{"id":215,"date":"2008-03-07T11:38:13","date_gmt":"2008-03-07T09:38:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=215"},"modified":"2008-03-12T22:00:50","modified_gmt":"2008-03-12T20:00:50","slug":"koblenz-theater-der-stadt-lucia-di-lammermoor","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=215","title":{"rendered":"Koblenz, Theater der Stadt  &#8211; LUCIA DI LAMMERMOOR"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Dramma tragico in 3 Akte, Libretto: Salvatore Cammarano, nach dem Roman The Bride of Lammermoor (1819) von Sir Walter Scott<br \/>\nUA: 26. September 1835, Teatro San Carlo, Neapel<br \/>\nRegie und B\u00fchne: Hans Hoffer, Kost\u00fcme: Gera Graf<br \/>\nDirigent: Anton Marik, Staatsorchester Rheinische Philharmonie<br \/>\nSolisten: Estelle Kruger (Lucia), Guillermo Dominguez (Edgardo), Alexander Polakovs (Enrico), Michael Burt (Raimondo), Monica Mascus (Alisa), Max An (Arturo), Ji-Soo Kim (Normanno)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 29.02.2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/koblenz-lucia.jpg\" TITLE=\"koblenz-lucia.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/koblenz-lucia.jpg\" ALT=\"koblenz-lucia.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Die schottischen Familien Ravenswood und Lammermoor sind verfeindet. Doch Lucia di Lammermoor hat sich in Edgardo, den letzten Erben von Ravenswood, verliebt. Sie trifft sich heimlich mit dem Geliebten am Brunnen, wo sie sich gegenseitige Treue schw\u00f6ren.<br \/>\nLucias Bruder Lord Enrico aber will sie mit dem reichen Lord Arturo Bucklaw verheiraten, um die Familie aus ihrer verschuldeten Lage zu retten. Inzwischen schreibt Edgardo, der sich als Botschafter in Frankreich befindet, Briefe. Einen davon f\u00e4lscht ihr Bruder. Darin gesteht Edgardo Lucia, da\u00df er eine andere lieben w\u00fcrde. So unterschreibt Lucia schlie\u00dflich den Ehevertrag mit Arturo. W\u00e4hrend der Hochzeitsfeier taucht Edgardo pl\u00f6tzlich auf und fragt sie, ob es stimme, da\u00df sie einen anderen lieben w\u00fcrde. Als Lucia das bejaht, gibt er ihr den Ring zur\u00fcck. Noch in der Nacht fordert Enrico Edgardo zum Duell.<br \/>\nDie feiernde Hochzeitsgesellschaft wird geschockt durch die Mitteilung, Lucia habe ihren frisch Verm\u00e4hlten get\u00f6tet. Diese erscheint mit blutverschmiertem Kleid im Saal. Sie ist dem Wahnsinn verfallen. Zu sp\u00e4t erkennt Enrico, was er seiner Schwester angetan hat.<br \/>\nHeimkehrende Hochzeitsg\u00e4ste berichten Edgardo, der im Morgengrauen auf Lord Enrico zum Duell wartet, Lucias sei wahnsinnig geworden. Kurz darauf verk\u00fcnden die Glocken ihren Tod. Edgardo beschw\u00f6rt seine Liebe zu Lucia und nimmt sich das Leben.<br \/>\n<strong>Die Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Liebe zwischen Lucia und Edgardo ist von Anfang an zum Verderben verurteilt. Es ist die tragische Geschichte einer unterdr\u00fcckten Frau, die von allen zu deren Vorteil ausgenutzt wird. Edgardo will sie als Troph\u00e4e, Enrico seines Ruhmes und Geldes wegen. Sie verleugnet ihre gro\u00dfe Liebe und damit ihr eigenes Ich. Und schlie\u00dflich fl\u00fcchtet sie sich in den Wahnsinn. Es ist das erste Mal, da\u00df Lucia sein kann was sie will: frei.<br \/>\nDie Wahnsinnsarie im dritten Akt ist der H\u00f6hepunkt der Oper, und daraufhin hat Regisseur und B\u00fchnenbildner Hans Hoffer seine Inszenierung auch ausgelegt: Die B\u00fchne ist spartanisch eingerichtet. Im Mittelpunkt steht eine \u00fcberdimensionale wei\u00dfe Maske, die das Gesicht und den Verstand der Lucia darstellt. Zu Beginn der Oper fl\u00fcchtet sie sich immer wieder darauf wie auf eine sch\u00fctzende Insel. Bei der Hochzeitsfeier schlie\u00dflich ist die Maske in einzelne Teile zerfallen \u2013 genau wie Lucias Verstand dem Wahnsinn verfallen ist.