{"id":2011,"date":"2010-09-25T22:43:39","date_gmt":"2010-09-25T21:43:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2011"},"modified":"2010-09-30T22:48:53","modified_gmt":"2010-09-30T21:48:53","slug":"les-pecheurs-de-perles-%e2%80%93-die-perlenfischer-zurich-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2011","title":{"rendered":"LES P\u00caCHEURS DE PERLES \u2013 DIE PERLENFISCHER &#8211; Z\u00fcrich, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Georges Bizet (1838-1875), Oper in drei Akten, in franz\u00f6sischer Sprache mit deutschen und englischen \u00dcbertiteln. Libretto: Mich\u00e8l Florentin Carr\u00e9 und Eug\u00e8ne Cormon. UA: 1863 Paris<\/p>\n<p>Regie: Jens-Daniel Herzog, B\u00fchne: Mathis Neidhardt, Kost\u00fcme: Sybille G\u00e4deke, Licht: J\u00fcrgen Hoffmann<\/p>\n<p>Dirigent: Carlo Rizzi, Orchester der Oper Z\u00fcrich, Chor der Oper Z\u00fcrich, Choreinstudierung: J\u00fcrg H\u00e4mmerli<\/p>\n<p>Solisten: Marlin Hartelius (L\u00e9\u00efla), Javier Camarena (Nadir), Franco Pomponi (Zurga), Pavel Daniluk (Nourabad)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. September 2010<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Zuerich-Perlenfischer.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2012\" title=\"Zuerich-Perlenfischer\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Zuerich-Perlenfischer.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Zuerich-Perlenfischer.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Zuerich-Perlenfischer-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Perlenfischer Ceylons w\u00e4hlen Zurga zu ihrem K\u00f6nig. Bald darauf wird er von seinem Jugendfreund Nadir besucht. Zurga und Nadir haben nicht nur eine gemeinsame Vergangenheit, sie verbindet und trennt auch die Leidenschaft zu einer Frau. Zuf\u00e4llig ist ihre Jugendliebe die Jungfrau, die zum Gebet und Gesang zu den Perlenfischern eingeladen wird. Da das Volk sehr harte und gef\u00e4hrliche Arbeit leisten mu\u00df, wird als magische Kraftquelle eine verschleierte S\u00e4ngerin eingesetzt. Die junge Frau schw\u00f6rt Treue ihrem Dienste: dem Singen, dem Beten, der Entsagung der Liebe und da\u00df sie stets verschleiert bleibt. Sie bricht den Schwur als Nadir zu ihr kommt und sie sich gegenseitig ihre Liebe bekennen. Der Priester Nourabad entdeckt und verr\u00e4t die Liebenden. Zurga entflammt in Eifersucht und will das Paar t\u00f6ten lassen. Doch bald erkennt er in L\u00e9\u00efla seine Retterin aus seiner Jugendzeit. Er erm\u00f6glicht dem Paar die Flucht und l\u00e4\u00dft sich t\u00f6ten.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne ist als ein dreist\u00f6ckiges Bauwerk in Schiffsgestalt in Form eines Querschnitts errichtet, in dessen unterem Gescho\u00df sich der Chor haupts\u00e4chlich aufh\u00e4lt. Die einfache und uniformierte Menschenmasse verrichtet dort ihre Arbeit. Der Anf\u00fchrer und K\u00f6nig hat seinen Platz in dem mittleren Stockwerk. Ganz oben bekommt L\u00e9\u00efla einen Platz. Exotik wird in Form der Beleuchtung, wie auch durch die zauberhafte Ankunft der Priesterin und ihre regenbogenfarbige Kleidung eingebracht. Das stellt die fremde Jungfrau in eine dissonante Position mit dem Volk, wie sich auch die sch\u00f6ne Musik stark von dem rostigen starren B\u00fchnenbild abhebt. F\u00fcr einen Augenblick im zweiten Akt sinkt die B\u00fchne. Ein tiefblauer Hintergrund erlaubt das Aufkommen einer romantischen Stimmung. Die instrumentalen Passagen werden durch und durch mit den Alltagsbewegungen der Arbeiter choreographisch synchronisiert, der Chor bleibt st\u00e4ndig in Bewegung. Lichteffekte werden reichlich genutzt, um verschiedene Stimmungen oder Geschehnisse zu illustrieren.