{"id":2046,"date":"2010-10-03T18:33:18","date_gmt":"2010-10-03T17:33:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2046"},"modified":"2010-10-04T18:36:34","modified_gmt":"2010-10-04T17:36:34","slug":"niobe-%e2%80%93-regina-di-tebe-london-covent-garden-royal-opera-house","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2046","title":{"rendered":"NIOBE \u2013 Regina di Tebe &#8211; London Covent Garden &#8211; Royal Opera House"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Agostino Steffani eine Oper in drei Akten, Libretto: Luigi Orlandi, nach Ovids <em>Metamorphose<\/em>; UA: 5. Januar1688, Hoftheater M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Regie: Lukas Hemleb, B\u00fchne\/Licht: Raimund Bauer Kost\u00fcme: Andrea Schmidt-Futterer, Choreographie: Thomas Stache<\/p>\n<p>Dirigent: Thomas Hengelbrock, Orchester: Balthasar Neumann Ensemble<\/p>\n<p>Solisten: V\u00e9ronique Gens (Niobe), Jacek Laszczkowski (Anfione), Amanda Forsythe (Manto), Iestyn Davies (Creonte), Lothar Odinius (Tiberino), Tim Mead (Clearte), Delphine Galou (Nerea), Bruno Taddia (Tiresia), Alastair Miles (Poliferno), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 1. Oktober 2010 (Erste Inszenierung beim Festival Schwetzingen, 2008)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/London-Niobe.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2047\" title=\"London-Niobe\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/London-Niobe.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/London-Niobe.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/London-Niobe-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die etwas verworrene Handlung, die teilweise auf Ovids Metamorphose beruht, entf\u00fchrt uns weit in die griechisch mythologische Welt. Anfione, K\u00f6nig von Theben, ist des Regierens m\u00fcde und \u00fcbertr\u00e4gt seiner Frau Niobe die Macht. An ihre Seite stellt er Clearte, ihren heimlichen Verehrer. Jedoch, die Feinde Thebens schlafen nicht, und Gefahr droht von zwei Seiten: von Tiberino, Prinz von Alba und von Creonte, Prinz von Thessalien. W\u00e4hrend Tiberino an der Grenze Thebens aufgrund einer neu entflammenden Liebe zu Manto aufgehalten wird, greift Creonte unter dem Einflu\u00df des b\u00f6sen Magiers Poliferno Theben an. Anfione kehrt aus seinem Ruhestand zur\u00fcck und beschw\u00f6rt mit seinem Gesang die G\u00f6tter, welche Mauern um Theben hochschie\u00dfen lassen. Die Gefahr scheint f\u00fcrs erste gebannt und Niobe feiert Anfione als Gott, sehr zum Missfallen des Priesters Tiresias, Mantos Vater.<\/p>\n<p>Anstatt in den Himmel erhoben zu werden um seinen Platz unter den G\u00f6ttern einzunehmen, wird Anfione durch einen Trick Polifernos von b\u00f6sen Geistern entf\u00fchrt. W\u00e4hrendessen verf\u00fchrt ein als Gott Mars verkleideter Creonte mit Hilfe Polifernos die K\u00f6nigin Niobe. Der Zauber gelingt, und Niobe verliebt sich in Creonte.<\/p>\n<p>Die Liebesaff\u00e4re wird j\u00e4h von Poliferno unterbrochen, der zur Flucht ruft, weil die G\u00f6tter sich r\u00e4chen wollen. Poliferno und Creonte fliehen und der Bann ist gebrochen. Anfione findet die ohnm\u00e4chtige und \u00fcber Polifernos Magie verzweifelte Niobe.