{"id":2131,"date":"2010-10-26T21:14:21","date_gmt":"2010-10-26T20:14:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2131"},"modified":"2011-02-24T12:40:04","modified_gmt":"2011-02-24T11:40:04","slug":"orpheus-und-eurydike-dortmund-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2131","title":{"rendered":"ORPHEUS UND EURYDIKE &#8211; Dortmund, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Christoph Willibald Gluck (1714-1787), Oper, Libretto: Pierre-Louis Moline nach Ranieri de\u2019 Calzabigi (deutsche \u00dcbertragung von Hans Swarowsky)<\/p>\n<p>Regie: Christine Mielitz, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Hartmut Sch\u00f6rghofer, Licht: Stefan Schmidt, Dramaturgie: Klaus Angermann<\/p>\n<p>Dirigent: Motonori Kobayashi, Dortmunder Philharmoniker und Opernchor, Choreinstudeirung: Granville Walker<\/p>\n<p>Solisten: James Oxley (Orpheus), Angela Bic (Eurydike), Julia Amos (Amor)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 23. Oktober 2010 (Premiere der Wiederaufnahme)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Dortmund-Orpheus.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2132\" title=\"Dortmund-Orpheus\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Dortmund-Orpheus.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"231\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Dortmund-Orpheus.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Dortmund-Orpheus-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Eurydike, die Gattin des sagenumwobenen S\u00e4ngers Orpheus, stirbt. Voll Trauer ruft er Zeus um Hilfe an. Dieser gestattet ihm durch Amor seine Geliebte dem Hades zu entrei\u00dfen \u2013 allerdings unter der Bedingung, diese auf dem Weg zur\u00fcck ins Reich der Sterblichen nicht zu betrachten. Nachdem Orpheus die Furien durch seinen Gesang umgarnt hat, geben sie Eurydike frei. Die aber kann sich nicht erkl\u00e4ren, warum sich Orpheus st\u00e4ndig von ihr abwendet, zweifelt an seinen Gef\u00fchlen und sieht sich aus der Ruhe des Grabes in ein Leben voller Schmerz zur\u00fcckgeholt. Als Orpheus sich ihr zuwendet, stirbt sie nun endg\u00fcltig. Verzweifelt will er ihr in den Tod folgen, findet aber durch Amor abermals Erl\u00f6sung.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Vorh\u00e4nge sind geschlossen, das ist Konzert vorbei. Orpheus betritt zusammen mit Eurydike die Vorb\u00fchne und nimmt den Schlu\u00dfapplaus entgegen. Doch was ist das? Eurydike f\u00e4llt und ist tot. Die Vorh\u00e4nge \u00f6ffnen sich und geben den Blick auf die B\u00fchne frei. Die runde, laufstegartige Vorb\u00fchne setzt sich auch auf der Hauptb\u00fchne fort. Im Hintergrund sieht man eine durchscheinende, mit greifenden H\u00e4nden gestaltete Wand. Im Zentrum des Laufstegs befindet sich der Chor, welcher nun mit Orpheus die Todesklage um Eurydike anstimmt. Die Grundgestaltung des B\u00fchnenbildes bleibt w\u00e4hrend des gesamten St\u00fcckes bestehen. Durch viele bewegliche Elemente wirkt es aber nicht statisch, sondern bietet Abwechslung. So beginnt sich die durchscheinende Wand zu drehen, und w\u00e4hrend des Erscheinens Amors wird ein \u00fcberdimensionaler Rabenfl\u00fcgel auf die B\u00fchne herabgelassen. Besonderes Augenmerk wurde auf die Lichtgestaltung gelegt, die das B\u00fchnengeschehen unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Gluck sieht in seiner Oper nur drei Solisten vor. Die s\u00e4ngerischen Leistungen dieser drei S\u00e4nger waren durchweg eindrucksvoll. Als erstes ist <strong>James Oxley<\/strong> (Orpheus) zu nennen. Er beginnt mit dem Trauerchor um Eurydike in dem Orpheus nur ein einziges Wort zu singen hat: <em>Eurydike<\/em>. Es bedarf schon eines gro\u00dfen K\u00f6nnens, um den Zuh\u00f6rer mit nur einem Wort in seinen Bann zu ziehen. Oxleys Koloraturen waren eher unpr\u00e4tenti\u00f6s, so, wie es der den S\u00e4ngern gegen\u00fcber stets kritische Gluck in seiner Reformoper gefordert hat. Die gesamte Ausf\u00fchrung der Partie hindurch lie\u00df Oxley lie\u00df keine Schw\u00e4chen erkennen, alle T\u00f6ne sa\u00dfen und sowohl die Dynamik und als auch der Ausdruck seiner Stimme war dem B\u00fchnengeschehen gut angepa\u00dft. Einzig in den Duetten mit <strong>Angela Bic<\/strong> (Eurydike) und <strong>Julia Amos<\/strong> (Amor) fiel auf, da\u00df seine Stimme manchmal nicht die Kraft hatte, um gegen die beiden Sopranistinnen anzukommen. Dies ist aber ein h\u00e4ufiges Problem von lyrischen Ten\u00f6ren. Angela Bic und Julia Amos gestalteten ebefalls ihre Vorstellung glanzvolle. Ihre Stimmen waren kraftvoll und zugleich elegant, von den wenigen Spitzent\u00f6nen bis hinunter in die tiefen Passagen.<\/p>\n<p>Auch der Opernchor war solide eingestimmt. Leider befand sich unter den Choristen eine etwas zu \u00fcbereifrige Sopranistin, die mit ihrer Stimme in fast allen Passagen aus dem Gesamtklang hervorstach und somit die Einheit des Chores etwas st\u00f6rte. Motonori Kobayashi hatte die Dortmunder Philharmoniker gut im Griff. Sie spielten ihren Part sehr gef\u00fchlvoll und pa\u00dften die Dynamik jeweils so an, da\u00df der Vortrag des Solisten immer im Vordergrund blieb.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Gluck schrieb seinen <em>Orpheus<\/em> in den Jahren 1761\/62, um eine Opernreform anzusto\u00dfen. Reformgedanken waren es wohl auch bei Dortmunder Oper, die zu dem Projekt f\u00fchrten, Neue und Alte Musik auf ungewohnte Weise miteinander zu verbinden. So wurde diese Produktion urspr\u00fcnglich direkt im Anschlu\u00df an eine Kammermusik\u00a0 Hans Werner Henzes gebracht. Leider entschlo\u00df man sich bei der Wiederaufnahme, auf den Henze-Teil zu verzichten, wodurch der Beginn von Glucks Oper etwas konstruiert wirkt. Ansonsten war es eine durchweg gelungene Auff\u00fchrung.<\/p>\n<p>Fabian Sch\u00e4fer<\/p>\n<p>Bild: Stage Picture<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: James Oxley in der Partie des Orpheus<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Christoph Willibald Gluck (1714-1787), Oper, Libretto: Pierre-Louis Moline nach Ranieri de\u2019 Calzabigi (deutsche \u00dcbertragung von Hans Swarowsky) Regie: Christine Mielitz, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Hartmut Sch\u00f6rghofer, Licht: Stefan Schmidt, Dramaturgie: Klaus Angermann Dirigent: Motonori Kobayashi, Dortmunder Philharmoniker und Opernchor, Choreinstudeirung: Granville Walker<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2131\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[68,1],"tags":[],"class_list":["post-2131","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dortmund-theater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2131","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2131"}],"version-history":[{"count":9,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2131\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2576,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2131\/revisions\/2576"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2131"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2131"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2131"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}