{"id":2063,"date":"2010-10-11T22:04:24","date_gmt":"2010-10-11T21:04:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2063"},"modified":"2010-10-18T22:07:37","modified_gmt":"2010-10-18T21:07:37","slug":"tosca-oldenburg-staatstheater-halle-10-fliegerhorst","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2063","title":{"rendered":"TOSCA &#8211; Oldenburg, Staatstheater (Halle 10 Fliegerhorst)"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, nach dem gleichnamigen Schauspiel von Victorien Sardou<\/p>\n<p>UA: 14. Januar 1900 Rom, Teatro Costanzi<\/p>\n<p>Regie: Gustav Rueb, B\u00fchne: Florian Barth, Kost\u00fcme: Larissa Hartmann, Licht: Peter Scharneweber, Dramaturgie: Sebastian Hanusa<\/p>\n<p>Dirigent: Thomas Dorsch, Oldenburgisches Staatsorchester, Opern- und Extrachor sowie Kinder- und Jugendchor, Einstudierung: Thomas B\u00f6nisch<\/p>\n<p>Solisten: Irina Wischnizkaja (Floria Tosca), Alexej Kosarev (Mario Cavaradossi), Nico Wouterse (Baron Scarpia), Andrey Valiguras (Cesare Angelotti), Henry Kiichli (Mesner), Michael Pegher (Spoletta), Philip Zehnoff (Sciarrone), Andreas L\u00fctje (Schlie\u00dfer), Daniel Hermann (Hirtenknabe)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. Oktober 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Oldenburg-Tosca.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2064\" title=\"Oldenburg-Tosca\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Oldenburg-Tosca.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Oldenburg-Tosca.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Oldenburg-Tosca-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der r\u00f6mische Maler Cavaradossi verspricht Angelotti Unterst\u00fctzung bei seiner Flucht, was jedoch zu dessen Selbstmord f\u00fchrt. Der Polizeichef Scarpia will Cavaradossis Tosca zu seiner Geliebten machen und wird daf\u00fcr von ihr umgebracht. Cavaradossi wird zum Opfer von Scarpias Willk\u00fcrherrschaft. Tosca st\u00fcrzt sich nach seinem Tod von der Engelsburg in die Tiefe.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Premiere fand im Fliegerhorst, einer Industriehalle auf ehemaligem Milit\u00e4rgel\u00e4nde statt, die sich das Staatstheater Oldenburg f\u00fcr ein Jahr als Spielst\u00e4tte ausgesucht hat, w\u00e4hrend das eigene Haus renoviert wird.<\/p>\n<p>Die B\u00fchne mit dem zun\u00e4chst historischen B\u00fchnenbild stand so in der Mitte der Halle, da\u00df die hinzukommenden und abgehenden Protagonisten sichtbar wurden. Auf der Galerie, quasi aus der Ferne, wurde Trommelwirbel, Glockengel\u00e4ut und der Kanonenschu\u00df dargeboten, so da\u00df sich das Publikum wie mitten in das Rom des 19. Jh.s hineinversetzt f\u00fchlen konnte.<\/p>\n<p>Der erste Akt fand im Inneren der heute noch existierenden Kirche statt. Im zweiten Akt wurde die B\u00fchne gedreht, so da\u00df die im B\u00fchnenbild integrierte Garderobe zum Vorschein kam, welche als Scarpias Arbeitszimmer gelten sollte. Das Liebespaar blieb die Auff\u00fchrung \u00fcber in historischen Kost\u00fcmen, Scarpia wechselte in aktuelle Kleidung und bediente einen Bildschirm, auf dem die Auff\u00fchrung der Kantate zu sehen war. Ein unterirdischer Raum mit Fallt\u00fcr diente als Folterkammer, so da\u00df dem Publikum die Einzelheiten der an Cavaradossi ver\u00fcbten Grausamkeiten erspart blieben. Im dritten Akt wurde die B\u00fchne an die Seite geschoben. W\u00e4hrend des Zwischenspiels, das den anbrechenden Morgen nachf\u00fchlen lie\u00df, tr\u00e4umte das Liebespaar vom Familienleben. Beide S\u00e4nger wirkten verloren auf der kahlen Fl\u00e4che, auf der dann vier Soldaten gleichzeitig Cavaradossi erschossen. Tosca vergl\u00fchte im stark blendenden Licht.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Dem Oldenburgischen Staatsorchester gelang es die ihm zugedachte, wichtige Rolle eines Kommentators auszuf\u00fcllen, indem es die dramatischen Szenen auch musikalisch spannungsgeladen widerspiegelte und das harte Nebeneinander kontrastierender Szenen, wenn auch manchmal die S\u00e4nger \u00fcbert\u00f6nend, gut zum Ausdruck brachte.<\/p>\n<p>Ein H\u00f6hepunkt der Auff\u00fchrung bot sich am Ende des ersten Aktes, als das Tedeum durch Kinder- und Erwachsenenchor eindrucksvoll gesungen wurde. Im Vordergrund sa\u00df Scarpia und entwarf mit seinem ausdrucksstarken Ba\u00df finstere Pl\u00e4ne. <strong>Nico Wouterse<\/strong> (Scarpia), wenn auch stimmlich durchaus zupackend, blieb manchmal in seiner Rolle der Inkarnation des B\u00f6sen noch ein wenig zu freundlich. <strong>Alexej Kosarev<\/strong> (Cavaradossi) pa\u00dfte schon rein \u00e4u\u00dferlich sehr gut in die Rolle des K\u00fcnstlers und Liebhabers und sang nach anf\u00e4nglichen Schwierigkeiten seinen Part eindrucksvoll.<\/p>\n<p><strong>Irina Wischnizkaja <\/strong>(Tosca) konnte die emotionalen bzw. dramatischen Schattierungen der Tosca von Fr\u00f6mmigkeit und Naivit\u00e4t, von Eifersucht und Ha\u00df gesanglich gut ausdr\u00fccken<strong>, <\/strong>allerdings fehlten ihr die lyrischen, weichen T\u00f6ne, die in den Duetten ein wenig mehr zur Geltung kamen. <strong>Andrey Valiguras<\/strong> (Angelotti) sang und spielte den Gejagten nachvollziehbar und <strong>Henry Kiichli<\/strong> gab dem Messner eine komische Note, war aber leider stimmlich kaum verst\u00e4ndlich. <strong>Michael Pegher<\/strong> (Spoletta) gefiel in der Rolle als Handlanger des M\u00e4chtigen, seine junge Stimme braucht jedoch noch Zeit zur Entwicklung.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Fast eine Viertelstunde lang applaudierten die Zuh\u00f6rer f\u00fcr eine Interpretation der Oper, die den Schwerpunkt gl\u00fccklicherweise nicht auf das Ausleuchten des Gewaltt\u00e4ters Scarpia legte. Das Publikum konnte sich mit dem Weg des Liebespaares identifizieren, dessen Gl\u00fcck durch Machtmi\u00dfbrauch zerst\u00f6rt wird.<\/p>\n<p>Carola Jakubowski<\/p>\n<p>Bild: Andreas Etter<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Tosca und Cavaradossi sind dem Tode geweiht und tr\u00e4umen von einem gemeinsamen Leben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, nach dem gleichnamigen Schauspiel von Victorien Sardou UA: 14. 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