{"id":2001,"date":"2010-09-20T19:22:29","date_gmt":"2010-09-20T18:22:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2001"},"modified":"2010-10-03T14:24:51","modified_gmt":"2010-10-03T13:24:51","slug":"madame-butterfly-aachen-stadttheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=2001","title":{"rendered":"MADAME BUTTERFLY &#8211; Aachen, Stadttheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini, Oper in zwei Akten, Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, UA: 17. Februar 1904<\/p>\n<p>Regie: Alexander von Pfeil, B\u00fchne: Piero Vinciguerra, Kost\u00fcme: Sabine Blickenstorfer<\/p>\n<p>Dirigent:: Daniel Jakobi, Aachener Sinfonieorchester und Opernchor des, Choreinstudierung: Andreas Klippert<\/p>\n<p>Solisten: Irina Popova (Cho-Cho-San), Suzuki (Astrid Pyttlik), Katharina Nie\u00df (Kate Pinkerton), Yikun Chung (B.J. Pinkerton), Hr\u00f3lfur Saemundsson (Sharpless), Patricio Arroyo (Goro), Louis Kim (Yamadori), Pawel Lawreszuk (Onkel Bonze)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 19.September 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Aachen-Butterfly.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2002\" title=\"Aachen-Butterfly\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Aachen-Butterfly.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Aachen-Butterfly.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Aachen-Butterfly-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Benjamin Franklin Pinkerton ist Leutnant auf einem Kriegsschiff und lernt in Nagasaki die Geisha Cho-Cho-San kennen, der er den Kosenamen Madame Butterfly gibt. Nach japanischem Brauch will er mit Hilfe des Heiratsvermittlers Goro die junge Frau heiraten mit der M\u00f6glichkeit monatlicher K\u00fcndigung. Pinkerton gibt zu verstehen, da\u00df die Heirat mit Butterfly f\u00fcr ihn nur ein exotisches Abenteuer ist. F\u00fcr Butterfly ist die Ehe aber sehr ernst, Pinkerton ist nun ihr ganzes Leben. Heimlich hat sie sogar seine Religion angenommen, weswegen sie von ihrer Familie versto\u00dfen wird. Wie erwartet kehrt Pinkerton nach Amerika zur\u00fcck. Drei Jahre vergehen, ohne da\u00df Butterfly von ihm Nachricht erh\u00e4lt. Inzwischen hat sie ein Kind zur Welt gebracht. Pinkerton kehrt endlich nach Nagasaki zur\u00fcck, hat sich aber in Amerika neu verm\u00e4hlt und verlangt von Butterfly ihren Sohn. Butterfly nimmt sich das Leben das f\u00fcr sie sich nicht mehr lohnt. Zu sp\u00e4t erkennt Pinkerton seine Schuld ihr gegen\u00fcber.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Eine Art offener Holzcontainer in Gro\u00dfformat nahm die gesamte B\u00fchne ein. Durch Reispapierfenster wurde mit etwas Fantasie daraus ein japanisches Haus. Der Ausblick ging ins Publikum, davor auf grauem Felsen der Hafen Nagasakis. Japanisches Ambiente wurde keins verbreitet. Die Kost\u00fcme brachten noch mehr Verwirrung ins Spiel: Pinkerton verk\u00f6rperte den modernen amerikanischen Playboy, Sharpless lief im Hawaihemd \u00fcber die B\u00fchne, Goro hatte st\u00e4ndig den Laptop zur Hand, aber Onkel Bonze tauchte pl\u00f6tzlich als japanisches Gespenst geschminkt auf; Butterfly trug eine Art zu kurz geratenen pinken Kimono mit wei\u00dfer Sonnenbrille, ihre Zofe Suzuki erinnerte an eine japanische Comicfigur in Schulm\u00e4dchenuniform; der Chor erschien teils in japanischer Tracht, teils in heutiger Kleidung.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die s\u00e4ngerische Leistung an diesem Abend war beeindruckten. Allen voran war <strong>Irina Popovas<\/strong> gl\u00e4nzende Leistungen in der Rolle der Madame Butterfly zu bewundern. Ihr metallischer, geschmeidiger Sopran war vor allem f\u00fcr die ber\u00fchmte Arie <em>Un bel di vedremo<\/em> \u2013 <em>Eines Tages werden wir sehen<\/em> eine Bereicherung. Ihr Gesang unterst\u00fctzte das naive und zuletzt verzweifelte Wesen der Rolle durch kontrollierten Stimmeinsatz. Neben ihr brillierte <strong>Yikun Chung<\/strong> in der Rolle Pinkertons mit seinem atemberaubend glasklaren und volumin\u00f6sen Tenor. Zusammen agierten die beiden Darsteller sehr gut, da ihre kontr\u00e4ren Positionen in der Beziehung von Anfang an ersichtlich wurden: er als draufg\u00e4ngerischer Herzensbrecher und sie als hingebende Liebende. <strong>Astrid Pyttlik<\/strong> (Suzuki) gab an diesem Abend in Aachen ihr Debut \u2013 ein sehr vielversprechender Auftritt, der durch ihren warmen und klaren Sopran gest\u00fctzt wurde. Sie erwies sich als wahre St\u00fctze f\u00fcr ihre Herrin, dabei waren ihr die Sorgen das ganze St\u00fcck \u00fcber f\u00f6rmlich ins Gesicht geschrieben. <strong>Hr\u00f3lfur Saemundsson <\/strong>(Sharpless), der als Schicksalsbote f\u00fcr Butterfly fungierte, konnte ebenfalls durch seinen unersch\u00fctterlichen, dunkel gef\u00e4rbten Tenor Mitgef\u00fchl verk\u00f6rpern. Erw\u00e4hnenswert ist auch der Chor, der zwar optisch nicht harmonierte, daf\u00fcr aber stimmlich \u00fcberw\u00e4ltigend war. Unter der Leitung von <strong>Daniel Jakobi<\/strong> wurde auf sehr hohem musikalischem Niveau gespielt; Lautst\u00e4rke, Tempo und Intonation waren absolut einwandfrei.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong>: Viele Ungereimtheiten der Regie hinterlie\u00dfen gro\u00dfe Fragezeichen in den Augen der Zuschauer.<\/p>\n<p>Die Inszenierung pa\u00dfte nicht zum eigentlichen Sinn der Oper. Dies wurde auch bei den Zuschauern so aufgenommen. F\u00fcr das Ensemble gab es st\u00fcrmischen Beifall, besonders f\u00fcr Irina Popova und Yikun Chung, deren gesangliche Leistung der H\u00f6hepunkt des Abends war. Ein wahrhafter Genu\u00df f\u00fcr die Ohren! Das Regieteam erntete verhaltenen Applaus.<\/p>\n<p>Melani Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Wil van Iersel<\/p>\n<p>Das Bile zeigt: rechts, Yikun Chung (Pinkerton), Hr\u00f3lfur Saemundsson (Sharpless), links,\u00a0 im Vordergund Irina Popova (Madame Butterfly),<\/p>\n<p>dahinter, Irina Popova (Cho-Cho-San), (Butterflys Familie)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini, Oper in zwei Akten, Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, UA: 17. 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