{"id":2039,"date":"2010-09-26T21:38:54","date_gmt":"2010-09-26T20:38:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2039"},"modified":"2010-10-02T21:42:19","modified_gmt":"2010-10-02T20:42:19","slug":"mefistofele-gelsenkirchen-musiktheater-im-revier","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2039","title":{"rendered":"MEFISTOFELE &#8211; Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Arrigo Boito (1842-1918), Oper in einem Prolog, 4 Akten und einem Epilog, Libretto: Arrigo Boito<\/p>\n<p>UA: 5. M\u00e4rz 1868, Teatro alla Scala Mailand, 2. Fassung: 4. Oktober 1875 Teatro della Communale, Bologna<\/p>\n<p>Regie: Michael Schulz, B\u00fchne: Dirk Becker, Kost\u00fcme: Ren\u00e9e Listerdal, Licht: J\u00fcrgen Rudolph, Dramaturgie: Anna Grundmeier, Wolfgang Willaschek<\/p>\n<p>Dirigent: Rasmus Baumann, Neue Philharmonie Westfalen, Opern- und Extrachor, Gelsenkirchener Kinderchor, Einstudierung: Alfred Schulze-Aulenkamp<\/p>\n<p>Solisten: R\u00fcdiger Frank (Gott), Dong-Won Seo (Mefistofele), Ray M. Wade, JR. (Faust), Petra Schmidt (Margherita), Piotr Procherda (Wagner), Almuth Herbst (Martha), Majken Bjerno (Helena), Almuth Herbst (Pantalis), Piotr Prochera (Nereus)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 24. September 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/MIR-Mefistofele.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2040\" title=\"MIR-Mefistofele\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/MIR-Mefistofele.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/MIR-Mefistofele.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/MIR-Mefistofele-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Mefistofele wettet mit Gott um Fausts Seele, die er bekommt, wenn dieser den Verlockungen der Welt verf\u00e4llt. Um seinen Erkenntnishunger zu stillen, l\u00e4\u00dft Faust sich auf den Pakt mit dem Teufel ein. Mit Mefistofeles Hilfe schafft es Faust, die junge Frau Margherita f\u00fcr sich zu gewinnen, f\u00fchrt diese jedoch auch ins tiefste Ungl\u00fcck. Von Mefistofeles in die griechische Antike versetzt, begegnet Faust der sch\u00f6nen Elena und verliebt sich in sie. Mefistofele ist am Ende \u00fcberzeugt, Faust nach allen Ausschweifungen auf ewig zufriedengestellt und somit dessen Seele gewonnen zu haben. Himmlische Geister sch\u00fctzen und retten jedoch den nun sterbenden und in den Himmel auffahrenden Faust (Epilog). Mefistofele mu\u00df einsehen, die Wette mit Gott verloren zu haben.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Faust und sein Student Wagner sind vor Mefistofeles Verwandlung zwei gebrechliche, \u00e4rmlich gekleidete Gestalten: Faust tritt auf Kr\u00fccken und Wagner im Rollstuhl auf, w\u00e4hrend das Volk mit Ski-St\u00f6cken, roten Sonnenbrillen und modischen Trainings-Anz\u00fcgen der 60er Jahre das Osterfest feiert. Die Begegnung zwischen Faust und Mefistofele, mit Margherita und ihrer Mutter Martha spielt auf einer kleinen B\u00fchne mit rotem Vorhang, w\u00e4hrend dahinter das Bild einer blumigen Landschaft erscheint. Die Kost\u00fcme sind in dieser Szene klassisch gehalten. Beim Gang auf den Brocken zur Walpurgisnacht wird die B\u00fchne etwa drei Meter hochgefahren. Mefistofeles und Faust steigen hinab und begegnen neben vier halbnackten l\u00fcsternen Weibern zahlreichen, in Karneval-Kost\u00fcmen verkleideten Gestalten, w\u00e4hrend auf dem