{"id":207,"date":"2008-02-19T23:52:31","date_gmt":"2008-02-19T21:52:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=207"},"modified":"2008-03-12T23:58:32","modified_gmt":"2008-03-12T21:58:32","slug":"aachen-stadttheater-rigoletto","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=207","title":{"rendered":"Aachen, Stadttheater &#8211; RIGOLETTO"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Von Giuseppe Verdi, Oper in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave<br \/>\nUrauff\u00fchrung: 11. M\u00e4rz 1851, Venedig<br \/>\nRegie: Ewa Teilmans, B\u00fchnenbild: Elisabeth Pedross<br \/>\nDirigent: Daniel Jakobi, Sinfonieorchester Aachen, Opernchor Extrachor<br \/>\nJean Fran\u00e7ois Borras (Herzog von Mantua), Igor Morosow (Rigoletto), Michaela Maria Mayer (Gilda), Woong-jo Choi (Graf von Monterone), Johannes Piorek (Graf von Ceprano), Martin Berner (Marullo), Andreas Joost (Matteo Borsa), Pawel Lawreszuk (Sparafucile), Iva Danova (Maddalena), Anne Lafeber (Giovanna)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 16.02.2008 (Premiere 03.02.2008)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"aachen-rigoletto.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/aachen-rigoletto.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"aachen-rigoletto.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/aachen-rigoletto.jpg\" \/><\/a>Rigoletto ist der Hofnarr des Herzogs von Mantua. Auf einem Fest im Palast verh\u00f6hnt Rigoletto das Leid des Grafen Monterone, dessen Tochter vom Grafen gesch\u00e4ndet wurde. Monterone spricht einen Fluch \u00fcber Rigoletto aus. Rigoletto zeigt sich betroffen und kehrt nach Hause zu seiner Tochter Gilda zur\u00fcck, die sein ganzer Lebensinhalt ist und die er vor dem Hof versteckt h\u00e4lt. Er wei\u00df jedoch nicht, da\u00df Gilda schon l\u00e4ngst das Objekt der Begierde des Herzogs geworden ist. In seiner Abwesenheit sucht der Herzog Gilda auf und versucht sie zu verf\u00fchren, wird aber kurz vor dem Ziel von Rigolettos R\u00fcckkehr unterbrochen. Kurz darauf r\u00e4cht sich die Hofgesellschaft an Rigoletto. Get\u00e4uscht von den H\u00f6flingen wirkt er unwissentlich an der Entf\u00fchrung seiner eigenen Tochter mit. Zu sp\u00e4t bemerkt er die T\u00e4uschung.<br \/>\nDer Herzog erf\u00e4hrt von den Entf\u00fchrern, da\u00df Gilda sich durch einen gl\u00fccklichen Zufall im Palast befindet und verf\u00fchrt sie. W\u00e4hrenddessen fordert Rigoletto von den H\u00f6flingen die Herausgabe seiner Tochter, doch die H\u00f6flinge weiden sich an Rigolettos Schmerz. Gilda erscheint. Voller Scham erz\u00e4hlt sie ihrem Vater die Wahrheit \u00fcber ihre heimliche Liebe. Obwohl sie der Herzog betrogen hat, will sie ihm verzeihen. Doch Rigoletto will nur noch Rache nehmen an dem Mann, der seine Tochter entehrt hat. Er heuert den Berufsm\u00f6rder Sparafucile an, den Herzog zu ermorden. Vorher will er Gilda aber beweisen, da\u00df ihr Geliebter in Wahrheit ein treuloser Herzensbrecher ist. Er zwingt sie anzusehen, wie der Herzog in einem Gasthof mit Maddalena, der Schwester und Komplizin Sparafuciles flirtet. Aber auch Maddalena erliegt dem Charme des Herzogs und \u00fcberredet ihren Bruder diesen zu verschonen und statt dessen den n\u00e4chsten Besucher der Gastst\u00e4tte zu ermorden und als Opfer auszugeben. Gilda hat die Unterhaltung angeh\u00f6rt und handelt: sie l\u00e4\u00dft sich aus Liebe zum Herzog umbringen.<br \/>\nRigoletto mu\u00df mit Erschrecken feststellen, da\u00df der Sack, der ihm von Sparafucile \u00fcbergeben wurde nicht den toten Herzog, sondern seine sterbende Tochter enth\u00e4lt. Damit hat sich der Fluch des Monterone erf\u00fcllt und Rigolettos Schicksal besiegelt.