{"id":2142,"date":"2010-10-27T21:01:18","date_gmt":"2010-10-27T20:01:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2142"},"modified":"2010-10-28T21:19:33","modified_gmt":"2010-10-28T20:19:33","slug":"le-nozze-di-figaro-%e2%80%93-paris-opera-bastille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2142","title":{"rendered":"LE NOZZE DI FIGARO \u2013 Paris, Op\u00e9ra Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-91), comedia per musica in vier Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte nach <em>Le Mariage de Figaro<\/em> von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais, UA.: 1. Mai 1786 Burgtheater, Wien<\/p>\n<p>Regie: Giorgio Strehler (1921-1997), eingerichtet: Humbert Camerlo, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Ezio Frigerio, Licht: Vinicio Cheli, Choreographie: Jean Guizerix<\/p>\n<p>Dirigent: Philippe Jordan, Orchester und Chor der Op\u00e9ra de Paris, Choreinstudierung: Alessandro di Stefano, Cembalo: Denis Dubois<\/p>\n<p>Solisten: Ludovico T\u00e9zier, (Graf Almaviva), Barbara Frittoli Gr\u00e4fin), Ekaterina Syurina (Susanna), Luca Pisaroni (Figaro), Karine Deshayes(Cherubino), Ann Murray (Marcellina), Robert Lloyd(Bartolo), Robin Leggate (Don Basilio), Antoine Normand (Don Curzio), Christian Tr\u00e9guier (Antonio), Barbarina: Maria Virginia Savastano u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 23. Oktober 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Paris-Figaro1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2144\" title=\"Paris-Figaro\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Paris-Figaro1.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Paris-Figaro1.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Paris-Figaro1-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die geplante Hochzeit Figaros und Susannas, Diener und Kammerzofe im Dienste des Grafen Almaviva, scheint an immer neuen Hindernissen zu scheitern. Einerseits, hat der Graf selbst ein Auge auf Susanna geworfen, andererseits, will auch die Haush\u00e4lterin Marcellina den Figaro heiraten (gegen Tilgung einer unbezahlten Schuld). Und der in alle Weiblichkeit verliebte Page Cherubin wirbelt mit flatterhaftem Werben das Vorhaben aller durcheinander. In diesem anmutigen Garten der Gef\u00fchle bl\u00fchen Liebe und Sehnsucht, Eifersucht und Wut, R\u00e4nke und Missverst\u00e4ndnisse wie wilde, dornige Rosen, bet\u00f6rend duftende Gardenien oder wuchernde Schlingpflanzen. Erst einem gemeinsamen Intrigenspiel Susannas, Figaros und der Gr\u00e4fin gelingt es, den Grafen der ehelichen Untreue zu \u00fcberf\u00fchren, so da\u00df er endlich mit ritterlicher Geste die Hochzeit zul\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Wiederaufnahme der legend\u00e4ren Inszenierung <strong>Giorgio Strehlers<\/strong> von 1973 zum 100. Geburtstag <strong>Rolf Liebermanns<\/strong>, Generaldirektor der Pariser Oper der Jahre 1973-1980. Die B\u00fchnenbilder sind schlicht und elegant ohne jegliches \u00dcberladensein, was die farbige Pracht der Kost\u00fcme im dritten Akt besonders hervortreten l\u00e4\u00dft. Der B\u00fchnenraum hat eine ungewohnte Tiefe, in dem wirkungsvoll die gro\u00dfen, fast leeren S\u00e4le des gr\u00e4flichen Schlosses entstehen. Der Schlo\u00dfpark im vierten Akt scheint einem alten Gem\u00e4lde entlehnt. Die schauspielerische Aktion der K\u00fcnstler ist bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, ist nat\u00fcrlich und unerh\u00f6rt lebendig. Einige Szenen im zweiten und dritten Akt dieser comedia per musica sind von unwiderstehlicher Komik, aber fallen nie aus dem Rahmen der h\u00f6fischen Kultur des Ancien R\u00e9gime.