<\/p>\n<p>Eine Opferzeremonie Mantos vor der G\u00f6ttin Latona wird von der w\u00fctenden Niobe unterbrochen: nur sie selbst soll als G\u00f6ttin verehrt werden. Manto prophezeit die Rache der G\u00f6tter an Niobe und ihrer Familie. Der Palast brennt nieder, Niobes Kinder sterben im Feuer, Anfione ersticht sich und Niobe wird aus Gram zu Stein. Creonte wird neuer Herrscher in Theben. Er verbannt Poliferno und gibt seinen Segen f\u00fcr die Heirat Tiberinos mit Manto.<\/p>\n<p><strong>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p>Die fast g\u00e4nzlich unbekannte Oper Agostino Steffanis bietet seltene und anspruchsvolle Kl\u00e4nge, nicht zuletzt aufgrund des f\u00fcr seine Zeit recht gro\u00dfen Orchesters mit Blechbl\u00e4sern und Trommeln. Das Werk wurde bis 2008 wahrscheinlich mehr als 300 Jahre nicht aufgef\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>Die Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Hemlebs Schwetzinger Festival Inszenierung von vor zwei Jahren wirkte \u00fcppig, ja fast verschwenderisch. Das B\u00fchnenbild \u00fcberraschte mit Licht, Rauch, Feuer, Spiegel oder Heliumballoneffekten. Auch eine \u00fcberdimensionierte Discokugel wirkte nicht unbedingt deplaziert.<\/p>\n<p><strong>V\u00e9ronique Gens<\/strong> (Niobe) dominierte mit ihrem au\u00dferordentlich ausdrucksstarken und sch\u00f6nen Sopran weite Teile der Oper. Die wirkliche \u00dcberraschung der Oper war jedoch der selten geh\u00f6rte m\u00e4nnliche Sopran der Titelrolle. <strong>Jacek Laszczkowski<\/strong> sang die Rolle des Anfione mit kristallklar hoher und sehr ausdrucksvoller Stimme und bot ein eindrucksvolles Klangerlebnis. Seine Arien wirken oft feierlich, teilweise sph\u00e4risch wie beispielsweise im Palast der Harmonie.<\/p>\n<p>Der Sopran Anfione steht im Kampf und Konkurrenz mit zwei Counterten\u00f6ren, <strong>Iestyn Davies<\/strong> (Creonte) und <strong>Time Mead<\/strong> (Clearte), beide wundersch\u00f6n gesungen, letzterer jedoch etwas ausdrucksvoller und klarer. Gesanglich war die Besetzung fast ausschlie\u00dflich auf sehr hohem Niveau, obwohl eher traditionelle Stimmlagen (Tenor, Ba\u00df etc.) trotz vorz\u00fcglich sauber gesungener Arien und ostinato B\u00e4sse gegen die m\u00e4nnliche Sopranerfahrung fast notwendigerweise abfallen. Schauspielerisch hingegen wirkten die S\u00e4nger mit wenigen Ausnahmen oft statisch. Dies ist jedoch vielleicht gewollt und nicht ganz ungew\u00f6hnlich bei Inszenierungen von Opern dieser Zeit. <strong>Thomas Hengelbrock<\/strong> dirigierte ein beispiellos genaues und einf\u00fchlsames <strong>Balthasar Neumann Ensemble<\/strong>, welches die farbenfrohen ungew\u00f6hnlichen und teilweise verworrenen S\u00e4tze von Steffanis Oper virtuos mit ihren Barockinstrumenten umsetzte.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrung, eine Wagnis bzgl. der Inszenierung dieser seltenen und sehr ungew\u00f6hnlichen Oper im Royal Opera House war ein gro\u00dfer musikalischer Erfolg, und das recht heterogene, doch scheinbar gut informierte Publikum honorierte dies mit st\u00fcrmischen Applaus.<\/p>\n<p>Dr. Dominik Zenner<\/p>\n<p>Bild: Bill Cooper<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: V\u00e9ronique Gens (Niobe) und Jacek Laszczkowski (Anfione), im Palast der Harmonie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Agostino Steffani eine Oper in drei Akten, Libretto: Luigi Orlandi, nach Ovids Metamorphose; UA: 5. 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