{"id":2198,"date":"2010-11-10T23:37:52","date_gmt":"2010-11-10T22:37:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2198"},"modified":"2010-11-12T23:40:47","modified_gmt":"2010-11-12T22:40:47","slug":"der-vetter-aus-dingsda-wuppertal-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2198","title":{"rendered":"DER VETTER AUS DINGSDA &#8211; Wuppertal, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Eduard K\u00fcnneke (1858-1924), Operette in drei Akten, Libretto: Hermann Haller und Rideamus (Fritz Oliven) nach dem gleichnamigen Lustspiel von Max Kempner-Hochst\u00e4dt, UA: 15. April 1921, Berlin<\/p>\n<p>Regie: Robin Telfer, B\u00fchne: Monika Frenz, Kost\u00fcme: Tanja Liebermann, Dramaturgie: Johannes Blum, Choreographie: Norbert Steinwarz.<\/p>\n<p>Dirigent: Tobias Deutschmann, Sinfonieorchester Wuppertal, Tanzstatisterie der Wuppertaler B\u00fchnen<\/p>\n<p>Solisten: Elena Fink (Julia de Weert), Dorothea Brandt (Hannchen), Olaf Haye (Onkel Josse), Michaela Mehring (Tante Wimpel), Miljan Milovic (Egon von Wildenhagen), Boris Leisenheimer (Fremder), Adam Sanchez (Zweiter Fremder), Miriam Scholz (Carlotta), Peter K. Hoffmann (Hans)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 7. November 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Wuppertal-Vetter-Dingsda.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2199\" title=\"Wuppertal-Vetter-Dingsda\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Wuppertal-Vetter-Dingsda.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Wuppertal-Vetter-Dingsda.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Wuppertal-Vetter-Dingsda-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Bis zur ihrer Vollj\u00e4hrigkeit steht Julia de Weert unter der Vormundschaft von Onkel Josse, der somit auch ihr betr\u00e4chtliches Verm\u00f6gen verwaltet. Damit das Geld in der Familie bleibt, hat Onkel Josse seinen ihm unbekannten Neffen Anton Kuhbrot bestellt, auf da\u00df er Julias Herz erobere. Parallel wird sie von Egon Wildenhagen umgarnt, einem tollpatschigem Verwandten ihres zweiten Vormundes. Doch sie liebt nur ihren Vetter Roderich, der seit sieben Jahren in Batavia auf Java weilt, ohne einmal geschrieben zu haben \u2013 auch wenn ihre beste Freundin Hannchen ihr versucht klarzumachen, da\u00df daraus trotz seines Treueschwurs vor der Abreise wohl nichts mehr werden wird. Nun taucht der vermeintlich Fremde August Kuhbrot auf, in den sich Julia verliebt. Da er Hannchen ausgehorcht hat, gibt er sich als Roderich aus. Doch dann stellt sich heraus, da\u00df das Schiff aus Batavia erst am n\u00e4chsten Tag anlegen soll: Der vermeintliche Roderich mu\u00df gehen. Pl\u00f6tzlich taucht jedoch der echte Roderich auf, der den Schwur vor sieben Jahren nur f\u00fcr einen Kinderscherz gehalten hat und nichts f\u00fcr Julia empfindet, daf\u00fcr jedoch f\u00fcr Hannchen. So wird am Ende aus August und Julia das eine und aus Hannchen und Roderich das andere Paar.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die gesamte B\u00fchne ist wie ein luftiger Gartenpavillon gestaltet. An den R\u00e4ndern der B\u00fchne wehen wei\u00dfe Stoffvorh\u00e4nge mit gro\u00dfen Durchg\u00e4ngen, durch die der Mond hindurchschimmert. Elegante Holzbohlen in unterschiedlicher H\u00f6he und viele Pflanzen pr\u00e4gen das B\u00fchnenbild, zudem ist in der Mitte ein Teich angelegt. \u00dcber ein paar fast versteckte Holzstege kann man eine kleine, drehbare Holzb\u00fchne in der Mitte des Teiches erreichen. Der Gartencharakter des B\u00fchnenbildes wird mit Gartentischen, Holzliegen und Sonnenschirmen unterstrichen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Insgesamt ist das gesamte Ensemble zu loben, es gibt keine schlechten Leistungen, sondern ein rundes Gesamtbild. Von dem <strong>Wuppertaler Sinfonieorchester <\/strong>w\u00fcrde man sich an einigen Stellen, wie bei der Enttarnung des falschen Roderichs, aber ein wenig mehr Aggressivit\u00e4t im Klangbild w\u00fcnschen. Daf\u00fcr wissen besonders die langen Melodielinien, die Dirigent <strong>Tobias Deutschmann<\/strong> mit dem Orchester gestaltet, und der beweglich-leichte Holzbl\u00e4serklang, z.B. zu Beginn der Operette, zu gefallen.