{"id":2117,"date":"2010-10-25T09:15:34","date_gmt":"2010-10-25T08:15:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2117"},"modified":"2010-10-27T09:18:55","modified_gmt":"2010-10-27T08:18:55","slug":"dialogues-des-carmelites-dusseldorf-deutsche-oper-am-rhein","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2117","title":{"rendered":"DIALOGUES DES CARM\u00c9LITES &#8211; D\u00fcsseldorf, Deutsche Oper am Rhein"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Francis Poulenc (1899-1963), Oper in drei Akten und zw\u00f6lf Bildern, Libretto: der Komponisten nach dem gleichnamigen Drama von Georges Bernanos, UA: 26. Januar 1957, Mailand<\/p>\n<p>Regie: Guy Joosten, B\u00fchnen\/Kost\u00fcme: Johannes Leiacker, Dramaturgie: Luc Joosten \/ Bernhard F. Loges, Licht: Manfred Voss, Video: Volker Weinhart<\/p>\n<p>Dirigent: Axel Kober, D\u00fcsseldorfer Symphoniker, Chor der Deutschen Oper am Rhein, Choreinstudierung: Christoph Kurig<\/p>\n<p>Solisten: John Wegner (Marquis de la Force), Anett Fritsch (Blanche), Corby Welch (Chevalier), Anja Silja (Madame de Croissy), Sabine Hogrefe (Madame Lidoine), Jeanne Piland (Mutter Marie), Alma Sad\u00e9 (S\u0153ur Constance), Katarzyna Kuncio (M\u00e8re Jeanne), Judita Nagyov\u00e1 (Soeur Mathilde), Bruce Rankin (Beichtvater) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. Oktober 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Duesseldorf-Dialoque.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2118\" title=\"Duesseldorf-Dialoque\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Duesseldorf-Dialoque.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"226\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Duesseldorf-Dialoque.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Duesseldorf-Dialoque-300x193.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die schreckhafte Blanche bittet w\u00e4hrend der franz\u00f6sischen Revolution ihren Vater um die Erlaubnis, in das Kloster Karmel eintreten zu d\u00fcrfen. Doch auch dort wird sie ihre Angst nicht los. Die Novizin Constance tr\u00e4umt davon, mit ihr gemeinsam zu sterben, und die Priorin hat w\u00e4hrend ihres Todeskampfes eine Vision von der Zerst\u00f6rung des Klosters. Als der Rat der Republik den Nonnen per Dekret die Aus\u00fcbung ihres Amtes untersagt, dringt eine Menschenmenge in das Kloster ein, um es zu r\u00e4umen. Sie erhalten einen Aufschub, den Mutter Marie dazu nutzt, die Karmelitinnen \u00fcber ein M\u00e4rtyrergel\u00fcbde abstimmen zu lassen, welches angenommen wird. Die Schwestern trennen sich, Blanche flieht entsetzt zum Haus ihres Vaters, der ermordet wurde. Kurz darauf werden au\u00dfer Blanche und Mutter Marie alle Karmelitinnen festgenommen und zum Tode verurteilt. W\u00e4hrend Mutter Marie vom Beichtvater abgehalten wird, mit ihren Schwestern zu gehen, besteigt Blanche das Schafott, als nur noch Constance \u00fcbrig ist, und folgt ihren Schwestern in den Tod.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Zu Beginn der Oper wird die B\u00fchne von einer riesigen B\u00fccherwand beherrscht. Diese m\u00e4chtige Ausstattung des Wohnsitzes von Blanches Familie hebt sich ab von der Kargheit, die das Kloster pr\u00e4gt. Lediglich zwei B\u00e4nke an jeder Seite bieten eine Sitzgelegenheit. Sp\u00e4ter erg\u00e4nzt ein riesiges, katholisches Kreuz, an der Decke h\u00e4ngend, das Bild. Im Verlauf der Oper wird die Einrichtung beider Handlungsorte zerst\u00f6rt, das B\u00fccherregal verbrannt, der gekreuzigte Jesus enthauptet. Das letzte Bild, die Enthauptung der Karmelitinnen, kommt ohne zus\u00e4tzliche Ausstattung aus, lediglich ein Podest f\u00fcr die Schwestern ist angedeutet. Durch anhebbare Trennw\u00e4nde sind \u00fcberraschende Auftritte m\u00f6glich, wie ihn z.B. die Erst\u00fcrmung des Konvents durch eine Menschenmenge erfordert. Durch Videoprojektionen wird in die Welt des Klosters immer wieder eine mal schreitende, mal st\u00fcrmende Menschenmenge an die W\u00e4nde projiziert. Die Kost\u00fcme sind der Zeit der Opernhandlung im 19. Jahrhunderts angepa\u00dft.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der Abend wird durch die D\u00fcsseldorfer Symphoniker unter der Leitung von Axel Kober zu einem Erlebnis. Zu Beginn der Oper wird die ausgewogene Differenzierung zwischen aggressiv-forcierten und Piano-Stellen deutlich. Immer wieder werden die einleitenden Stellen zu verschiedenen Bildern zu gelungenen Orchestermomenten, besonders zu nennen sind vor allem das Zwischenspiel vor dem erneuten Auftreten von Blanches Bruder im zweiten Akt sowie der Moment ihrer Ank\u00fcndigung, ins Kloster gehen zu wollen. Hier zeigen die D\u00fcsseldorfer Symphoniker einen enormen Klangreichtum.<\/p>\n<p>Auch das S\u00e4ngerensemble macht seine Arbeit gut. <strong>Anett Fritsch <\/strong>(Blanche) zeigt zuerst ihre kantable Seite mit einer angenehm hellen Stimme in der Tiefe; lediglich bei langen und hohen T\u00f6nen vibriert ihre Stimme ein wenig zu viel. Gegen Ende der Oper zeigt sie zudem starke aggressive Klangnuancen, wie z.B. nach der Trennung von ihrem Bruder oder wenn ihr bei ihrer R\u00fcckkehr in ihr Vaterhaus das Ragout verbrennt. <strong>Alma Sad\u00e9 <\/strong>(Constance) \u00fcberzeugt mit ihrer leichten und klaren Stimme, die gut zu ihrer Rolle pa\u00dft. <strong>Karl Thomas Schneider <\/strong>(Monsieur Javelinot) liefert ebenfalls eine sch\u00f6ne Leistung ab mit einer Stimme, die sich problemlos zwischen Extremen, wie dem schmalen Klang im zweiten Akt und dem vollen Ton am Ende der Oper, bewegt. Am besten gef\u00e4llt jedoch <strong>Anja Silja <\/strong>(Madame de Croissy) in ihrer Sterbeszene, die mit schwacher Stimme beginnt, jedoch stets eine solide Basis wahrt, um sich am Ende scheinbar v\u00f6llig unangestrengt in die H\u00f6he aufzuschwingen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Neben guten S\u00e4ngerdarbietungen ist es die Orchesterleistung, die den Abend positiv pr\u00e4gt. Der Inszenierung gelingen einige beeindruckende Bilder, so da\u00df nach der Oper allen Beteiligten zu Recht anhaltender Applaus gespendet wird.<\/p>\n<p>Malte Wasem<\/p>\n<p>Bild: Hans J\u00f6rg Michel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Die Karmelitinnen in ihrem Konvent. Sabine Hogrefe (Madame Lidoine, Neue Priorin), Ensemble<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Francis Poulenc (1899-1963), Oper in drei Akten und zw\u00f6lf Bildern, Libretto: der Komponisten nach dem gleichnamigen Drama von Georges Bernanos, UA: 26. 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