{"id":2015,"date":"2010-09-26T09:21:08","date_gmt":"2010-09-26T08:21:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2015"},"modified":"2010-10-01T09:23:54","modified_gmt":"2010-10-01T08:23:54","slug":"la-boheme-dusseldorf-deutsche-oper-am-rhein","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2015","title":{"rendered":"LA BOH\u00c8ME &#8211; D\u00fcsseldorf, Deutsche Oper am Rhein"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Oper in vier Bildern, Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa nach Henri Murgers <em>Sc\u00e8nes de la vie de Boh\u00e8me<\/em><\/p>\n<p>UA: 1. Februar 1896, Turin<\/p>\n<p>Regie: Robert Carsen, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Michael Levine, Licht: Jean Kalman, Choreographie: Michael Popper<\/p>\n<p>Dirigent: Giordano Bellincampi, D\u00fcsseldorfer Symphoniker, Chor der Deutschen Oper am Rhein, Kinder- und Jugendchor St. Remigius D\u00fcsseldorf, Choreinstudierung: Petra Verhoeven, Christoph Kurig<\/p>\n<p>Solisten: Giuseppe Varano (Rodolfo), Nataliya Kovalova (Mim\u00ec), Laimonas Pautienius (Marcello), Iulia Elena Surdu (Musetta), Richard Sveda (Schaunard), Adrian S\u00e2mpetrean (Colline), Peter Nikolaus Kante (Beno\u00eet\/Alcindoro), Dmitry Trunov (Parpignol), Clemens Begritsch (Sergeant der Zollwache)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 24. September 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Duesseldorf-Boheme1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2017\" title=\"Duesseldorf-Boheme\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Duesseldorf-Boheme1.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Duesseldorf-Boheme1.jpg 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/Duesseldorf-Boheme1-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die vier Pariser Bohemiens Rodolfo, Marcello, Schaunard und Colline f\u00fchren ein Leben f\u00fcr die Kunst und leiden daf\u00fcr die meiste Zeit materielle Armut. Am Heiligabend gehen die drei Freunde Rodolfos aus, w\u00e4hrend er noch einen Leitartikel fertig stellen m\u00f6chte. Da klopft die unbekannte Nachbarin Mim\u00ec an die T\u00fcr. Beide verlieben sich ineinander. Doch Mim\u00ec ist schwer krank, was das Paar vor gro\u00dfe Schwierigkeiten stellt, bis es sich nach einiger Zeit wieder trennt. Auch das andere P\u00e4rchen der Oper, Musetta und Marcello, durchlebt ein permanentes Auf und Ab bis zur endg\u00fcltigen Trennung. Einige Monate sp\u00e4ter bringt Musetta unerwartet die sterbende Mim\u00ec in die Wohnung der vier Bohemiens, wo sie ihrem letzten Wunsch gem\u00e4\u00df in Rodolfos Gegenwart stirbt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Inmitten einer wei\u00dfen B\u00fchne steht das kleine Zimmer der vier Bohemiens, nur angedeutet durch den schwarzen Boden. Betreten werden kann der Raum durch eine Klappe im Boden, ein Ofenrohr ragt in die H\u00f6he, Klavier und Malstaffelei verdeutlichen das Kunstinteresse der Bewohner. Im zweiten Akt wird dieses Zimmer leicht umger\u00e4umt und durch das rasche Hinzustellen anderer Gegenst\u00e4nde auf den Rest der B\u00fchne zum Caf\u00e9 Momus umfunktioniert. Im dritten Akt ist die B\u00fchne in Dunkelheit geh\u00fcllt, lediglich ein Turm mit einem kleinen Fenster steht an der Stelle, wo im vierten Akt wieder der Raum aus dem ersten Akt zu sehen ist. Im zweiten Akt benutzt man des Ofenrohres als Rutsche.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das gesamte S\u00e4ngerensemble hinterl\u00e4\u00dft einen mindestens zufriedenstellenden Eindruck. <strong>Giuseppe Varano <\/strong>(Rodolfo) verf\u00fcgt \u00fcber eine Stimme mit gro\u00dfer Ausdrucksf\u00e4higkeit, die kantablen Passagen gelingen sehr ansprechend. Jedoch wirkt er zu Beginn von <em>Che gelida manina \u2013 Wie eiskalt ist dies H\u00e4ndchen <\/em>und in seiner Arie zu Beginn des vierten Aktes an einigen Stellen ein wenig angestrengt. <strong>Nataliya Kovalova <\/strong>(Mim\u00ec) kann mit einer vollen und warmen Stimme und einem klarem Klang \u00fcberzeugen, ihr Vibratoeinsatz wirkt nie \u00fcbertrieben. Ihre Pianissimo-Stelle am Ende des dritten Aktes mit Rodolfo geh\u00f6rt zu den besten Momenten des Abends. <strong>Laimonas Pautienius<\/strong> (Marcello) kann man anlasten, da\u00df er gesanglich zu dick auftr\u00e4gt. <strong>Adrian S\u00e2mpetrean<\/strong> (Colline) wartet mit einem warmen Timbre auf, besonders bei der Abgabe seines Mantels wei\u00df er zu gefallen. <strong>Iulia Elena Surdu<\/strong> (Musetta) \u00fcberzeugt mit schlanker Stimmf\u00fchrung und klarem Text. Hervorzuheben ist auch die tadellose Leistung des <strong>Chor der Deutschen Oper am Rhein <\/strong>sowie des <strong>Kinder- und Jugendchor St. Remigius<\/strong> <strong>D\u00fcsseldorf<\/strong>, wobei gerade die Stimmgewalt des letztgenannten Chores positiv \u00fcberrascht.<\/p>\n<p>Diese Leistungen werden jedoch dadurch relativiert, da\u00df die <strong>D\u00fcsseldorfer Symphoniker <\/strong>unter der Leitung von <strong>Giordano Bellincampi <\/strong>den S\u00e4ngern zur stimmlichen Entfaltung kaum Platz lassen und sie stattdessen mit einem massiven Klangteppich \u00fcberdecken. Zwar vermag das Spiel der Instrumentalisten beim Eintritt Mim\u00ecs in die Wohnung der Bohemiens zu gefallen, doch gibt es auch viele Stellen, an denen man sich einen deutlicheren, kompakteren und dabei weniger breiten Orchesterklang gew\u00fcnscht h\u00e4tte.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung und die Kost\u00fcme sind traditionell gehalten. Neben der gelungenen Personenf\u00fchrung kann die Inszenierung hierbei vor allem dadurch \u00fcberzeugen, da\u00df sie besonders herausstellt, das Mim\u00ec und Rodolfo ihre Liebe sehr gegens\u00e4tzlich zu Musetta und Marcello ausleben. Leider werden die guten Leistungen des Gesangsensembles und die ansprechende Inszenierung durch die Orchesterleistung beeintr\u00e4chtigt, auch wenn es nat\u00fcrlich auch eine Geschmacksfrage ist, welche Orchesterlautst\u00e4rke im Verh\u00e4ltnis zum Gesangsensemble man sich w\u00e4hrend einer Oper w\u00fcnscht, jedoch konnte die Wuppertaler Auff\u00fchrung einige Tage vorher im Gesamteindruck mehr \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Malte Wasem<\/p>\n<p>Bild: Hans J\u00f6rg Michel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Mim\u00ec (Nataliya Kovalova) und Rodolfo (Giuseppe Varano) sowie Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Oper in vier Bildern, Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa nach Henri Murgers Sc\u00e8nes de la vie de Boh\u00e8me UA: 1. 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