{"id":2159,"date":"2010-11-02T08:45:26","date_gmt":"2010-11-02T07:45:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2159"},"modified":"2010-11-10T22:37:10","modified_gmt":"2010-11-10T21:37:10","slug":"hansel-und-gretel-freiburg-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2159","title":{"rendered":"H\u00c4NSEL UND GRETEL &#8211; Freiburg, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Engelbert Humperdinck (1854-1921), M\u00e4rchenspiel in drei Bildern, Libretto: Adelheid Wette, UA: 1893, Weimar<br \/>\nRegie: Thalia Schuster, B\u00fchne: Andreas Becker, Kost\u00fcme: Elena Anatolevna, Dramaturgie: Michael D\u00fchn, Friedrich Sprondel<br \/>\nDirigent: Gerhard Markson, Orchester: Philharmonisches Orchester, Kinderchor Theater Freiburg, Choreinstudierung: Thomas Schmieger<br \/>\nSolisten: Neal Schwantes (Peter Besenbinder), Sigrun Schell (Mutter Gertrud), Sally Wilson (H\u00e4nsel), Lini Gong (Gretel), Roberto Gionfriddo (Hexe), Kyoung-Eun Lee (Sandm\u00e4nnchen), Anja Steinert (Taum\u00e4nnchen)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 30.\u00a0 Oktober 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Freiburg-Haensel.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2160\" title=\"Freiburg-Haensel\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Freiburg-Haensel.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Freiburg-Haensel.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/Freiburg-Haensel-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Handlung der Oper folgt von kleineren Abweichungen abgesehen dem bekannten M\u00e4rchen der Gebr\u00fcder Grimm: Die Geschwister H\u00e4nsel und Gretel werden von ihrer Mutter aus Wut \u00fcber deren Ungehorsam in den Wald geschickt. Dort entdecken sie nach einigen Verirrungen das Haus der Knusperhexe, die mit k\u00f6stlichen S\u00fc\u00dfigkeiten lockt. Von einem Zauberspruch gebannt, sind die Geschwister gezwungen, im Knusperh\u00e4uschen zu bleiben. Bevor es aber zum Schlimmsten kommt und der gem\u00e4stete H\u00e4nsel mitsamt seiner Schwester im Ofen gebacken wird, gelingt es Gretel durch eine List, die Hexe selber in den Ofen zu sto\u00dfen. Am Ende feiern die anderen gefangenen, nun aufgewachten Kinder zusammen mit H\u00e4nsel und Gretel sowie den Eltern ihren Triumph \u00fcber die Hexe.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p><strong>Thalia Schusters<\/strong> Deutung von Humperdincks Oper verzichtet \u00fcber weite Strecken auf eine Aktualisierung beziehungsweise Modernisierung, so da\u00df der m\u00e4rchenhafte Charakter des St\u00fccks erhalten bleibt. W\u00e4hrend des langen Orchestervorspiels zu Beginn etwa bleibt der Vorhang unten, damit die Musik alleine zu ihrem vollen Recht gelangt. Zwar wirkt die giftgr\u00fcn gestrichene Wohnung im ersten Bild wie aus der Gegenwart und das Innere des Knusperh\u00e4uschens mit flackerndem Ofen wie eine Art Metzgerei, am Ende des zweiten Bildes jedoch erscheinen 14 liebevoll kost\u00fcmierte Engel, um \u00fcber den Schlaf der Geschwister zu wachen. Im ersten Bild zieht der angetrunken nach Hause gekommene Vater wie vorgeschrieben Speck und Butter, Eier und W\u00fcrste sowie ein halbes Pfund Kaffee aus der Tasche. Das Waldb\u00fchnenbild zeigt eine traumartige Verschmelzung von Innenraum und Natur. So ist auch die bunt blinkende T\u00fcr des Knusperh\u00e4uschens in eine gr\u00fcne, den Wald darstellende Wand eingelassen. Da\u00df am Ende zum gesungenen <em>Wenn die Not aufs H\u00f6chste steigt, Gott, der Herr, die Hand uns reicht!