{"id":2219,"date":"2010-11-15T14:57:53","date_gmt":"2010-11-15T13:57:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2219"},"modified":"2010-11-22T15:02:11","modified_gmt":"2010-11-22T14:02:11","slug":"guillaume-tell-%e2%80%93-wilhelm-tell-zurich-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2219","title":{"rendered":"GUILLAUME TELL \u2013 WILHELM TELL &#8211; Z\u00fcrich, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Oper in vier Akten, Libretto: Victor-Joseph Etienne und Hippolyte Louis Florent Bis nach dem Schauspiel <em>Wilhelm Tell<\/em> von Friedrich Schiller, UA: 3. August 1829, Paris<\/p>\n<p>Regie: Adrian Marthaler, B\u00fchne: Adrian Marthaler\/J\u00f6rg Zielinski, Kost\u00fcme: Marcel Keller, Licht: Elfried Roller<\/p>\n<p>Dirigent: Gianluigi Gelmetti, Orchester und Chor der Oper Z\u00fcrich, Choreinstudierung: Ernst Raffelsberger<\/p>\n<p>Solisten: Michele Pertusi (Guillaume Tell), Antonino Siragusa (Arnold), Eva Mei (Mathilde), Reinhard Mayr (Walter Furst), Pavel Daniluk (Melchthal), Martina Jankov\u00e1 (Jenny), Wiebke Lehmkuhl (Hedwige), George Humphreys (Leuthold), Alfred Muff (Gessler), Domenico Menini (Ruedi) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 13. November 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Z\u00fcrich-W_Tell.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2220\" title=\"Z\u00fcrich-W_Tell\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Z\u00fcrich-W_Tell.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"215\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Z\u00fcrich-W_Tell.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Z\u00fcrich-W_Tell-300x184.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong>W\u00e4hrend eines Hirtenfestes sollen drei Paare getraut werden. Arnold z\u00f6gert mit der Heirat, denn er ist in die Habsburger Prinzessin Mathilde verliebt. Doch als einfachem Schweizer sind ihm da Schranken gesetzt. Es kommt zum Aufruhr gegen die Gewaltherrschaft des Landvogts Gessler. Arnold f\u00fchrt den Kampf an, nachdem sein Vater von Gessler ermordet worden war. Als der Landvogt das Volk dem\u00fctigt, widersetzen sich Wilhelm Tell. Gessler zwingt Tell einen Apfel vom Kopf des Kindes zu schie\u00dfen, doch auch danach bleibt er in Haft. Gessler wird schlie\u00dflich durch einen Armbrustpfeil des Tell sterben. Das Volk feiert den Sieg \u00fcber die Tyrannei.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Die B\u00fchne ist in leuchtenden Farben \u00e4u\u00dferst naturalistisch eingerichtet. Der erste Eindruck l\u00f6st im Publikum ein heiteres Lachen aus. Die gr\u00fcne Wiese sieht so aus wie jeder Wanderer in der Schweizer Landschaft sie heute antreffen kann: eine herrliche Aussicht auf die Berge, stabile rote Holzb\u00e4nke, Abfallk\u00f6rbe, Wegweiser, gr\u00fcne Beh\u00e4lter f\u00fcr Hundekot. Dank der vielen Statisten entsteht ein lebendiges Bild. Sp\u00e4ter verwandelt sich die B\u00fchne in einen Wald, ideal f\u00fcr die Jagdszene und die darauffolgende Szene mit der Liebeserkl\u00e4rung. Schlie\u00dflich zeigt die ganze B\u00fchne einen n\u00e4chtlich blaugl\u00e4nzenden See, nur ein Holzsteg und ein kleiner Fels mit einer Bank sind im Vordergrund zu sehen und die Berge, die sich im Wasser spiegeln. Die Lichtgestaltung ist stimmungsvoll. In einer stummen Rolle sieht man den Komponisten selbst, seine Partitur unter dem Arm tragend, betrachtet er das eigene Werk. Die Sopranpartie des Knaben Jemmy wird zu einer M\u00e4dchenrolle umgedeutet. Hatte man keinen Jungen mit Sopranstimme?