<br \/>\n<strong>Die Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Aachener Inszenierung ist eine sehr originalgetreue Umsetzung der Oper Verdis.<br \/>\nDie st\u00e4ndig wechselnden Schaupl\u00e4tze wurden durch eine bemalte Leinwandkonstruktion aufgegriffen, die sich drehen lie\u00df. Zu Beginn zeigte diese das Innere einer Palasthalle in Olivt\u00f6nen, sp\u00e4ter die Palastmauern in gelb und violett. Auch Kost\u00fcme und Lichteffekte blieben in dem Farbenspektrum. Die Hofdamen trugen violette Ballkleider die Herren hatten schwarze Fracks an und hielten Gehst\u00f6cke.<br \/>\nZwei Welten wurden hier kunstvoll in Szene gesetzt: die an Spa\u00df orientierte Hofgesellschaft auf der einen Seite und die b\u00fcrgerliche Spie\u00dfigkeit auf der anderen. Die H\u00f6flinge wurden schauspielerisch vor allem durch <strong>Andreas Joost<\/strong> (Matteo Borsa) und  <strong>Martin Berner<\/strong> (Marullo) vertreten. Beide hatten eine sehr starke B\u00fchnenpr\u00e4senz und stellten ihre Rolle sehr \u00fcberzeugend dar durch ihre sexistischen Anspielungen. Hier ist auch <strong>Jean Fran\u00e7ois Borras<\/strong> (Herzog von Mantua) zu erw\u00e4hnen, der mit seinem strahlenden Tenor der Rolle sehr viel Aristokratisches verlieh, von seinem \u00e4u\u00dferen Erscheinungsbild einmal abgesehen, da\u00df weniger zu einem jugendlichen Frauenhelden pa\u00dfte.<br \/>\nDie b\u00fcrgerliche Welt, vertreten von <strong>Igor Morosow<\/strong> (Rigoletto) und <strong>Michaela Maria Mayer<\/strong> (Gilda), spielte den Gegenpart. Morosows kr\u00e4ftige Baritonstimme verlieh dem vom Ha\u00df und Schmerz zerfressenen Narren viel Nachdruck, doch als liebevoller Vater war die Stimme weich und sanft. Mayer, die in Rigoletto in Aachen ihr Deb\u00fct gab, war f\u00fcr die Rolle der Gilda wie geschaffen; denn ihr lyrischer Sopran pa\u00dfte gut zu der m\u00e4dchenhaften Unschuld Gildas. Ihr Aussehen (lang gelockte, blonde Haare, schlanke Figur) entsprach sie dem Bild einer Frau mit den Z\u00fcgen eines Engels voll und ganz. <strong>Woong-Jo Choi<\/strong> (Monterone) brachte durch seinen kurzen, aber eindrucksvollen Auftritt den Saal mit seinem schmetternden Ba\u00dfbariton zum Erbeben.<br \/>\nDie Handlung des St\u00fcckes wurde st\u00e4ndig angetrieben und baute eine gro\u00dfe Spannungskurve auf, die von der ersten bis zur letzten Minute aufrechterhalten werden konnte.<br \/>\nNicht zuletzt sollte hier die Leistung des Orchesters erw\u00e4hnt werden, da\u00df von <strong>Daniel Jakobi<\/strong> dirigiert wurde. Die Stimmungswechsel in Verdis Musik \u2013 von Erheiterung am Anfang bis Ersch\u00fctterung ganz zum Schlu\u00df \u2013 wurden gut umgesetzt.<br \/>\nDas ausverkaufte Haus war tief beeindruckt: am Ende erhob sich das Publikum sogar von den Sitzen, wobei <strong>Michaela Maria Meyer<\/strong> hier den st\u00fcrmischsten Applaus einheimste.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEine zutiefst bewegende Inszenierung. Man f\u00fchlte sich miteinbezogen in das Geschehen, das dank der brillanten Besetzung und der gro\u00dfartigen musikalischen Leistung allen Anspr\u00fcchen gerecht wurde.<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Ludwig Koerfer<br \/>\nDas Bild zeigt von links nach rechts:<br \/>\nYikun Chung, Andreas Joost, Igor Morosow, Woong-jo Choi, Opernchor und Extrachor des Theater Aachen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Giuseppe Verdi, Oper in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave Urauff\u00fchrung: 11. 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