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lodovico T\u00e9zier<\/strong>, mit wohlklingendem Ba\u00df, kreiert \u00fcberzeugend einen launenhaften Graf, dessen leidenschaftliche Ausbr\u00fcche ihn, wie in <em>Hai gi\u00e0 vinta la causa \u2013 Du hast den Proze\u00df schon gewonnen<\/em> (3. Akt) besonders wirksam in Erscheinung treten l\u00e4\u00dft. <strong>Barbara Frittoli<\/strong> als vernachl\u00e4ssigte Gr\u00e4fin, beklagt ihr Schicksal mit weicher, voller Stimme, wenn auch manchmal mit etwas zuviel Vibrato. <strong>Luca Pisaronis<\/strong> kraftvoller, warmer Bariton, bewundernswert beherrscht, und sein nat\u00fcrliches Spiel machen ihn zu einem vollendeten Figaro. Bezaubernd, stimmlich wie in ihrer schauspielerischen Darstellung der Kammerzofe Susanna ist die russische Sopranistin <strong>Ekatarina Syurina<\/strong>. Ihre Rosenarie <em>Giunse alfin il momente \u2013 Endlich kommt der Augenblick<\/em> (4. Akt, 10. Szene) ist bewegend. <strong>Karine Deshayes <\/strong>als quirliger Cherubin findet stimmlich erst im <em>Voi che sapete \u2013 Ihr, die ihr wi\u00dft<\/em> (2. Akt) in ihre bezaubernde Rolle hinein. <strong>Ann Murrays<\/strong> manchmal fast schriller Sopran pa\u00dft gut zur Rolle der intriganten Haush\u00e4lterin. Und <strong>Robert Lloyds<\/strong> orgelnder Ba\u00df sowie <strong>Robin Leggates<\/strong> heller Tenor f\u00fcgen sich wie die \u00fcbrigen S\u00e4nger und S\u00e4ngerinnen in ein gut aufeinander eingespieltes Ensemble ein \u2013 der Zusammenklang in den Ensembleszenen ist mitrei\u00dfend. <strong>Philippe Jordan<\/strong> dirigiert das Orchester der Nationaloper schwungvoll, pr\u00e4zise und nuanciert, so da\u00df vor allem die Bl\u00e4ser immer wieder zur entsprechenden Geltung kommen. Leider \u00fcberdeckt der Orchesterklang hin und wieder die Stimmen. (Ob das ein Problem der Akustik ganz vorne im 1. Balkon des Hauses ist?)<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Giorgio Strehlers <em>Figaro<\/em>-Inszenierung (mit <strong>Enzio Frigerios<\/strong> Kost\u00fcmen und B\u00fchnenbildern) geh\u00f6rt zu jenen legend\u00e4r gewordenen Ausdruckformen der Oper der letzten 50 Jahre, denen u.a. auch <em>Der Barbier von Sevilla<\/em> von Dario Fo, <em>Atys<\/em> von Jean Marie Vill\u00e9gier und<em> Agrippina<\/em> von David Mc Vicar angeh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Indem er seine Inszenierung ohne jegliche \u00dcbertreibung auf den Geschmack, den Stil, die Sensibilit\u00e4t, aber auch die gesellschaftliche Problematik des ausgehenden 18. Jahrhundert abstimmt, l\u00e4\u00dft er eine allgemeing\u00fcltige, stilistisch einheitliche Menschliche Kom\u00f6die entstehen, in dem Musik, Text und B\u00fchnenkunst sich gegenseitig bereichern. Das ausverkaufte Haus hat ihn (posthum), das Ensemble, den Dirigenten\u00a0 und das Orchester geb\u00fchrend gefeiert.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Fred Toulet \/ Op\u00e9ra national de Paris<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Karine Deshayes (Cherubin), Barbara Frittoli (Gr\u00e4fin Almaviva) und Ekaterina Syurina (Susanna)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-91), comedia per musica in vier Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte nach Le Mariage de Figaro von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais, UA.: 1. 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