<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/strong>Das Opernorchester spielte unter der Leitung von <strong>Gianluigi Gelmetti<\/strong> gef\u00fchlvoll. Die vielen Choreins\u00e4tze waren gepr\u00e4gt von Engagement, Deutlichkeit und Stimmkraft. <strong>Domenico<\/strong> <strong>Menini<\/strong> (Ruedi) konnte mit seiner flexiblen Tenorstimme die Sorglosigkeit seiner Figur zeichnen und stand im Kontrast zum Ba\u00df <strong>Michele<\/strong> <strong>Pertusi<\/strong> (Guillaume Tell), der stets ernst und besorgt, dabei sanft und ausdrucksstark sang. <strong>Antonino<\/strong> <strong>Siragusa<\/strong> (Arnold) intonierte die h\u00f6chsten T\u00f6ne hatte ein vorbildliches Legato und hatte eine starke B\u00fchnenpr\u00e4senz. <strong>Eva<\/strong> <strong>Mei<\/strong> (Mathilde) zeigte trotz Vibrato eine sichere Intonation. Im Duett des 2. Aktes <em>Oui, vous l\u2019arrachez <\/em><em>\u00e0<\/em><em> mon \u00e2me \u2013 Ja, Ihr entrei\u00dft meiner Seele das Geheimnis <\/em>verzauberten beide als Liebespaar das Publikum. <strong>Pavel<\/strong> <strong>Daniluk<\/strong> (Melchthal) hat eine sehr angenehme warmen Stimme; er spielte r\u00fchrend seinen kurzen, aber wichtigen Part. <strong>Martina<\/strong> <strong>Jankov\u00e1<\/strong> (Jenny) wirkte jugendlich in ihrer Rolle als Tells Tochter. Besonders sch\u00f6n kam ihre Stimme im Terzett <em>Je rends <\/em><em>\u00e0 votre amour <\/em><em>\u2013 <\/em><em>Ich gebe Eurer Liebe<\/em><em> <\/em>(4. Akt) zur Geltung, wie auch <strong>Wiebke<\/strong> <strong>Lehmkuhls<\/strong> (Hedwige) Altstimme.<strong> Alfred<\/strong> <strong>Muff<\/strong> (Gessler) \u00fcberzeugte in der Rolle des Tyrannen. Sein gro\u00dfer Auftritt war sein Rezitativ im 3. Akt <em>Que l\u2019empire germain <\/em><em>\u2013 Das germanische Reich<\/em>. <strong>Reinhard<\/strong> <strong>Mayrs<\/strong> (Walter Furst) ausdruckstarke Stimme und <strong>George<\/strong> <strong>Humphreys<\/strong> (Leuthold) beeindruckendes Spiel vervollst\u00e4ndigten das Ensemble in angenehmer Weise.<\/p>\n<p><strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Zum ersten Mal wurde <em>Guillaume Tell<\/em> in der Pariser Fassung im Opernhaus Z\u00fcrich aufgef\u00fchrt. F\u00fcr die musikalische Leitung von <strong>Gianluigi Gelmetti<\/strong> spendete das Publikum schon nach der Einleitung den ersten starken Beifall. Besonders hervorzuheben schien das B\u00fchnenbild gefallen zu haben. Die Oper wurde stark gek\u00fcrzt gegeben, was den Zuschauern aber nicht viel auszumachen schien.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: Suzanne Schwiertz<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Die Statisten mit dem B\u00fchnenbild von J\u00f6rg Zielinski<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Oper in vier Akten, Libretto: Victor-Joseph Etienne und Hippolyte Louis Florent Bis nach dem Schauspiel Wilhelm Tell von Friedrich Schiller, UA: 3. 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