<br \/>\nSchon w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre deutet Hoffer das Schicksal der Lucia an: Ein Fadenkreuz wird auf die B\u00fchne projiziert, und dahinter erkennt man eine Figur, die wie durch eine W\u00e4rmebildkamera betrachtet langsam hin und her durch den Raum schwebt. Dazu erklingen die unheilvollen T\u00f6ne des Orchesters.<br \/>\nUnd noch einen dramaturgischen Kniff wendet Hoffer an: Als Edgardo und Lucia sich nachts treffen, sind sie durch ein eierf\u00f6rmiges, leicht schr\u00e4g liegendes Loch in einer schwarzen Wand zu sehen \u2013 auch eine M\u00f6glichkeit den Brunnen darzustellen, vor dem sie stehen. Alisa zieht ihr zuvor ihre Jacke an \u2013 allerdings mit der \u00d6ffnung nach hinten. Dies erinnert unweigerlich an eine Zwangsjacke. Und so ziehen sich die Assoziationen an Lucias Wahnsinn durch das gesamte St\u00fcck. Vor allem gegen Ende erweckt der B\u00fchnenbildner die Vision einer Irrenanstalt: Raimondo wird als Greis im Rollstuhl umher geschoben, das Ensemble tr\u00e4gt wei\u00dfe Kittel, Lucia zieht ihre Per\u00fccke aus, unter der ein kurzgeschorener Haarschopf erscheint, Edgardo schlitzt sich am Ende die Pulsadern auf.<br \/>\nF\u00fcr Lucias Wahnsinn l\u00e4\u00dft sich Hoffer ein eindringliches Bild einfallen: Als sie w\u00e4hrend der Feier den Saal betritt, tr\u00e4gt sie ein leuchtend rotes Kleid und eine rote Per\u00fccke und schleift den toten K\u00f6rper Arturos hinter sich her. Sie zieht das Kleid aus, unter dem sie ein wei\u00dfes, blutverschmiertes Nachtgewand tr\u00e4gt. Dann stimmt sie, auf dem Leichnam sitzend, die Wahnsinnsarie an. Die Musik kommt beschreibt ihr Gl\u00fcck im Wahn, indem sie sich mit ihrem geliebten Edgardo vereint sieht.<br \/>\n<strong>Estelle Kruger<\/strong> (Lucia), liefert eine meisterliche Hauptfigur ab. Die geb\u00fcrtige S\u00fcdafrikanerin besticht durch eine gute Dynamik. Vor allem ihre Koloraturen in der Wahnsinnsarie sind ein Genu\u00df und begeistern das Publikum. Ihr Zusammenklang mit der Fl\u00f6te ist perfekt. Auch <strong>Guillermo Dominguez<\/strong> (Edgardo) erfreut mit einer sehr angenehmen Stimme. Sein Spiel, vor allem in der letzten Szene, ist \u00fcberaus \u00fcberzeugend. Man kauft ihm zweifellos den feurigen Liebhaber ab. <strong>Alexander Polakovs<\/strong> (Enrico) singt einen zornigen, rachs\u00fcchtigen Enrico. Vor allem zu Beginn ist seine Stimme etwas zu schrill. <strong>Michael Burt<\/strong> (Raimondo) singt als satter, ansonsten recht unauff\u00e4lliger Ba\u00df. Auch das restliche Ensemble f\u00fcgt sich gut ein. Dirigent Anton Marik gelingt es gut, die verschiedenen Stimmungen der Musik aus dem Orchester herauszulocken. Die Streicher \u00fcberzeugen, die Bl\u00e4ser sind an manchen Stellen ein wenig unsauber.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEine durchaus gelungene, aussagekr\u00e4ftige Inszenierung mit einer \u00fcberzeugenden Lucia und einem ansonsten zufrieden stellenden Ensemble und Orchester.<br \/>\nJulia Korst<br \/>\nBild: P!ELmedia.<br \/>\nDas Bild zeigt Lucia (Estelle Kruger), die  auf dem Leichnam ihres Gatten\u00a0sitzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Dramma tragico in 3 Akte, Libretto: Salvatore Cammarano, nach dem Roman The Bride of Lammermoor (1819) von Sir Walter Scott UA: 26. September 1835, Teatro San Carlo, Neapel Regie und B\u00fchne: Hans Hoffer, Kost\u00fcme: Gera Graf<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=215\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[62,1],"tags":[],"class_list":["post-215","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-koblenz-theater-der-stadt","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/215","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=215"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/215\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=215"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=215"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=215"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}