper.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Michele Crosera<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Elia Fabbian (Dulcamara) verkauft sein Liebeselixier an Dorfbewohnern<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Melodramma giocosa in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Felice Romani nach Le Philtre von Eug\u00e8ne Scribe, UA: 12. 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