{"id":213,"date":"2008-03-05T16:56:59","date_gmt":"2008-03-05T14:56:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=213"},"modified":"2009-03-30T23:06:36","modified_gmt":"2009-03-30T21:06:36","slug":"bonn-oper-l%c2%b4italiana-in-algeri","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=213","title":{"rendered":"Bonn, Oper &#8211; L\u00b4ITALIANA IN ALGERI"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini, Dramma giocoso per musica, zwei Akte (8 Bilder).<br \/>\nLibretto: Angelo Anelli; UA: 25. Mai 1813, Teatro San Benedetto, Venedig.<br \/>\nRegie: Andrea Schwalbach, B\u00fchne: Anne Neuser, Kost\u00fcme: Stephan von Wedel<br \/>\nDirigent: Wolfgang Lischke, Herrenchor, Einstudierung: Sibylle Wagner, Choreographie: Ulrike Schumann<br \/>\nMartin Tzonev (Mustafa), Anna Virovlansky (Elvira), Anjara I. Bartz (Zulma), Algis Lunskis (Haly), Jonas Gudmundsson (Lindoro), Susanne Blattert (Isabella), Haris Andrianos (Taddeo)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 2.3.2008, Premiere<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/bonn-italienerin.jpg\" TITLE=\"bonn-italienerin.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/bonn-italienerin.jpg\" ALT=\"bonn-italienerin.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Algier um 1810. Mustafa, der Bey von Algier, ist seiner Frau Elvira \u00fcberdr\u00fcssig. Sein Vertrauter Haly soll ihm eine temperamentvolle Italienerin zuf\u00fchren und Elvira mit seinem italienischen Sklaven Lindoro verheiraten. Isabella macht sich mit ihrem Gef\u00e4hrten Taddeo auf die Suche nach ihrem Geliebten Lindoro und strandet mit dem Schiff vor der K\u00fcste Algeriens. Haly n\u00fctzt die Gelegenheit und f\u00fchrt Isabella seinem Herrn zum der sofort von ihr hingerissen ist. Um Isabella f\u00fcr sich einzunehmen, ernennt Mustafa ihren \u201eOnkel\u201c Taddeo zum \u201eKaimakan\u201c. Mustafa, Taddeo und Lindoro beobachten Isabella heimlich bei der Toilette. Sie will sich f\u00fcr Ihren Liebsten sch\u00f6n machen, Jeder der drei bildet sich ein, er sei gemeint. Isabella verspricht Mustafa, ihn zu lieben, wenn er sich zum \u201ePappataci\u201c, einem Mampfenden und Schweigenden, machen lasse. Die Zeremonie nutzen Isabella, Lindoro und die \u00fcbrigen Sklaven zur Flucht. Zu sp\u00e4t erkennt Mustafa den Schwindel und f\u00fcgt sich in sein Schicksal.<br \/>\n<strong>Die Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Regisseurin hat den im osmanischen Algier angesiedelten Stoff in die Gegenwart verlegt. W\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre klebt Isabella im grauen Kost\u00fcm, strenger Frisur und Brille, zurecht gemacht wie eine Oberlehrerin, Suchplakate mit dem Konterfei Lindoros an eine Mauer. Ihr Geliebter gleicht einem Buchhalter, als er mit Mustafa in einer Art Kaffeehaus, eher eine  Teestube mit Fischtheke und Pepsik\u00fchlschrank, lose angebunden sitzt. Den Mokka nimmt man aus Teegl\u00e4sern zu sich. Mustafa als Macho zu erkennen ist nicht schwer und nicht eben originell gestaltet: Zum wei\u00dfen Nadelstreifen tr\u00e4gt er ein lila Hemd, sowie dicke Goldketten. Die Begegnung der Kulturen findet also nur im Klischee statt: Auch dann, wenn ein fliegender Teppich vorbeisaust, ein Kamel um die Ecke blickt und die von einem dickb\u00e4uchigen Eunuchen unterst\u00fctzte Bauchtanzgruppe orientalischen Reiz bringen. Aus der delikat erdachten Kom\u00f6die werden gut getimte Klamauknummern, die man m\u00f6gen mu\u00df \u2013 oder auch nicht.