{"id":2202,"date":"2010-11-09T23:41:11","date_gmt":"2010-11-09T22:41:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2202"},"modified":"2010-11-12T23:44:46","modified_gmt":"2010-11-12T22:44:46","slug":"irrelohe-%e2%80%93-bonn-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2202","title":{"rendered":"IRRELOHE \u2013 Bonn, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Franz Schreker (1878-1934 ), Oper in drei Aufz\u00fcgen nach einem Text des Komponisten, UA: 27. M\u00e4rz 1924 K\u00f6ln<\/p>\n<p>Regie: Klaus Weise, B\u00fchne: Martin Kukulies, Kost\u00fcme: Fred Fenner, Licht: Thomas Roscher<\/p>\n<p>Dirigent: Stefan Blunier, Beethoven Orchester Bonn, Chor des Theaters Bonn, Einstudierung: Sibylle Wagner, Solisten: Roman Sadnik (Heinrich, Graf von Irrelohe), Ingeborg Greiner (Eva), Daniela Denschlag (Lola), Mark Morouse (Peter), Mark Rosenthal (Christobald), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 7. November 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Bonn-Irrelohe1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2204\" title=\"Bonn-Irrelohe\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Bonn-Irrelohe1.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Bonn-Irrelohe1.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Bonn-Irrelohe1-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Auf Schlo\u00df Irrelohe liegt ein Fluch. Seit sich ein Ahnherr mit einer Nixe eingelassen hat, glaubt jeder m\u00e4nnliche Nachkomme, die Br\u00e4ute des umliegenden Dorfes in der Hochzeitsnacht vergewaltigen zu m\u00fcssen. Vor drei\u00dfig Jahren widerfuhr das Schankwirtin Lola, einst jung und sch\u00f6n, vor aller Augen. Sie wurde schwanger und bekam einen Sohn, Peter, der seinen Vater nicht kennt. Christobald, der einstige Br\u00e4utigam Lolas, legt seit dem Verbrechen jedes Jahr ein Feuer. Graf Heinrich, der junge Schlo\u00dfherr, und der im Dorf lebende Peter, der in Wahrheit sein Halbbruder ist, haben sich beide in Eva, die Tochter des F\u00f6rsters, verliebt. Sie entscheidet sich f\u00fcr Heinrich. Peter wendet sich mit Gewalt gegen seinen Rivalen. Noch w\u00e4hrend der Hochzeit kommt es zum Zweikampf, in dem Peter stirbt. Am Ende steht Schlo\u00df Irrelohe<em> <\/em>in Flammen, und der Fluch ist gebrochen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Vorspiels hebt sich der Vorhang. Zu sehen ist eine kleine Sch\u00e4nke im Vordergrund, M\u00e4nner trinken Bier, eine Jukebox steht an der Seite, im Hintergrund sind durch das gro\u00dfe Fenster des Gastzimmers Lastwagen auf einem d\u00fcsteren Parkplatz zu sehen. Alles liegt im Dunkeln. In der Wirtschaft hantieren Peter und Lola mit Gegenst\u00e4nden, und man assoziiert einen osteurop\u00e4ischen Ort mit der Szene. Im Verlauf erweitert sich der B\u00fchnenausschnitt und im Hintergrund erscheint eine stilisierte Schlo\u00dffassade, gespenstisch, mit hohen schmalen Fenstern. Dort werden am Ende die Flammen hervorz\u00fcngeln. Der zweite Akt spielt im Innern des Schlosses, wo es hell ist: Graf Heinrich h\u00e4lt wei\u00dfe Blumen f\u00fcr Eva bereit, ein stilvolles Luxusauto wirkt als eleganter Kontrast zu den vorher gesehenen klobigen Fahrzeugen. Im dritten Akt spielt vor dem Schlo\u00df die Hochzeitsszene, mit roten Fahnen versehen, bunt von Menschen in blumig-bunten b\u00e4uerlichen Kost\u00fcmen. Sie blicken am Ende verwirrt auf das dampfend brennende Schlo\u00df, w\u00e4hrend das Brautpaar befreit vom Fluch gl\u00fccklich vereint ist.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Bonns Generalmusikdirektors <strong>Stefan Blunier <\/strong>gilt als Spezialist f\u00fcr die expressionistische Musik des fr\u00fchen 20. Jahrhunderts, wie er es bereits mit Paul Hindemiths <em>Cardillac<\/em> und Johann Wolfgang Korngolds <em>Die tote Stadt<\/em> eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Bluniers Erfahrung war der guten Auff\u00fchrung deutlich anzumerken. Schrekers Oper erinnert im Verlauf immer st\u00e4rker an Richard Strauss. Vor allem kommentiert sie, wie im Film, die Gef\u00fchlswelten der Protagonisten, schwebt zwischen filigranen und leisen Kl\u00e4ngen und aufbrausenden, jedoch nie wirklich laut werdenden emotionalen Wallungen. Blunier lie\u00df die Musik in ihrer schillernden Besetzung wirken, ohne auf blo\u00dfe Lautst\u00e4rke zu setzen, was nat\u00fcrlich vor allem den S\u00e4ngern zugute kam und in den Vor- und Zwischenspielen die Spannung der Kafkaesken Geschichte aufrecht erhielt. Unter den allesamt sehr gut agierenden S\u00e4ngern gefiel der lichte und in den H\u00f6hen sicher gef\u00fchrte Sopran von <strong>Ingeborg Greiner<\/strong> als Eva besonders. <strong>Roman Sadnik<\/strong> spielte den seine Wollust bezwingenden Grafen Heinrich hervorragend, schw\u00e4chelte jedoch in den oberen Lagen seiner Partie. <strong>Daniela Denschlag<\/strong> als Lola, wie <strong>Mark Morouse<\/strong> als Peter verliehen ihren Gesangsrollen musikalisch gelungen Gestalt und wirkten in ihren Rollen als traumatisierte Charaktere ausdrucksstark. <strong>Mark Rosenthal<\/strong><em> <\/em>pa\u00dfte sowohl mit seinem Tenor bestens zur Verk\u00f6rperung des harmlos wirkenden, jedoch zwielichtigen Christobald.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrung nahm durch ihre eindringliche, aber nicht aufdringliche Umsetzung der Partitur durch Stefan Blunier ein. Die S\u00e4nger sangen ihre nur wenig eing\u00e4ngigen Partien durchweg \u00fcberzeugend, ohne aber, bis auf Ingeborg Greiner, herauszuragen. Alle Mitwirkenden waren hervorragende Darsteller. Klaus Weise setzte klar und in gelungenen Bildern die d\u00fcstere Welt des fluchbeladenen Schlosses und der dem Schicksal ergebenen Bev\u00f6lkerung um, nicht zuletzt dank des gro\u00dfartigen B\u00fchnenbilds von Martin Kukulies. Nicht unerw\u00e4hnt sollte bleiben, da\u00df das Bonner Theater eine CD-Aufzeichnung der selten gespielten Schreker-Oper machte. Es ist eine Ersteinspielung! Es fehlt jetzt nur noch eine DVD.<\/p>\n<p>Felicitas Zink<\/p>\n<p>Bild: Theater Bonn\/Thilo Beu<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Schloss Irrelohe brennt. Die Bev\u00f6lkerung (Ensemble) im Vordergrund rechts Ingeborg Greiner (Eva) kann es nicht glauben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Franz Schreker (1878-1934 ), Oper in drei Aufz\u00fcgen nach einem Text des Komponisten, UA: 27. 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