{"id":2101,"date":"2010-10-24T22:13:36","date_gmt":"2010-10-24T21:13:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2101"},"modified":"2010-10-29T12:00:03","modified_gmt":"2010-10-29T11:00:03","slug":"fidelio-boston-opera-culture-majestic-theatre","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2101","title":{"rendered":"FIDELIO &#8211; Boston, Opera &#8211; Cutler Majestic Theatre"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Ludwig van Beethoven (1770-1827), Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Joseph Sonnleithner und Georg Friedrich Treitschke, UA: Erste Fassung 1805, Wien, Theater an der Wien<\/p>\n<p>Regie\/B\u00fchne: Thaddeus Strassberger, Kost\u00fcme: Nancy Leary, Licht: Christopher Ostrom, Produktionsleitung: Linda O\u2019Brien<\/p>\n<p>Dirigent: Gil Rose, Orchester und Chor der Opera Boston, Choreinstudierung: Edward Elwyn Jones<\/p>\n<p>Solisten: Jason Ferrante (Jaquino), Meredith Hansen (Marzelline), Andrew Funk (Rocco), Christine Goerke (Leonore), Scott Bearden (Don Pizarro), Julius Ahn (1. Gefangener), John Salvi (2. Gefangener), Michael Hendrick (Florestan), Robert Honeysucker (Don Fernando)<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. Oktober 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Boston-Fidelio.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2102\" title=\"Boston-Fidelio\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Boston-Fidelio.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"249\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Boston-Fidelio.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Boston-Fidelio-300x213.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Leonore liebt ihren Ehemann Florestan. Dieser allerdings ist seit seinem Versuch, die Verbrechen des spanischen Gouverneurs Don Pizarro zu enth\u00fcllen, spurlos verschwunden. Die von Sorgen geplagte Leonore heuert darum als Mann verkleidet unter dem Decknamen Fidelio im Staatsgef\u00e4ngnis nahe Sevilla an. Dies wird von Don Pizarro geleitet, der in seinem tiefsten Kerker einen unbekannten Gefangenen festh\u00e4lt. Leonore hofft, Florestan zu finden und wird zur emsigen Gehilfin des Kerkermeisters Rocco.<\/p>\n<p>Als sich ein Kontrollbesuch des spanischen Ministers ank\u00fcndigt, will Pizarro Florestan schnellstm\u00f6glich beseitigen und plant dessen Mord. Leonore mu\u00df das Grab f\u00fcr den Gefangenen mit ausheben. So erh\u00e4lt sie Zugang zum Kerker, wo sie Florestan in miserablem Zustand erkennt.<\/p>\n<p>Als Pizarro herbeieilt, um Florestan zu t\u00f6ten, kann sich Leonore verstecken. Im entscheidenden Augenblick\u00a0 gelingt es ihr, den Mord an Florestan zu vereiteln. In diesem Moment k\u00fcndigt eine Fanfare die rettende Ankunft des Ministers an \u2013 Florestan ist frei.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Thaddeus Strassbergs B\u00fchne zeigt einen ausladenden Raum in edlem Dekor mit zahlreichen Anspielungen auf den spanischen Katholizismus w\u00e4hrend der Inquisition. Er spiegelt sich in den pr\u00e4chtigen Gew\u00e4ndern der M\u00e4chtigen, w\u00e4hrend alle darunter Stehenden in farblich gedeckten Kutten oder Anz\u00fcgen im Stil des 18. Jahrhunderts auftreten. Die Raumfunktion \u00e4ndert sich gem\u00e4\u00df dem musikalischen Szenenwechsel. Zu Beginn tummeln sich Marzelline und Jaquino in einem Atelier. Es folgt Roccos Schreibtisch, wo dieser \u00fcber Marzellines Zukunft sinniert, sowie Don Pizarros Speisesaal, wo er gen\u00fc\u00dflich demonstriert, wie er Florestan aufspie\u00dfen will. Im ersten Akt h\u00e4ngt ein gro\u00dfes Marienbild im Hintergrund, dar\u00fcber liegt eine Galerie geistlicher W\u00fcrdentr\u00e4ger. Hebt sich das Bild, er\u00f6ffnet sich ein Blick in den Kerker auf den Gefangenenchor, der verschn\u00f6rkelte Fu\u00dfboden wird zum Grund des Gef\u00e4ngnisses. Ein bisweilen mitten in den Raum hinuntergelassenes Gitter grenzt die auftretenden S\u00e4nger in den Ensembles voneinander ab.