<br \/>\nMit ihrem Sportboot krachen Taddeo und Isabella durch die Requisite. Zu Lachen gibt es also reichlich. Die schauspielerische und choreographische Darbietung der Statisterie und des <strong>Herrenchor<\/strong>s sind gl\u00e4nzend.<br \/>\nDie Haremsdamen tragen zun\u00e4chst Burka, sp\u00e4ter von der Italienerin quasi \u201einfiziert\u201c,  ebenfalls graue Kost\u00fcme, die Herren westliche Anz\u00fcge. Lindoro, der gerne seine Rechenmaschine umklammert, wirkt kalkulierbar. Alle Sklaven und Herren, das macht die schauspielerisch und s\u00e4ngerisch herausragende<strong> Susanne Blattert<\/strong> (Isabella) klar, verfallen ihr, der durch das \u201eSchicksal gest\u00e4rkten\u201c Primadonna. Wenn sie sich zur gemeinsamen Kaffeestunde bis auf den Unterrock auskleidet, sind nicht nur die drei Herren, sondern auch der ganze Harem wie paralysiert und auch der K\u00fchlschrank dampft. Elvira h\u00e4lt den Emanzipationsschriften ihrer Zofe das kitschige Hochzeitsbild entgegen, denn f\u00fcr sie und Mustafa bleibt nach wie vor alles beim Alten. Das <strong>Orchester<\/strong> kann bis auf Details gut mithalten. Die S\u00e4nger, allen voran Susanne Blattert, k\u00f6nnen mit warmen leichtem Belcanto einnehmen, wie der im leichten Parlandostil singende <strong>Martin Tzonev<\/strong> (Mustafa) und der \u00fcberzeugende <strong>Haris Andrianos<\/strong> (Taddeo), dessen Komik brillant ist. Eine gewisse Entt\u00e4uschung war <strong>Jonas Gudmundsson<\/strong> (Lindoro), der trotz seines sch\u00f6nen Tenors besonders in seiner ersten Arie die H\u00f6hen forcierte, was der Leichtigkeit von Rossinis Musik gar nicht gut stand. <strong>Anna Virovlansky<\/strong> verk\u00f6rperte mit hellem Sopran die Partie der Elvira, <strong>Algis Lunskis<\/strong> (Zulma) und <strong>Anjara I. Bartz<\/strong> (Haly) und machten aus ihren Nebenrollen stimmlich und agierend das Beste. Die Chorpartien waren gut vorbereitet. Aber um eine Nummer hatte man sowohl den <strong>Chor<\/strong> (2. Akt) gebracht, als auch Haly um seine einzige Soloarie.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDas Orchester spielte, wenn auch gelegentlich etwas dominant (z.B. Finale 1. Akt), musikalisch, sieht man von der nicht gerade repr\u00e4sentativen Solofl\u00f6te in der Ouvert\u00fcre einmal ab. Der Wechsel zwischen Rezitativen und Arien gelang bruchlos. Schauspielerisch war die Auff\u00fchrung rundum gelungen. Die S\u00e4nger sind bis auf den Lindorodarsteller, dessen Stimme die weiche Leichtigkeit f\u00fcrs Belcantofach vermissen lie\u00df, h\u00f6renswert. Eine insgesamt auf Komik setzende Version mit umgangssprachlich \u00fcbersetzten Obertiteln (etwa: Jetzt hei\u00dft es cool bleiben), die nicht auf Raffinesse, sondern auf kraftvolle Bilder \u00e0 la Slapstick setzt.<br \/>\nFelicitas Zink<br \/>\nBild: Thilo Beu<br \/>\nDas Bild zeigt\u00a0Isabella (Susanne Blattert) und Taddeo (Haris Andrianos).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini, Dramma giocoso per musica, zwei Akte (8 Bilder). Libretto: Angelo Anelli; UA: 25. Mai 1813, Teatro San Benedetto, Venedig. 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