<\/em> bereits wieder eine neue Hexe von der Seite die Kinder mit S\u00fc\u00dfigkeiten verf\u00fchrt, relativiert die religi\u00f6s-naive Schlu\u00dfmoral. Auch da\u00df H\u00e4nsel am Ende im Gegensatz zu Gretel die Mutter demonstrativ nicht umarmt, d\u00e4mpft die finale famili\u00e4re Wiedervereinigung und weist auf ungel\u00f6ste Spannungen hin.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Roberto Gionfriddo<\/strong> hat als witzig verkleidete Knusperhexe und aufgedreht spielender Buffo-Tenor die Publikumslacher mehr als einmal auf seiner Seite. \u00dcberhaupt scheint dem <strong>Gesangsensemble<\/strong> sowie dem <strong>Philharmonischen Orchester Freiburg<\/strong> unter <strong>Gerhard Markson<\/strong> Humperdincks Oper gut zu liegen. <strong>Sally Wilson<\/strong> als H\u00e4nsel und <strong>Lini Gong<\/strong> als Gretel bilden ein die zahlreichen Duette souver\u00e4n meisterndes Geschwisterpaar, das auch schauspielerisch gl\u00e4nzt. Wo Wilsons Mezzosopran in der H\u00f6he w\u00e4rmer klingt, setzt Lini Gong die Beweglichkeit ihres schlanken Soprans daf\u00fcr gekonnt in Szene. Auf gleich hohem Niveau agieren die Nebendarsteller <strong>Neal Schwantes<\/strong> und <strong>Sigrun Schell<\/strong> als Eltern, w\u00e4hrend <strong>Kyoung-Eun Lee<\/strong> als Sandm\u00e4nnchen und <strong>Anja Steinert<\/strong> als Taum\u00e4nnchen ihre sehr kurzen Auftritte mit stimmlicher und darstellerischer Pr\u00e4senz f\u00fcllen. Bis auf ein paar intonatorische Wackler in den hohen Streichern gelingt dem Orchester der Spagat zwischen Wagnerschem Melodieflu\u00df und Volksliedhaftem, den die Partitur verlangt. Zudem stimmt die Balance zwischen Orchestergraben und B\u00fchne, nie wurde jemand \u00fcbert\u00f6nt. Der Kinderchor des Theater Freiburg bot an diesem Abend quasi das musikalische Sahneh\u00e4ubchen einer gelungenen Premiere.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Langanhaltenden Jubel gab es am Premierenabend f\u00fcr ausnahmslos jeden der Beteiligten, was in Freiburg durchaus nicht selbstverst\u00e4ndlich ist. Thalia Schusters Sichtweise l\u00e4\u00dft den M\u00e4rchenschein der Oper unangetastet, Psychologisierungen oder Umdeutungen des Stoffes gibt es nur wenige. Das Ergebnis ist eine spielfreudig dargebotene Auff\u00fchrung mit teilweise kom\u00f6diantischen Z\u00fcgen, wie sie im Libretto angelegt sind.<\/p>\n<p>Aron Sayed<\/p>\n<p>Bild: Maurice Korbel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Roberto Gionfriddo als Hexe, Lini Gong als Gretel, Sally Wilson als H\u00e4nsel, v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Engelbert Humperdinck (1854-1921), M\u00e4rchenspiel in drei Bildern, Libretto: Adelheid Wette, UA: 1893, Weimar Regie: Thalia Schuster, B\u00fchne: Andreas Becker, Kost\u00fcme: Elena Anatolevna, Dramaturgie: Michael D\u00fchn, Friedrich Sprondel Dirigent: Gerhard Markson, Orchester: Philharmonisches Orchester, Kinderchor Theater Freiburg, Choreinstudierung: Thomas Schmieger<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2159\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[82,1],"tags":[],"class_list":["post-2159","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-freiburg-theater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2159","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2159"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2159\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2184,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2159\/revisions\/2184"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2159"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2159"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2159"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}