oberen Teil der B\u00fchne Margherita im wei\u00dfen Kleid ihr neu geborenes Kind t\u00f6tet und den verst\u00fcmmelten S\u00e4ugling in die Unterwelt hinunterwirft. Die klassische Walpurgisnacht beginnt mit der sch\u00f6nen Elena, die auf einer Gondel hineingefahren wird. Die Kost\u00fcme hier sind \u00fcberspitzt klassisch gehalten. Vorbei das Spiel: Fausts Rettung durch die himmlischen Kr\u00e4fte erfolgt durch die Besteigung von Gottes Thron, der \u2013 umgeben von den zwei Engeln \u2013 in die H\u00f6he gefahren wird, w\u00e4hrend Mefistofeles hinausgejagt wird.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Vor allem die Sopranistin <strong>Petra Schmidt<\/strong> \u00fcberzeugte an diesem Abend mit einer strahlend hellen, warmen und klaren Stimme. Ihre Arie <em>L\u2018 altra notte<\/em> <em>&#8211; Die andere Nacht<\/em> (3. Akt) wurde mit viel Pathos, Einf\u00fchlsamkeit und Sanftm\u00fctigkeit vorgetragen. Auch der Tenor <strong>Ray M. Wade<\/strong> in der Rolle des Fausts \u00fcberzeugte mit einer ausdrucksstarken und farbenreichen Opernstimme. <strong>Dong-Won Seo<\/strong> fehlte es etwas an Stimmvolumen und blieb somit etwas bla\u00df. So h\u00e4tte man bei seiner ersten gro\u00dfen und bekannten Arie \u201e<em>Son spirito che nera sempre<\/em>\u201c &#8211; <em>Ich bin der Geist, der stets vernein<\/em> (2. Akt) etwas mehr Dramatik und Ausdruck erwartet. V\u00f6llig \u00fcberzeugend waren hingegen dessen hervorragenden schauspielerischen Leistungen sowie seine starke B\u00fchnenpr\u00e4senz: Stets \u00e4u\u00dferst passend war \u2013 wie im \u00fcbrigen auch bei <strong>R\u00fcdiger Frank<\/strong>, der den Gott darstellte \u2013 sein mimischer Ausdruck. Die <strong>Neue Philharmonie Westfalen<\/strong> konnte ihren nun schon seit l\u00e4ngerer Zeit andauernden Aufw\u00e4rtstrend auch an diesem Abend unter der Leitung des geb\u00fcrtigen Gelsenkircheners <strong>Rasmus Baumann,<\/strong> der auch an diesem Abend wieder mit klarem Dirigat zu \u00fcberzeugen wu\u00dfte, best\u00e4tigen: Gutes Zusammenspiel, ein grandioses Repertoire an Klangfarben, dynamisch feinf\u00fchlig differenziert, sorgten auch die Orchestermusiker daf\u00fcr, da\u00df der Abend insgesamt zu einem Genu\u00df wurde. Mitrei\u00dfend der Gelsenkirchener <strong>Opern- und Kinderchor<\/strong> mit seinen sehr reinen und klanglich sanften Stimmen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine insgesamt sehr beeindruckende Vorstellung im ausverkauften Musiktheater im Revier. Vereinzelt fielen beim langanhaltenden Schlu\u00dfapplaus einzelnen Buh-Rufe f\u00fcr das Regie-Team, die Bravo-Rufe \u00fcberwogen jedoch. Gro\u00dfen Applaus gab es f\u00fcr das Orchester und den Opern- und Kinderchor. Da\u00df dieses Werk im Gegensatz zu Italien nur \u00e4u\u00dferst selten auf deutschen Opernspielpl\u00e4nen steht, ist im Grunde bei dieser affektvollen Musik sowie den faszinierenden Arien und Chorpassagen kaum nachzuvollziehen.<\/p>\n<p>Roman Bonitz<\/p>\n<p>Bild: Pedro Malinowski<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Dong-Won Seo (Mefistofele), R\u00fcdiger Frank (Gott) v.l.n. r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Arrigo Boito (1842-1918), Oper in einem Prolog, 4 Akten und einem Epilog, Libretto: Arrigo Boito UA: 5. M\u00e4rz 1868, Teatro alla Scala Mailand, 2. Fassung: 4. 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