<br \/>\n<strong>Elena Fink <\/strong>(Julia de Weerth) zeigt die ganze Breite ihres K\u00f6nnens. Von ihrem ersten Auftritt an zeigt sie ebenfalls ein Gesp\u00fcr f\u00fcr die lange Melodief\u00fchrung. Und wenn der falsche Roderich enttarnt wird, ist sie durchaus in der Lage, anklagend aggressiv zu klingen und pr\u00e4sentiert zudem gro\u00dfe stimmliche Kraftreserven. \u00dcber die verf\u00fcgt <strong>Dorothea Brandt <\/strong>(Hannchen) vielleicht nicht in dem Ma\u00dfe, kann jedoch darstellerisch \u00fcberzeugen und in dem Duett <em>Onkel und Tante, ja, das sind Verwandte <\/em>wirkt ihre Stimmf\u00fchrung flexibel und beweglich. <strong>Olaf Haye <\/strong>(Onkel Josse) gibt einen Vormund, der zwar die Stimme an wenigen Stellen eine Nuance zu dunkel einf\u00e4rbt; daf\u00fcr f\u00e4llt er mit kr\u00e4ftigem, markantem Gesang angenehm auf, wenn er im Verlauf der Handlung in die Offensive geht, etwa bei seiner Passage <em>Wenn du glaubst<\/em>. Auch <strong>Adam Sanchez <\/strong>(Zweiter Fremder) f\u00e4rbt zu Beginn seiner Partie ein wenig dunkel ein, kann das jedoch w\u00e4hrend seines kurzen Auftrittes ablegen und auch als heiterer Tenor gefallen. <strong>Boris Leisenheimer <\/strong>(Ein Fremder) zeigt \u00fcber die gesamte Dauer seiner Partie einen sch\u00f6nen, gr\u00fcndlich geschulten Stimmklang, ohne da\u00df das Textverst\u00e4ndnis darunter zu leiden hat. Besonders seine Interpretation des Hit-Schlagers <em>Ich bin nur ein armer Wandergesell <\/em>kam gut an.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine geschlossene, gute Ensembleleistung in Verbindung mit einer unterhaltsam kurzweiligen Inszenierung sorgt f\u00fcr einen am\u00fcsanten Abend. Das Publikum honoriert die Leistung mit kr\u00e4ftigem Applaus, der allen Beteiligten des Ensembles und auch der Regie zugedacht wird, sowie mit einigen Bravo-Rufen f\u00fcr die S\u00e4nger der Hauptpartien.<\/p>\n<p>Malte Wasem<\/p>\n<p>Bild: Sonja Rothweiler<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Hannchen (Dorothea Brandt) und Ein Fremder (Boris Leisenheimer)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Eduard K\u00fcnneke (1858-1924), Operette in drei Akten, Libretto: Hermann Haller und Rideamus (Fritz Oliven) nach dem gleichnamigen Lustspiel von Max Kempner-Hochst\u00e4dt, UA: 15. April 1921, Berlin Regie: Robin Telfer, B\u00fchne: Monika Frenz, Kost\u00fcme: Tanja Liebermann, Dramaturgie: Johannes Blum, Choreographie:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2198\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,97],"tags":[],"class_list":["post-2198","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-wuppertal-opernhaus"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2198","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2198"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2198\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2201,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2198\/revisions\/2201"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2198"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2198"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2198"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}