{"id":2034,"date":"2010-10-01T20:23:38","date_gmt":"2010-10-01T19:23:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2034"},"modified":"2010-10-02T20:31:25","modified_gmt":"2010-10-02T19:31:25","slug":"l%e2%80%99occasione-fa-il-ladro-%e2%80%93-gelegenheit-macht-diebe-mailand-teatro-alla-scala","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2034","title":{"rendered":"L\u2019occasione fa il ladro \u2013 GELEGENHEIT MACHT DIEBE &#8211; Mailand, Teatro alla Scala"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini, Burletta per musica, Libretto: Luigi Prividali, nach <em>L\u2019occaion fait le larron<\/em> (1810) von Eug\u00e8ne Scribe, UA: 24. November 1812, Teatro di San Mos\u00e8, Venedig<\/p>\n<p>Regie, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Sonja Frisell nach Jean-Pierre Ponnelle<\/p>\n<p>Dirigent: Daniele Rustioni, Licht: Marco Filibeck<\/p>\n<p>Solisten: Jaeheui Kwon (Don Eusebio), Marika Gulordava (Berenice), Jihan Shin (Conte Alberto), Massimo Cavalletti (Don Parmenione), Evis Mula (Ernestina), Davide Pelissero (Martino)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 28. September 2010 (nach einer Inszenierung beim Rossini Opera Festival Pesaro, 1987)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Mailand-Gelegenheit.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2035\" title=\"Mailand-Gelegenheit\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Mailand-Gelegenheit.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Mailand-Gelegenheit.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Mailand-Gelegenheit-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Don Parmenione und Diener Martino sind auf der Suche nach der verschwundenen Tochter eines Freundes. W\u00e4hrend ein Gewitter tobt, treffen die beiden mit Graf Alberto zusammen. Dieser ist auf der Reise zu seiner Braut Bernice. Beim Weggehen nimmt Alberto den Koffer Parmeniones mit, da beide Koffer sich aufs Haar \u00e4hneln. Im Koffer findet Parmenione das Bildnis eines sch\u00f6nen M\u00e4dchens, das er nun unbedingt kennenlernen m\u00f6chte. Dieses M\u00e4dchen ist Berenice. Er und Alberto treffen im Schlo\u00df \u00a0Berenices wieder zusammen. Berenice hatte ihre gr\u00e4fliche Kleidung mit der ihrer Zofe Ernestina getauscht, um ihren noch unbekannten Br\u00e4utigam unauff\u00e4llig zu pr\u00fcfen. Es gibt ein gro\u00dfes Durcheinander, bei der sich Parmenione als Graf Alberto ausgibt. Alles endet aber schlie\u00dflich glimpflich, zumal Parmenione sich in Ernestina verliebt. Einer Doppelhochzeit steht nun nichts mehr im Wege.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Kein Vorhang trennt die B\u00fchne vom Zuschauerraum. Der Dirigent erscheint und sofort werden vom Dachgeb\u00e4lk bemalte Leinw\u00e4nde heruntergelassen, die nach und nach eine Wirtsstube mit Tisch und St\u00fchle entstehen lassen. Mit einem riesigen Koffer bewaffnet kommt durch den Mittelgang des Parterre Diener Martino. Er begr\u00fc\u00dft den Dirigenten, der danach mit der Ouvert\u00fcre beginnt. Martino stellt den Koffer inmitten der B\u00fchne ab, \u00f6ffnet ihn und daraus entsteigen die Figuren der Burletta, zun\u00e4chst in wei\u00dfer Unterkleidung. Sogleich streifen sich die S\u00e4nger die aus dem Koffer herausquellenden Kost\u00fcme \u00fcber. S\u00e4mtliche Kleidung entstammt der Mode des beginnenden 19. Jahrhunderts. W\u00e4hrend des im Orchester lautmalerisch dargestellten Gewitters wackeln die Stoffw\u00e4nde. Im Laufe des Handlungsverlaufs werden neue Leinw\u00e4nde aufgeh\u00e4ngt, die den eleganten Gartensalon Bernices hervorzaubern.