{"id":2020,"date":"2010-09-28T09:25:54","date_gmt":"2010-09-28T08:25:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2020"},"modified":"2010-10-01T09:29:23","modified_gmt":"2010-10-01T08:29:23","slug":"turandot-bonn-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2020","title":{"rendered":"TURANDOT &#8211; Bonn, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Dramma lirico in drei Akten, Libretto: Giuseppe Adami und Renato Simoni nach Carlo Gozzi, Schlu\u00dfduett und Finale vervollst\u00e4ndigt von Franco Alfano, UA: 26. April 1926, Mailand, Teatro alla Scala<\/p>\n<p>Regie: Silviu Purcarete, Nikolaus Wolcz. B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Helmut St\u00fcrmer<\/p>\n<p>Dirigent: Stefan Blunier, Beethovenorchester Bonn, Chor und Extrachor, Einstudierung: Sibylle Wagner, Kinder- und Jugendchor, Einstudierung: Ekaterina Klewitz)<\/p>\n<p>Solisten: Rachel Tovey (Turandot), Valentin Jar (Altoum), Ramaz Chikviladze (Timur), George Oniani (Kalaf), Irina Oknina (Li\u00f9), Giorgos Kanaris (Ping), Tansel Akzeybek (Pong), Mark Rosenthal (Pang), Sven Bakin (ein Mandarin). Statisterie<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. September 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Bonn-Turandot.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2021\" title=\"Bonn-Turandot\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Bonn-Turandot.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Bonn-Turandot.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Bonn-Turandot-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Prinzessin Turandot, die in Trauer um das Schicksal ihrer Ahnin nie heiraten will, gibt jedem, der um ihre Hand anh\u00e4lt, drei schwere R\u00e4tsel auf. Nur denjenigen wird sie heiraten, der diese R\u00e4tsel l\u00f6st, scheitert er, so droht ihm Enthauptung. Der junge Kalaf m\u00f6chte sich dennoch der Gefahr stellen. Niemand, besonders nicht die drei Minister Ping, Pong und Pang, glauben an seinen Erfolg. Doch Kalaf schafft es und gibt nun seinerseits der widerspenstigen Prinzessin das R\u00e4tsel auf, seinen Namen herauszufinden. Keiner soll in der Nacht schlafen, bis dies vollbracht ist (<em>Nessun dorma<\/em>). Schlie\u00dflich gibt Turandot ihren Widerstand gegen die Hochzeit auf, und das Volk jubelt befreit.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Auf der B\u00fchne ist eine im Halbkreis angeordnete Palastfassade zu sehen, in der Mitte ragt ein Balkon hervor, auf dem der Kaiser und Turandot erscheinen werden. Die einzelnen Etagen sind von Choristen bev\u00f6lkert, die synchron zu ihrem Gesang gestikulieren. Vor der Fassade befindet sich ein Platz mit unz\u00e4hligen abgeschlagenen K\u00f6pfen erfolgloser Freier. Der Palast ruht auf Arkaden. In seinen G\u00e4ngen wetzen grau gekleidete Henker ihre funkenspr\u00fchenden Schwerter an Steinen. B\u00fchnennebel macht die Szene unheimlich, als der Mandarin die blutigen Heiratsbedingungen der Prinzessin verliest. Im weiteren Verlauf wird das variable B\u00fchnenbild zum Schauplatz der Handlung. Die Kleidung der Bev\u00f6lkerung wirkt einfach. Der Kaiser, die Prinzessin und ihre W\u00fcrdentr\u00e4ger sind prachtvoller ausgestattet, der optische Eindruck ist m\u00e4rchenhaft exotisch.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Beethoven Orchester unter <strong>Stefan Blunier<\/strong> bringt die \u00fcppige Partitur mit ihrem gro\u00dfen Blechbl\u00e4seraufgebot und den zw\u00f6lf chinesischen Gongs gut zur Entfaltung. Der Kontrast zwischen den lyrisch zarten Passagen der Li\u00f9 und den dramatisch aufwallenden der Turandot sind gut herausgearbeitet. Mit der Engl\u00e4nderin <strong>Rachel Tovey<\/strong> h\u00f6rte man eine stimmlich elegante Turandot, die in den lyrischen Passagen stark war und die n\u00f6tige Dramatik mitbrachte. Eine in Gold gewandete kr\u00e4ftige Erscheinung, unnahbar, wenn auch mitunter darstellerisch etwas steif. Daneben erschien <strong>Irina Oknina <\/strong>(Li\u00f9) \u00e4rmlich und zart. Fast noch mehr als mit ihrem lyrischen Sopran punktete sie als Schauspielerin, etwa in der Folterszene im dritten Akt. Tovey zur Seite stand der mit sch\u00f6ner H\u00f6he gl\u00e4nzende <strong>George Oniani<\/strong> als Kalaf. Dem j\u00fcngsten Trend, die ber\u00fchmte <em>Nessun dorma<\/em>-Arie mit \u00fcbertriebenem Strahl zu singen, widerstand er mit seinem wohltuend entspannten Zugriff. <strong>Ramaz Chikviladze<\/strong> sang die Partie des Timur ordentlich und war ein guter Darsteller. Ping, Pong und Pang <strong>Giorgos Kanaris, Tansel Akzeybek <\/strong>und <strong>Mark Rosenthal<\/strong> bl\u00fchten in ihren Rollen als Nachfahren der Commedia dell\u2019 arte auf und bildeten einen buffonesken Kontrapunkt zur grausamen M\u00e4rchenhandlung. Mit nach Art chinesischer Puppen geschminkten Gesichtern erledigte das Trio seine Auftr\u00e4ge. Der Beginn der Handlung im ersten Akt entwickelte sich mit Tempo, angenehm beruhigend wirkte dann das Reflektieren der drei Minister \u00fcber ihr Leben im zweiten Akt bei einer Wasserpfeife. <strong>Valentin Jar<\/strong> (Altoum) nahm man den von seiner Tochter strapazierten Kaiser ab, er sang seine Tenorpartie mit warmem Timbre. Nicht zu vergessen ist <strong>Sven Bakin<\/strong> als zuverl\u00e4ssiger Mandarin sowie die musikalisch und darstellerisch bestens vorbereiteten Ch\u00f6re.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Regisseure <strong>Silviu Purcarete<\/strong> und <strong>Nikolaus Wolcz<\/strong> lie\u00dfen sich von dem Libretto und der Musik inspirieren und bebilderten die Stimmungswechsel sowie das exotische Kolorit der Partitur auffallend angenehm. Nur eine Stelle im zweiten Akt fiel unpassend aus dem ansonsten stilsicheren Rahmen, wo die Minister die abgeschlagenen K\u00f6pfe in M\u00fclltonnen wegr\u00e4umten und sich als Putzm\u00e4nner bet\u00e4tigten. Wirkungsvoll \u00fcberzeugte die energische Lesart von Puccinis Musik in all ihrer Intensit\u00e4t. Solisten und Chor integrierten sich gut in das musikalische Gesamtbild.<\/p>\n<p>F. Zink<\/p>\n<p>Bild: Thilo Beu<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Rachel Tovey (Turandot) und Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Dramma lirico in drei Akten, Libretto: Giuseppe Adami und Renato Simoni nach Carlo Gozzi, Schlu\u00dfduett und Finale vervollst\u00e4ndigt von Franco Alfano, UA: 26. April 1926, Mailand, Teatro alla Scala Regie: Silviu Purcarete, Nikolaus Wolcz. 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