{"id":2085,"date":"2010-10-19T22:38:40","date_gmt":"2010-10-19T21:38:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2085"},"modified":"2010-10-23T14:35:56","modified_gmt":"2010-10-23T13:35:56","slug":"l%e2%80%98-incoronazione-di-poppea-die-kronung-der-poppea-%e2%80%93-koln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2085","title":{"rendered":"L\u2018 INCORONAZIONE DI POPPEA- DIE KR\u00d6NUNG DER POPPEA \u2013 K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p>von Claudio Monteverdi (1567-1643), Oper in einem Prolog und drei Akten, Libretto: Giovanni Francesco Busenello, UA: 1642 Venedig<\/p>\n<p>Regie: Dietrich W. Hilsdorf, B\u00fchne: Dieter Richter, Kost\u00fcme: Renate Schmitzer, Licht: Nicol Hungsberg, Dramaturgie: Nora Verena H\u00fclsen, Video: Jasper Lenz\/Eric Po\u00df<\/p>\n<p>Dirigent: Konrad Jungh\u00e4nel, G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln und G\u00e4ste<\/p>\n<p>Solisten: Sandrine Piau (Poppea), Franco Fagioli (Nerone), David DQ Lee (Ottone), Romina Boscolo (Ottavia), Wolf Matthias Friedrich (Seneca), Claudia Rohrbach (Drusilla), Andrea Andonian (Nutrice), Ji-Hyun An (Fortuna\/2. Amorino\/Mirinda), Adriana Bastidas Gamboa (Virt\u00f9\/3. Amorino\/Damigella), Maike Raschke (Amore\/1. Amorino\/Valletto) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. Oktober 2010 (Premiere)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/K\u00f6ln-Poppea.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2086\" title=\"K\u00f6ln-Poppea\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/K\u00f6ln-Poppea.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/K\u00f6ln-Poppea.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/K\u00f6ln-Poppea-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Rom, im Jahre 62 n. Chr.: Der machtbesessene Kaiser Nerone verspricht seiner Geliebten Poppea, seine Gattin Ottavia zu versto\u00dfen und Poppea damit zur Kaiserin zu machen. Der Philosoph Seneca kritisiert diese Entscheidung, und Nero zwingt ihn, Selbstmord zu begehen. Kaiserin Ottavia will ihre Nebenbuhlerin Poppea ausschalten und \u00fcberredet den stets eifers\u00fcchtigen Ottone, seine ehemalige Geliebte Poppea umzubringen, was jedoch mi\u00dflingt. Ottavia und Ottone werden aus Rom verbannt. Nero verspricht Poppea, sie noch heute zu heiraten. Die Kr\u00f6nung erfolgt unter allgemeinem Jubel.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrung fand in der derzeit leerstehenden ehemaligen Firmenzentrale des K\u00f6lner Gerling-Konzerns statt. B\u00fchne und Zuschauerraum befanden sich in der ehemaligen Kantine, wobei die B\u00fchne in der Mitte des Raumes stand und die Zuschauer sich somit gegen\u00fcber sa\u00dfen. Eindruck machte die runde Kuppel im Raum, unter der eine kreisrunde Drehb\u00fchne aufgebaut war, auf der sich nichts weiter als ein gro\u00dfer ovaler, mit Weingl\u00e4sern und Weinkaraffen gedeckter Tisch sowie drei moderne B\u00fcrost\u00fchlen befanden. Zur B\u00fchne f\u00fchrten von jeder Seite, jeweils versetzt, ein Auf- bzw. ein Abgang. Das Orchester hatte man in zwei Instrumentalgruppen rechts und links der B\u00fchne aufgeteilt. Hinter ihnen gab es jeweils eine Leinwand, auf der zumeist Aufnahmen aus dem nun leer stehenden Geb\u00e4ude zu sehen waren. Nero war, seinem Charakter angemessen, schwarz gekleidet, seine Geliebte Poppea trat in einem wei\u00dfen Gewand auf. Der Philosoph Seneca war als Kontrast zu Nero wei\u00df gekleidet. Ottone trug eine moderne Offizierstracht. Zur Kr\u00f6nung der Poppea am Ende der Oper erschien diese mit einem goldgl\u00e4nzenden Kleid, w\u00e4hrend Nero nun mit einem durch goldene Lorbeerbl\u00e4tter verzierten Anzug, Sonnenbrille und einem Lorbeerkranz auf dem Kopf auftrat. Einen zweiten Kranz hielt er in der Hand. Damit kr\u00f6nte er Poppea.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Musikalisch war es ein \u00e4u\u00dferst gelungener Abend. Der Dirigent Konrad Jungh\u00e4nel dirigierte schwungvoll und f\u00fchrte die Musiker und S\u00e4nger sicher durch das Werk. Er bot einen lebendigen und facettenreichen Monteverdi. Beeindruckend war die enorme rhythmische Pr\u00e4zision der Musiker. Was die S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger dem Publikum boten gen\u00fcgte h\u00f6chsten Standards: Angef\u00fchrt vom noch relativ jungen, aber schon weltweit gefeierten Countertenor <strong>Franco Fagioli <\/strong>als Nerone waren alle Rollen gesanglich sehr gut besetzt. Herausragend war aber die franz\u00f6sische Sopranistin <strong>Sandrine Piau <\/strong>(Poppea). Auch in den sehr hohen Lagen klang ihre warme Stimme absolut klar, was in dieser Form ein eher seltenes Erlebnis ist. Au\u00dfergew\u00f6hnlich ist ihre Technik, die man beispielsweise bei den Trillern bewundern konnte. Ein weiterer Countertenor, <strong>David DQ Lee <\/strong>(Ottone),<strong> <\/strong>zeigte mit seiner ausgereiften und vor allem ausdrucksstarken Stimme, da\u00df er das Zeug hat, zu den ganz gro\u00dfen seines Faches aufzusteigen.<\/p>\n<p>Die italienische Mezzosopranistin <strong>Romina Boscolo <\/strong>(Ottavia) trat mit klarer und gro\u00dfer Stimme in Erscheinung. Ein kleiner Wermutstropfen: ihre Stimme war hin und wieder etwas gepre\u00dft, womit sie an Nat\u00fcrlichkeit einb\u00fc\u00dfte. Die Lautst\u00e4rkenschwankungen der T\u00f6ne \u2013 der von Monteverdi h\u00e4ufig angewandte toskanische Triller (schnellen Tonwiederholungen) \u2013 war sang sie enorm gekonnt. Die S\u00e4nger zeigten in ihren Rollen eine nachvollziehbare Verinnerlichung, die sie sehr glaubhaft darstellten.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Publikum, and\u00e4chtig in Stille nach dem wundervoll vorgetragenem Duett Poppea\/Nerone <em>Pur ti mori, pur ti godo \u2013 dich zu schauen, dich zu besitzen<\/em> (wohl das bekannteste Duett der Oper), entlud sich ein frenetischer Applaus mit Bravo-Rufen.<\/p>\n<p>Roman Bonitz<\/p>\n<p>Bild: Paul Leclaire.<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Kaiser Nerone (Franco Fagioli) und Poppea (Sandrine Piau)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Claudio Monteverdi (1567-1643), Oper in einem Prolog und drei Akten, Libretto: Giovanni Francesco Busenello, UA: 1642 Venedig Regie: Dietrich W. 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