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das <strong>Orchester <\/strong>der Oper Z\u00fcrich unter der Leitung von <strong>Carlo Rizzi<\/strong> interpretiert die Musik von Georges Bizet sehr harmonisch, klar im Klang und in gutem Ausgleich mit dem Gesang. Die Solisten wie auch die S\u00e4nger des Chors singen gef\u00fchlsbetont und virtuos. Der Chorklang ist vibratoreich und durchsetzungsstark. Die verschiedenen Klangfarben der Musikinstrumente gehen eine Wechselwirkung mit dem Gesang ein. Das musikalische Ineinandergreifen zwischen dem Gesang und der Harfe ist stets stimmig. Solopartien, Duette und Chors\u00e4tze werden ansprechend gestaltet. Ansprechend sind auch die Singstimmen dieses Abends, vor allem der temperamentvolle Bariton <strong>Franco Pomponi<\/strong> (Zurga) und der ausdruckstarke Tenor <strong>Javier Camarena<\/strong> (Nadir), die ihre Stimmen klangsch\u00f6n im Duett des ersten Aktes <em>Au fond du temple saint \u2013 In der Tiefe des heiligen Tempels<\/em> vereinen. Der Tenors\u00e4nger f\u00fchrt ein makelloses Legato in Verbindung mit seiner kr\u00e4ftigen Stimme vor.\u00a0 Die intonations- und klangfeste <strong>Marlin Hartelius<\/strong> (L\u00e9\u00efla) ragt durch ihre Romanze <em>Dans le ciel sans voile \u2013 Unter dem unverschleierten Himmel <\/em>am Ende des ersten Akts heraus, vor allem mit ihre elegant vibratoarmen Koloraturen in den Ensembles. Auch im zweiten Akt begeistert sie das Publikum mit <em>Me voil\u00e0 seule dans la nuit \u2013 In einsamer Nacht<\/em>, hier ein romantischer H\u00f6hepunkt des Abends<em>.<\/em> Der sanfte, warmklingende Ba\u00df von <strong>Pavel<\/strong> <strong>Daniluk<\/strong> (Nourabad) erg\u00e4nzt das Ensemble mit seinen wenigen aber wichtigen Passagen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein musikalischer Gewinn ist diese Auff\u00fchrung, die sich nach der von Brad Cohens im Jahre 2002 als kritische Urtextausgabe rekonstruierten Fassung der Oper richtet. Hauptquellen daf\u00fcr waren Bizets Klavierauszug von 1864 und seine Dirigierpartitur. Zuletzt waren <em>Les P\u00eacheurs de perles<\/em> in Z\u00fcrich in der Spielsaison 1933\/34 aufgef\u00fchrt worden und erleben in Z\u00fcrich nun ihre Renaissance. Die Reaktionen des Publikums waren \u00fcberaus positiv. Begeistert w\u00fcrdigte die Zuh\u00f6rerschaft einzelne Szenen und Akte. Ein besonderer Applaus begleitete vor allem die Auftritte des Tenors\u00e4ngers Javier Camarena (Nadir), die brillant gesungenen Partien der Sopranistin Marlin Hartelius (L\u00e9\u00efla) und die wunderbare Leistung des Chors.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: Suzanne Schwiertz<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Die Ankunft der L\u00e9\u00efla (Marlin Hartelius) im K\u00f6nigreich Zurgas (Franco Pomponi)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Georges Bizet (1838-1875), Oper in drei Akten, in franz\u00f6sischer Sprache mit deutschen und englischen \u00dcbertiteln. Libretto: Mich\u00e8l Florentin Carr\u00e9 und Eug\u00e8ne Cormon. 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