{"id":2029,"date":"2010-09-27T10:41:01","date_gmt":"2010-09-27T09:41:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2029"},"modified":"2011-02-24T12:40:17","modified_gmt":"2011-02-24T11:40:17","slug":"la-boheme-kiel-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2029","title":{"rendered":"LA BOH\u00c8ME &#8211; Kiel, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Szenen aus Henri Murgers <em>La Vie de Boh\u00e8me<\/em>, Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa UA: 1. Februar 1896, Teatro Regio, Turin<\/p>\n<p>Regie: Daniel Karasek, B\u00fchne: Norbert Ziermann, Kost\u00fcme: Claudia Spielmann, Dramaturgie: Cordula Engelbert<\/p>\n<p>Dirigent: Georg Fritzsch, Philharmonisches Orchester Kiel, Opern- und Extra-Chor, Kinder- und Jugendchor an der Oper Kiel<\/p>\n<p>Solisten: Ekaterina Isachenko (Mimi), Susan Gouthro (Musetta), Yoonki Baek (Rodolfo), Tomohiro Takada (Marcello), J\u00f6rg Sabrowski (Schaunard), Kemal Ya ar (Colline), Hans Georg Ahrens (Benoit), Luis Araos (Parpignol), Andrzej Bernagiewicz (Alcindoro) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 25. September 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Kiel-Boheme1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2031\" title=\"Kiel-Boheme\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Kiel-Boheme1.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Kiel-Boheme1.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Kiel-Boheme1-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Die vier Bohemien Rodolfo, Marcello, Schaunard und Colline widmen ihr Leben den K\u00fcnsten, ihren Idealen und dem Spa\u00df. Jeglicher Materialismus ist ihnen unwichtig, weswegen sie an der Armutsgrenze leben. Eines Tages kommt die unbekannte Nachbarin Mim\u00ec Rodolfo besuchen \u2013 es ist Liebe auf den ersten Blick. Mim\u00ec ist schwer krank, aber das macht die Liebe des Paares nur noch st\u00e4rker. Das andere Paar der Oper, Musetta und Marcello, f\u00fchrt eine turbulente Beziehung mit viel Eifersucht. Nach ihrer Trennung von Rodolfo kehrt Mim\u00ec zu ihm zur\u00fcck und stirbt im Kreis ihrer Freunde und Rodolfo.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Das erste B\u00fchnenbild zeigt die Bleibe der Boh\u00e8me. Sie ist karg und \u00e4rmlich eingerichtet, genauso wie der Lebensstil der Bohemien. Neben einer Musicbox, ein paar St\u00fchlen, einem Tisch und einem Kerzenleuchter ist nichts weiter zu erkennen. Ihre Kleidung ist ebenfalls auf das Notwendigste reduziert: Schals, Jacketts und einfache Hosen in Naturfarben. Einzig Schaunard ist seine Musikpassion durch seine Rasta Z\u00f6pfe, ein Batik-T-Shirt, Lederjacke und R\u00f6hrenjeans anzusehen. Die Bohemiens haben eine Kamera, mit der sie sich filmen. An einer Leinwand im Hintergrund der B\u00fchne kann man sie deswegen gleichzeitig von nahem sehen. Das zweite Bild zeigt ein gesch\u00e4ftiges, buntes Treiben mit vielen Menschen auf dem Vorplatz des Caf\u00e9 Momus. Mittendrin befindet sich die Gruppe der Bohemiens um Mim\u00ec, die mit ihrem knallroten Mantel und ihrer M\u00fctze heraussticht. Musetta hebt sich von den anderen durch ihren Reichtum von den anderen ab, der angedeutet wird mit ihren Einkaufst\u00fcten, ihrem Satin-Kleid und mehreren Halsketten.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester <\/strong><\/p>\n<p>Die Russin <strong>Ekaterina Isachenko<\/strong> verk\u00f6rpert Mim\u00ec sehr gut. Ihr Sopran nimmt die H\u00f6hen m\u00fchelos und sanft, durchweg kennzeichnet eine gro\u00dfe Leichtigkeit der Tongebung ihre Stimme. Trotz der schweren Krankheit, die sie mit zeitweiligen Schw\u00e4cheanf\u00e4llen gekonnt verk\u00f6rpert, merkt man ihr an, da\u00df sie ihre letzte Zeit genie\u00dft. Sie wirkt jugendlich, frei und gl\u00fccklich, denn sie hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Hoffnung hat der sie liebende Rodolfo ebenfalls, dargestellt von <strong>Yoonki Baek<\/strong>. Sein Spitzenton bei <em>Esperanza<\/em> sitzt, und authentisch verk\u00f6rpert er, da\u00df er <em>an Tr\u00e4umen Million\u00e4r<\/em> ist (1. Bild, 4. Szene). F\u00fcr das Liebesduett <em>Nur die Liebe soll herrschen!<\/em> (2. Bild, letzte Szene) bekommen beide Zwischenapplaus. Diese zwei S\u00e4nger harmonieren perfekt. Beim Quartett der beiden Paare vermischen sich die verschiedensten Emotionen, es ist der H\u00f6hepunkt des Abends. Mim\u00ec und Rodolfo empfinden Liebe und Leid, Musetta (<strong>Susan Gouthro<\/strong>) und Marcello (<strong>Tomohiro Takada<\/strong>) hingegen temperamentvolle Eifersucht und Zorn. Wenn die vier sich der schwierigen Aufgabe stellen, gleichzeitig mehrere unterschiedliche Texte zu singen(3. Bild, letzte Szene), so befinden sich ihre Stimmen in perfekter Harmonie. Das Orchester unter Leitung von <strong>Georg Fritzsch<\/strong> kommt spielerisch exakt und lebendig daher und unterst\u00fctzt die S\u00e4nger gut. Besonders zu loben ist die Leistung der Harfenistin, die mit instrumentaler Leichtigkeit hervorsticht.<\/p>\n<p><strong>Fazit <\/strong><\/p>\n<p>Der regief\u00fchrende Intendant <strong>Daniel Karasek<\/strong> schafft eine runde Inszenierung, welche das Publikum mit langandauerndem Applaus belohnt. Da\u00df die Darsteller sich selbst filmen, ist eine Idee, die etwas f\u00fcr sich hat, denn so kann der Zuschauer die Mimik der Darsteller, die f\u00fcr gew\u00f6hnlich ohne Opernglas nicht zu erkennen ist, aus unterschiedlichen Perspektiven und aus n\u00e4chster N\u00e4he betrachten.<\/p>\n<p>Frederike Arns<\/p>\n<p>Bild: Olaf Struck<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: \u00a0Yoonki Baek (Rodolfo) und Ekaterina Isachenko (Mimi)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Szenen aus Henri Murgers La Vie de Boh\u00e8me, Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa UA: 1. 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