{"id":1997,"date":"2010-09-21T09:42:30","date_gmt":"2010-09-21T08:42:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1997"},"modified":"2010-09-21T09:42:30","modified_gmt":"2010-09-21T08:42:30","slug":"la-boheme-wuppertal-opernhaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1997","title":{"rendered":"LA BOH\u00c8ME &#8211; Wuppertal, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Oper in vier Bildern, Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa nach Henri Murgers <em>Sc\u00e8nes de la vie de boh\u00e8me<\/em>,<\/p>\n<p>UA: 1. Februar 1896, Turin<\/p>\n<p>Regie: Jan David Schmitz, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Carolin Roider, Dramaturgie: Ulrike Olbrich<\/p>\n<p>Dirigent: Hilary Griffiths, Sinfonieorchester Wuppertal, Chor, Extrachor und Kinderchor der Wuppertaler B\u00fchnen, Studenten der Hochschule f\u00fcr Musik und Tanz K\u00f6ln,Choreinstudierung: Jens Bingert<\/p>\n<p>Solisten: Iago Ramos (Rodolfo), Sylvia Hamvasi (Mim\u00ec), Kay Stiefermann (Marcello), Elena Fink (Musetta), Olaf Haye (Schaunard), Michael Tews (Colline), Aldo Tiziani (Beno\u00eet), Jung-Wook Kim (Parpignol), Javier Zapata Vera (Sergente\/Doganiere)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 19. September 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Wuppertal-La-Bohme.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1998\" title=\"Wuppertal-La-Bohme\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Wuppertal-La-Bohme.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Wuppertal-La-Bohme.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Wuppertal-La-Bohme-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die vier Pariser Bohemiens Rodolfo, Marcello, Schaunard und Colline f\u00fchren ein Leben f\u00fcr die Kunst und leiden daf\u00fcr die meiste Zeit materielle Armut. Heiligabend gehen die drei Freunde Rodolfos schon aus, w\u00e4hrend er noch einen Leitartikel fertig stellen m\u00f6chte. Da klopft die unbekannte Nachbarin Mim\u00ec an die T\u00fcr, beide verlieben sich ineinander. Doch Mim\u00ec ist schwer krank, was das Paar vor gro\u00dfe Schwierigkeiten stellt, bis sie sich nach einiger Zeit wieder trennen. Auch das andere P\u00e4rchen in der Oper, Musetta und Marcello, durchleben ein permanentes Auf und Ab bis zur endg\u00fcltigen Trennung. Einige Monate sp\u00e4ter bringt unerwartet Musetta die sterbende Mim\u00ec in die Wohnung der vier Bohemiens, wo sie ihrem letzten Wunsch nach in Gegenwart Rodolfos verstirbt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Durch ein Bauger\u00fcst erh\u00f6ht, wohnen Rodolfo, Marcello, Schaunard und Colline in einem gro\u00dfen, Raum mit reduzierter Ausstattung. Alleine ihre Parole \u201eBereichert euch!\u201c in gro\u00dfen Lettern auf rotem Grund bringt ein wenig warme Atmosph\u00e4re in ihre Tristesse. Unter ihnen haust auf kleinstm\u00f6glichstem Raum Mim\u00ec ohne jegliche Einrichtung. Im zweiten und dritten Akt dient das umgedrehte Bauger\u00fcst als H\u00e4userwand f\u00fcr das Pariser K\u00fcnstlerviertel Quartier Latin, w\u00e4hrend eine Empore mit gro\u00dfer Schwenkt\u00fcr das Caf\u00e9 Momus darstellt. Auch die Kost\u00fcme wissen zu gefallen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Im Verlauf des Abends hat man zunehmend das Gef\u00fchl, das <strong>Wuppertaler Sinfonieorchester <\/strong>unter der Leitung von <strong>Hilary Griffiths<\/strong> m\u00f6chte den S\u00e4ngern die Schau stehlen, so sehr wei\u00df ihre Darbietung zu \u00fcberzeugen. Lediglich zu Beginn der Oper, w\u00e4hrend der Verbrennung von Rodolfos Manuskript, wirkt der Streicherklang leicht unkontrolliert. Was die Bl\u00e4serkollegen bereits hier pr\u00e4sentieren, ist jedoch kurz danach f\u00fcr das gesamte Orchester festzuhalten: Ein hervorragend ausgewogener Gesamtklang, der aus einem einzigen Klangk\u00f6rper ert\u00f6nt und nicht von vielen einzelnen Musikern produziert wird. Besonders gef\u00e4llt die Klage Mim\u00ecs gegen Rodolfo im dritten Akt. Hier bereichert das Orchester die Verzweiflung Mim\u00ecs um eine weitere, tiefer gehende Dimension an.<\/p>\n<p>Das Ensemble f\u00e4llt dagegen jedoch nicht ab. Besonders <strong>Kay Stiefermann <\/strong>(Marcello) zeigt sich wieder einmal von seiner besten Seite und wei\u00df mit vollem Baritonklang sehr zu gefallen. Selbst im Finale des zweiten Aktes ist es ihm scheinbar problemlos m\u00f6glich, das aufspielende Orchester zu \u00fcbert\u00f6nen, ohne auch nur einmal das Gef\u00fchl von Anstrengung zu vermitteln. <strong>Iago Ramos <\/strong>(Rodolfo) f\u00fchrt sich mit sehr schlanker Stimme in den Abend ein. Doch ab <em>Che gelida manina \u2013 Wie eiskalt ist dies H\u00e4ndchen <\/em>pr\u00e4sentiert er einen warmen Tenor mit sattem Klang. Im dritten Akt pr\u00e4sentiert er zudem bis dahin ungeahnte Sanglichkeit. Das auch <strong>Sylvia Hamvasi <\/strong>(Mim\u00ec) sich an dieser Stelle mit lyrischem Sopran pr\u00e4sentiert, macht ihren Abschied voneinander zu einem der gelungensten Momente des Abends. Ihr schmaler Klang \u00fcberzeugt auch zu Beginn von <em>Mi chiamano Mim\u00ec \u2013 Sie nennen mich Mim\u00ec<\/em>. Lediglich an den Forte-Stellen ben\u00f6tigt sie sehr viel Vibrato, um das Orchester zu \u00fcbert\u00f6nen. Die beiden anderen Bohemiens fallen gegen ihre Freunde leicht ab. <strong>Michael Tews <\/strong>(Colline) ist an einigen Stellen zu dumpf, von <strong>Olaf Haye<\/strong> (Schaunard) w\u00fcrde man manchmal eine hellere Klangf\u00e4rbung w\u00fcnschen, doch tr\u00fcbt dies das Gesamtbild nur leicht ein.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die genannten M\u00e4ngel sind von geringer Natur und leicht zu verschmerzen. Das Publikum sieht das genauso und spendet dem Ensemble lange anhaltenden Applaus. Allein die Leistung des Orchesters ist einen Besuch der Oper wert, dazu kommen ein gutes S\u00e4ngerensemble und eine ansprechende Inszenierung. Die Inszenierung ist klassisch gehalten und hat lediglich in der Personenf\u00fchrung wenige minimale Ungereimtheiten.<\/p>\n<p>Malte Wasem<\/p>\n<p>Bild: Sonja Rothweiler<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Mimi (Sylvia Hamvasi), Marcello (Kay Stiefermann), Schaunard (Olaf Haye) und Musetta (Elena Fink) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Oper in vier Bildern, Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa nach Henri Murgers Sc\u00e8nes de la vie de boh\u00e8me, UA: 1. 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