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Sowohl bei den S\u00e4ngern als auch beim Dirigenten und dem Orchester handelt es sich um Angeh\u00f6rige des traditionsreichen Openstudios (<em>cantanti lirici<\/em>), das 1997 von Riccardo Muti gegr\u00fcndet, doch eigentlich auf Urspr\u00fcnge aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zur\u00fcckgeht. Zum Unterschied zu den allermeisten Opernh\u00e4usern f\u00fchrt das Teatro alla Scala mit Angeh\u00f6rigen dieses Opernstudios j\u00e4hrlich eine eigens einstudiert Oper auf. Wer nun meint, dadurch k\u00e4me es zum Verlust des musikalischen Niveaus, w\u00fcrde einem Irrtum aufsitzen: es wird insgesamt hervorragend gesungen und musiziert, durchaus auf der H\u00f6he eines deutschen Stadttheaters.<\/p>\n<p>Dirigent <strong>Daniele Rustioni<\/strong> f\u00fchrt das Orchester durch die heiklen, ja kniffeligen Passagen der Oper, und kaum einmal \u00fcberdeckt das Orchester die Singstimmen. Kleine Unsicherheiten am Anfang, besonders bei den Auftakten, auch werden die schnellen Noten von den Violinen etwas zu breit gespielt und die Staccati verwischt. Doch kommen die <strong>Orchestermusiker<\/strong> schnell in die richtige Gangart und begleiten die S\u00e4nger akkurat. <strong>Massimo Cavalletti<\/strong> (Parmenione) nimmt etwas zuviel Vibrato, hat aber eine gute Intonation und macht vieles wett durch seine B\u00fchnenpr\u00e4senz. Letztere ist in gleicher vollendeter Form bei <strong>Davide Pelissero<\/strong> (Martino) festzustellen. <strong>Marika Gulordava<\/strong> (Berenice) als Hauptfigur geht die Verzierungen und Koloraturen gut an. Ihre Tonh\u00f6hensicherheit ist nicht immer vom Besten. Allerdings bringt sie die Triller in ihrem Duett mit Jihan Shin: <em>Se non m\u2019inganna il core \u2013 wenn mich mein Herz nicht t\u00e4uscht<\/em> gut zur Darstellung und in der Cabeletta <em>Io non soffro quest\u2019oltraggio \u2013 ich dulde nicht dieses Verspotten<\/em> kommen die schwierigen Dreiklangpassagen sehr genau. Aber die Trennung der einzelnen Noten ihrer Koloraturen sind \u00f6fters undeutlich, wo doch der Belcantohauptreiz darin liegt, die Noten wie \u201eSand rieseln zu lassen\u201c.<\/p>\n<p><strong>Evis Mula<\/strong> (Ernestina) zeichnet sich aus durch Stabilit\u00e4t ihrer Gesangslinien und gro\u00dfer lyrischer W\u00e4rme ihrer Stimme. Hinzu kommt die Klarheit ihrer Stimme, gute Artikulation sowie Intonation und ihre Koloraturen kommen wir \u201ePerlen einer Perlenkette\u201c. Sie macht Hoffnung f\u00fcr die Zukunft! Der Koreaner <strong>Jihan Shin<\/strong> (Conte Alberto) hat eine frei nach oben reichende Stimme, aber bei seiner langen Arie: <em>D\u2019ogni pi\u00f9 sacro impegno \u2013 die Ehe sollte ohne Verpflichtung eingegangen werden<\/em> hat er gro\u00dfe Schwierigkeiten mit dem Atmen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine vom B\u00fchnenbild und den Aktionen der S\u00e4nger sch\u00f6ne und bez\u00fcgliche der S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger zufriedenstellende Auff\u00fchrung.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Marco Brescia &amp; Rudy Amisano<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Davide Pelissero (Martino), stehend, Massimo Cavalletti (Don Parmenione), sitzend<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini, Burletta per musica, Libretto: Luigi Prividali, nach L\u2019occaion fait le larron (1810) von Eug\u00e8ne Scribe, UA: 24. 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