{"id":2051,"date":"2010-10-11T09:14:15","date_gmt":"2010-10-11T08:14:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2051"},"modified":"2010-10-12T09:16:43","modified_gmt":"2010-10-12T08:16:43","slug":"die-meistersinger-von-nurnberg-leipzig-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2051","title":{"rendered":"DIE MEISTERSINGER VON N\u00dcRNBERG &#8211; Leipzig, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Oper in 3 Aufz\u00fcgen, Libretto: Richard Wagner, UA: 21. Juni 1868, M\u00fcnchen<\/p>\n<p>Regie: Jochen Biganzoli, B\u00fchne: Helmut Brade, Kost\u00fcme: Heike Neugebauer<\/p>\n<p>Dirigent: Axel Kober, Gewandhausorchester; Kinder-, Jugend- und Zusatzchor der Oper Leipzig<\/p>\n<p>Solisten: Wolfgang Brendel (Hans Sachs), James Moellenhoff (Kunz Vogelgesang), J\u00fcrgen Kurth (Konrad Nachtigall), Dietrich Henschel (Sixtus Beckmesser), Tuomas Pursio (Fritz Kothner), Timothy Fallon (Balthasar Zorn), Keith Boldt (Ulrich Eisslinger), Tommaso Randozzo (Augustin Moser), Tomas M\u00f6wes (Hermann Ortel), Zolt\u00e1n Nagy (Hans Schwarz), Mikl\u00f3s Sebesty\u00e9n (Hans Foltz), Stefan Vinke (Walther von Stolzing), Dan Karlstr\u00f6m (David), Meagan Miller (Eva), Karin Lovelius (Magdalene), Roman Astakhov (Nachtw\u00e4chter)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. Oktober 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Leipzig-Meistersinger.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2052\" title=\"Leipzig-Meistersinger\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Leipzig-Meistersinger.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"223\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Leipzig-Meistersinger.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Leipzig-Meistersinger-300x191.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Walther von Stolzing und Eva sind ineinander verliebt. Doch Evas Hand kann nur derjenige gewinnen, der beim Wettsingen als Sieger hervorgeht. Stolzing will nat\u00fcrlich den Preis, n\u00e4mlich Eva, f\u00fcr sich gewinnen und nimmt am Probegesang teil. Beckmesser aber, der auch ein Auge auf Eva geworfen hat, kreidet als Pr\u00fcfer Stolzings Gesangsfehler nach der Meistersinger-Tabulatur genu\u00dfvoll an. Alle Meistersinger bis auf Hans Sachs sind der Meinung, da\u00df Stolzing nicht bestanden habe. Heimlich treffen sich Eva und Stolzing, und Hans Sachs nimmt den Ritter zu sich auf, w\u00e4hrend es auf der Stra\u00dfe zu einer tumultartigen Pr\u00fcgelszene kommt. Sachs lehrt Stolzing, wie er einen Traum, welchen er in der Nacht zuvor hatte, zu einem Meisterlied gestalten kann. Am Tag des Wettsingens erntet Beckmesser mit seinem Lied, dessen Strophen von Stolzing stammen und die er bei Hans Sachs gefunden hat, nur H\u00e4me und Spott. Allein Stolzings Interpretation findet Zuspruch und er gewinnt unter dem Jubel des Volkes seine geliebte Eva.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Jubil\u00e4ums-Produktion zum 50-j\u00e4hrigen Bestehen der Oper Leipzig unterscheidet sich bez\u00fcglich der Inszenierung erheblich von der <em>Meistersinger<\/em>-Produktion des Jahres 1960, mit der seinerzeit die Oper er\u00f6ffnet worden ist. Kamen 1960 klassische Ausstattungselemente und Kost\u00fcme zum Einsatz, so dominiert in der aktuellen Inszenierung in den ersten beiden Akten eine gr\u00fcne Stellwand den Hintergrund, in der die modern gewandeten Akteure singen. Im Verlauf der Oper klappen von den Stellw\u00e4nden Parolen und Vorschriften herunter, die z. T. die Texte des Librettos wiederspiegeln. In der Festspielwiesen-Szene wandelt sich das B\u00fchnenbild zu einem gro\u00dfen Spiegel im Hintergrund, der den Zuschauerraum wiedergibt und einer Trib\u00fcne von B\u00fchneng\u00e4sten, wobei Fahnen mit der Aufschrift <em>50<\/em> im Zuschauerraum gehisst werden, als Reminiszenz an das Opernjubil\u00e4um. Zuvor marschieren u. a. DDR-Protagonisten auf der B\u00fchne auf, Hans Sachs signiert ein Buch und er wird in eine Hakenkreuzfahne eingeh\u00fcllt, als Symbol seiner Vermarktung und der Ideologieeinspannung im Dritten Reich.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wolfgang Brendel<\/strong> bietet einen veritablen Hans Sachs. Sein geschmeidiger Bariton l\u00e4\u00dft das <em>Was duftet doch der Flieder<\/em> zart erbl\u00fchen und dem <em>Verachtet mir die Meister nicht<\/em> verleiht er durch akzentuierte Stimmf\u00fchrung die notwendige Eindringlichkeit, die dazu von seinem respektablen Stimmvolumen unterst\u00fctzt wird. Der Walther von Stolzing von Heldentenor <strong>Stefan Vinke<\/strong> atmet lyrische Leichtigkeit, gepaart mit dramatischer Phrasierung. Sein Preisleid, eingebettet in warm timbrierte H\u00f6hen, ger\u00e4t zu einem mitrei\u00dfenden Meisterst\u00fcck. Ba\u00df <strong>James Moellenhoff<\/strong> (Veit Pogner) beeindruckt im <em>Das sch\u00f6ne Fest<\/em> mit eindrucksvoller Mittellage, die auch viel Raum f\u00fcr eine lupenreine Intonation in der Tiefe l\u00e4\u00dft.<strong> Meagan Miller <\/strong>setzt in ihrer Rolle als Eva durch ihr gl\u00fchendes Pulsieren in den H\u00f6hen starke Akzente. Der Beckmesser von Bariton <strong>Dietrich Henschel<\/strong> ist in der Phrasierung gekonnt karikierend umgesetzt. Hervorzuheben seien vor allem noch die stimmliche Leistungen von <strong>Tuomas Pursio<\/strong> (Fritz Kothner) und <strong>Dan<\/strong> <strong>Karlstr\u00f6m<\/strong> (David). Das <strong>Gewandhausorchester<\/strong> unter <strong>Axel Kober<\/strong> steigert sich von der unkonzentriert vorgetragenen Ouvert\u00fcre bis zum dritten Akt hin merklich.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung ist in gro\u00dfen Teilen inspirationslos und weist leider zu wenig Dynamik im B\u00fchnengeschehen auf. Durch die der Oper innewohnenden szenischen L\u00e4ngen w\u00fcnscht man sich entweder eine der Partitur gerechte klassische Ausstattung, in der das Auge in Details schwelgen kann oder \u00fcberhaupt einige z\u00fcndende Umsetzungen in die Moderne. Einzig die gute Leistung der S\u00e4nger und der Musiker lassen ein wenig Feststimmung aufkommen. So wurde zum Jubil\u00e4um statt spritzigem Sekt nur schale Schorle geboten \u2013 Schade!<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Andreas Birkigt<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Der erste Akt der Oper endet in einem Tumult der Meister.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883), Oper in 3 Aufz\u00fcgen, Libretto: Richard Wagner, UA: 21. 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