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der Abend beginnt vielversprechend: <strong>Jason Ferrante<\/strong> (Jaquino) brilliert mit hervorragender Textverst\u00e4ndlichkeit, witzig-charmantem Schauspiel und pr\u00e4zisem Gesang, geht allerdings manchmal im Duett mit <strong>Meredith Hansen<\/strong> (Marzelline) unter. Sie \u00fcberzeugt mit Koketterie und innigem Timbre \u2013 besonders am musikalischen H\u00f6hepunkt des Abends, dem Quartett <em>Mir ist so wunderbar<\/em> (<em>Fidelio<\/em>, 1. Akt)<\/p>\n<p><strong>Christine Goerke<\/strong> (Leonore) singt auch in h\u00f6chsten Registern sicher, aber unn\u00f6tig laut und mit zu starkem Vibrato, weshalb manch \u00fcberfl\u00fcssiges Luftschnappen auf Kosten des Textes geht. Entt\u00e4uschend ist <strong>Michael Hendrick <\/strong>(Florestan), dem die Stimme dynamisch und tonal in den H\u00f6hen anfangs massiv entgleitet. Sp\u00e4ter ist er darstellerisch durch die umso konzentrierter genommenen Eins\u00e4tze blockiert. Mit seiner kraftvollen und kontrollierten Stimme erfreut <strong>Andrew Funk<\/strong> (Rocco), dem das Orchester rhythmisch jedoch oft voraus ist, was auch die Ensembles beeintr\u00e4chtigt.<strong> <\/strong>Ausbauf\u00e4hig ist die Kommunikation zwischen Orchester und <strong>Scott Bearden<\/strong> (Don Pizarro), w\u00e4hrend <strong>Robert Honeysucker<\/strong> (Don Fernando) mit seinem angenehmen Ba\u00df rundum \u00fcberzeugt. Von Anfang an bla\u00df klingt das Orchester, so da\u00df viele Phrasierungen und Soli in dem kleinen Saal untergehen, wenngleich die Tempo\u00fcberg\u00e4nge durchweg souver\u00e4n sind. Hervorstechend frisch sprudeln die Oboensoli, die H\u00f6rner hingegen hangeln sich stolpernd durch Leonores <em>Komm, Hoffnung<\/em> (1. Akt). Der von Edward Elwyn Jones einstudierte Chor ist dank der warmen M\u00e4nnerstimmen eine Freude.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die unbefriedigende dynamische Gestaltung lenkt die Aufmerksamkeit oft ins Visuelle, was aber wegen der wenig koordinierten Personenf\u00fchrung schnell erm\u00fcdet. Hatten Marzelline und Jaquino anfangs noch die Lacher auf ihrer Seite, so zerstob dieser Eindruck sp\u00e4testens bei Florestans Auftritt, wobei man st\u00f6rende Lichtquellen auf der B\u00fchne im Zuschauerraum per Programmheft abzuwehren versuchte. Der Applaus fiel respektvoll aus, diesen Abend aber will mancher Stammgast trotz der einladenden Atmosph\u00e4re des Cutler Majestic Theatres lieber nicht wiederholen. Weniger Forte im Gesang und mehr Phrasierung im Orchester h\u00e4tte das Wiedersehen von Florestan und Leonore wom\u00f6glich in s\u00fc\u00dfes Gl\u00fcck, das Beethovens Partitur in vielen Momenten innewohnt, verwandelt.<\/p>\n<p>Carolin Krahn<\/p>\n<p>Bild: Clive Grainger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Christine Goerke (Leonore), Meredith Hansen (Marzelline) und Andrew Funk (Rocco) (Terzett &#8222;Gut, S\u00f6hnchen, gut&#8220;, 1. Aufzug)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Ludwig van Beethoven (1770-1827), Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Joseph Sonnleithner und Georg Friedrich Treitschke, UA: Erste Fassung 1805, Wien, Theater an der Wien Regie\/B\u00fchne: Thaddeus Strassberger, Kost\u00fcme: Nancy Leary, Licht: Christopher Ostrom, Produktionsleitung: Linda O\u2019Brien Dirigent: Gil Rose,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2101\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[149,1],"tags":[],"class_list":["post-2101","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-boston","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2101","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2101"}],"version-history":[{"count":11,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2101\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2152,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2101\/revisions\/2152"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2101"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2101"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2101"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}