{"id":200,"date":"2008-02-14T16:34:29","date_gmt":"2008-02-14T14:34:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=200"},"modified":"2008-02-18T19:58:45","modified_gmt":"2008-02-18T17:58:45","slug":"duisburg-stadttheater-l%e2%80%99elisier-d%e2%80%99amore","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=200","title":{"rendered":"Duisburg, Stadttheater &#8211; L\u2019ELISIER D\u2019AMORE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti, Melodrama in zwei Akten, Libretto von Felice Romani<br \/>\nUA: 12. Mai 1832, Mailand<br \/>\nRegie: Andr\u00e0s Fricsay Kali Son, B\u00fchnenbild: Tina Kitzing<br \/>\nDirigent: Pierre-Dominique Ponnelle, Duisburger Philhamoniker, Chor: Christoph Kurig<br \/>\nSolisten: Andrej Dunaev (Nemorino), Netta Or (Adina), Dimitri Vargin (Belcore), Bruno Balmelli (Dulcamara), Iryna Vakula (Gianetta)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 9. Februar 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"duisburg-die-liebestrank.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/duisburg-die-liebestrank.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"duisburg-die-liebestrank.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/duisburg-die-liebestrank.jpg\" \/><\/a>Im Zentrum der Handlung steht der sch\u00fcchterne Landmann Nemorino, der verzweifelt in die sch\u00f6ne P\u00e4chterin Adina verliebt ist. Diese treibt mit seiner Liebe aber nur ein Spiel und zieht ihm zun\u00e4chst den Sergeant Belcore vor. Dieser kommt mit seinen Soldaten in ihr Dorf einmarschiert und macht Adina einen Heiratsantrag.<br \/>\nAls letzte Rettung, Adina nicht zu verlieren, greift Nemorino auf die Hilfe des geschw\u00e4tzigen Doktors Dulcamara zur\u00fcck. Dieser war ins Dorf gekommen und verkauft unter anderem ein Liebestrank, der in Wirklichkeit aber eine Flasche Bordeaux ist. Dulcamara gaukelt ihm vor, da\u00df der Trank erst nach einem Tag zu wirken beginnt. Nemorino, durch Alkohol \u00fcberm\u00fctig, spielt Adina den Gleichg\u00fcltigen vor. Doch Adina ist schlau und versucht ihn aus der Reserve zu locken und will Belcore noch am selben Tag heiraten. Um das Geld f\u00fcr eine weitere Flasche des Liebestrankes zu bekommen, verdingt sich Nemorino als Soldat bei Belcore. Bevor es Nemorino eigentlich selbst erfuhr, wu\u00dften die Dorfbewohner, da\u00df er Erbe eines gro\u00dfen Verm\u00f6gens geworden war. Also machen sich alle sch\u00f6nen M\u00e4dchen des Dorfs an ihn heran. Doch der naive Nemorino glaubt, dies sei allein dem Liebestrank zuzuschreiben. Er geb\u00e4rdet sich als umschw\u00e4rmter Mann souver\u00e4n gegen\u00fcber Adina, was diese, da sie ihn noch liebt, v\u00f6llig verunsichert. Als sie dann noch erf\u00e4hrt, da\u00df er sich, um den Liebestrank zu bekommen, als Soldat verpflichtet hat, kauft sie ihn frei, gesteht ihm ihre Liebe und beide werden unter Anteilnahme des ganzen Dorfes ein gl\u00fcckliches Paar.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Duisburger Inszenierung versetzte das Geschehen in ein Bergdorf.<br \/>\nDementsprechend wurde das B\u00fchnenbild gestaltet: eine Miniaturlandschaft mit Bergkulisse im hinteren Teil der B\u00fchne, eine Almh\u00fctte im vorderen Teil. Die riesengro\u00dfe Nachbildung eines nackten Frauenoberk\u00f6rpers mit gigantischen blanken Br\u00fcsten ragte aus den Bergen heraus. Als Liebesg\u00f6ttin war die nackte Frau allerdings schwer zu deuten.<br \/>\nDie Kost\u00fcme waren, passend zum B\u00fchnenbild, sehr farbenfroh gew\u00e4hlt: die Damen trugen bonbonfarbene Dirndl mit bunten lockigen Per\u00fccken, die Herren erdfarbene Almtracht.<br \/>\nHervorzuheben ist besonders die gesamte musikalische Leistung des Abends, die unter der Leitung <strong>Pierre-Dominique Ponnelle<\/strong>s vom ersten Moment an \u00fcberzeugte. Donizettis Musik wurde von ihm mit ihrem lebendigen und leichten Charakter \u00fcberzeugend dargestellt. Ebenso beeindruckend war <strong>Andrej Dunaev<\/strong> (Nemorino).Die unbeholfene Sch\u00fcchternheit Nemorinos spielte er mit sehr viel Gestik und Mimik. Sein klarer und leicht metallischer Tenor pa\u00dfte gut zu der Rolle und war der H\u00f6hepunkt des Abends. Sp\u00e4testens nach der Romanza <em>Una furtiva lagrima- eine fl\u00fcchtige Tr\u00e4ne<\/em>, f\u00fcr die er st\u00fcrmischen Applaus und Bravorufe kassierte, stand Dunaev als Publikumsliebling fest.<br \/>\nDer Chor, der ja in dem St\u00fcck sehr pr\u00e4sent ist, harmonierte zwar nicht optisch, daf\u00fcr aber gesanglich durch sein klangliches Volumen. <strong>Netta Or<\/strong> (Adina) konnte nach dem ersten Akt wegen Krankheit nicht mehr weiter singen. Im zweiten Akt spielte sie die Rolle nur noch und wurde von <strong>Elena Brilova<\/strong> (aus der Kulisse) lippensynchron gesungen. Der lyrische Sopran Brilovas war aber, im Vergleich zu Ors angeschlagener Stimme, eine musikalische Bereicherung f\u00fcr das St\u00fcck.<br \/>\nDie schauspielerische Leistung war darauf angelegt, besonders die komischen Aspekte der Oper zu unterstreichen. Obsz\u00f6ne Gesten wurden in dem St\u00fcck sehr zahlreich eingesetzt: ein kleiner Po-Klatscher hier, ein unversch\u00e4mtes Grabschen dort; immer mit einem leichten Augenzwinkern, so wie man es von der Opera buffa gewohnt ist. Hier w\u00e4re <strong>Bruno Balmelli<\/strong> (Dulcamara) zu erw\u00e4hnen, der seine Baritonstimme sehr lautmalerisch einsetzte (gr\u00f6len, jauchzen etc.) Aber auch <strong>Dimitri Vargin<\/strong> (Belcore) wurde seiner Rolle des arroganten Belcore gerecht. Sehr \u00fcberzeichnet spielte und sang er den marschierenden Sergeant.<br \/>\nDas Publikum lachte und applaudierte mit gro\u00dfer Anteilnahme.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nAlles in allem eine sehr bunte, schrille und komische Umsetzung der Oper Donizettis, die musikalisch kaum einen Wunsch offen l\u00e4\u00dft und szenisch einen kurzweiligen Abend garantiert. Allein wegen Andrej Dunaev lohnt es, die Auff\u00fchrung zu besuchen.<\/p>\n<p>Melanie Joannidis \t\t\t\t\t\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Bild: Eduard Straub<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti, Melodrama in zwei Akten, Libretto von Felice Romani UA: 12. 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