{"id":1974,"date":"2010-08-17T11:01:57","date_gmt":"2010-08-17T10:01:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1974"},"modified":"2010-09-10T11:09:19","modified_gmt":"2010-09-10T10:09:19","slug":"la-boheme-budapest-%e2%80%93-ungarische-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1974","title":{"rendered":"LA BOH\u00c8ME, Budapest \u2013 Ungarische Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Oper in vier Bildern, Libretto: Luigi Illica und Guiseppe Giacosa nach dem Roman <em>Les sc\u00e8nes de la vie de Boh\u00e8me<\/em> von Henri Murger, UA: 1. Februar 1896 Turin, Theatro Regio<\/p>\n<p>Regie: N\u00e1dasdy\u00a0 K\u00e1lm\u00e1n, B\u00fchne: Guszt\u00e1v Ol\u00e1h, Kost\u00fcme: Tivadar M\u00e1rk<\/p>\n<p>Dirigent: Gergely Kessely\u00e1k, Orchester der Budapester Philharmonischen Gesellschaft, Chor und Kinderchor der Budapester Staatsoper, Einstudierung: M\u00e1t\u00e9 Szab\u00f3<\/p>\n<p>Solisten<strong>: <\/strong>Vincens Alex (Rudolfo), \u00c1kos Ambrus (Schaunard), Levente Moln\u00e1r (Marcello), Istv\u00e1n R\u00e1cz (Colline), Andrea Rost (Mim\u00ec), Zita V\u00e1radi (Musette), G\u00e1rbor G\u00e1rday (Alcindoro), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 12. August 2010 (im Rahmen des 19. Budapester Sommer-Musikfestspiels, Hilton Dominican Court\/Staatsoper Budapest)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Budapest-La-Boheme.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1975\" title=\"Budapest-La-Boheme\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Budapest-La-Boheme.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"227\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Budapest-La-Boheme.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Budapest-La-Boheme-300x194.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p>Das Budapester Sommer-Musikfestspiel BUDA<em>fest <\/em>fand in diesem Sommer zum neunzehnten Mal statt. Im Programm waren neben Opern von Verdi und Puccini auch Konzerte von nicht immer klassischem Repertoire: Es wurden auch Klezmer- und Jazzkonzerte gegeben. Die Opern wurden in der Staatsoper aufgef\u00fchrt, die an sich schon eine beeindruckende Kulisse bildet: In der Glanzzeit der k. u. k. Monarchie (1875-1884) entstanden, strahlt sie auch heute noch den Glanz des vergangenen Reichs aus.<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Paris, um 1830: Die sch\u00f6ngeistigen Studenten Rudolfo, Schaunard, Marcello und Colline leiden unter der K\u00e4lte und unter st\u00e4ndigen Geldproblemen. In der kleinen Dachkammer von Dichter Rudolfo ist nichts zum Heizen. Trotzdem sind die Freunde immer zu Scherzen bereit. Ausgelassen beschlie\u00dfen die Studenten, eine Pariser Kneipe aufzusuchen. Rudolfo bleibt zur\u00fcck, um eine Arbeit fertig zu stellen. So trifft er durch einen Zufall auf seine junge Nachbarin Mim\u00ec, die schwer krank ist. Beim Suchen nach Mim\u00ecs verlorenem Schl\u00fcssel kommen sie sich nahe \u2013 sie verlieben sich in einander. Ihre Liebe ist gepr\u00e4gt von Mimis schwerer Krankheit und Rudolfos scheinbar unbegr\u00fcndeter Eifersucht, die zum Streit f\u00fchrt. Dennoch beschlie\u00dfen sie zusammen zu bleiben, bis es Fr\u00fchling wird. Es w\u00fcnschen sich dennoch beide, der Winter m\u00f6ge nie vorbeigehen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Dem Zuschauer entfaltete sich das winterliche Paris des neunzehnten Jahrhunderts. Im ersten und letzten Akt wurde eine studentische Dachmansarde vor dem Hintergrund eines d\u00fcsteren Winterabends gezeigt; Wandgem\u00e4lde von Maler Marcello und ein \u00e4rmliches Interieur schufen ein studentisches Flair, welches die Lebensumst\u00e4nde der Freunde darstellte. Der zweite Akt war vor einer\u00a0 Pariser Boulevardszene angelegt: Das Caf\u00e9 Momus, der detailfreudig kost\u00fcmierte Opern- und Kinderchor und die Zapfenstreichparade dominierten die Szenerie. Im dritten Akt fiel Schnee auf eine d\u00fcstere Stra\u00dfe, die sich im fr\u00fchmorgendlichen Dunkel verlor.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Orchester unter der Leitung von <strong>Gergely Kessely\u00e1k<\/strong> zeichnete sich durch einen sehr differenzierten, durch alle Stimmen transparenten Klang aus. Die lyrischen sowie die humorig-vitalen Stellen wurden kontrastreich sowohl in Klangfarbe, als auch Dynamik ausgestaltet. Die Soli in den Bl\u00e4sern klangen m\u00fchelos sauber, die Streicher zeigten sich mal in dramatischer Breite, mal in beschwingter Leichtigkeit.<\/p>\n<p>Unter den Solisten sind vor allem die Leistungen des Hauptdarsteller-Paares <strong>Andrea Rost<\/strong> (Mim\u00ec) und <strong>Vincens Alex<\/strong><strong> <\/strong>(Rudolfo) hervorzuheben. Ihre Stimmen harmonierten wunderbar miteinander. Rosts weiche Sopranstimme konnte vor allem in den dramatischen Pianostellen, z.B. in <em>Mi chiamano Mim\u00ec \u2013 Sie nennen mich Mim\u00ec <\/em>(1. Akt) mit warmem Timbre und Geschmeidigkeit begeistern. Neben der von Rost\u00a0 glaubhaft gespielten liebend-leidenden Frauengestalt Mim\u00ecs gl\u00e4nzte Tenor Alex mit stimmlicher Vitalit\u00e4t und Kraft und einem beeindruckenden Volumen. Er stellte den temperamentvollen Liebhaber-Typus der Puccini-Opern dar, konnte aber auch lyrische Stellen mit melancholischer Farbigkeit zeichnen. So erreichte dieser Abend seinen ersten H\u00f6hepunkt mit Rudolfos Arie <em>O soave fanciulla \u2013 Du entz\u00fcckendes M\u00e4dchen, <\/em>die mit begeistertem Zwischenapplaus und Bravorufen bedacht wurde. Rudolfos Freunde, die Baritone <strong>Levente Moln\u00e1r<\/strong> und <strong>\u00c1kos Ambrus<\/strong> (Schaunard und Marcello) sowie der Ba\u00df <strong>Istv\u00e1n R\u00e1cz<\/strong> (Colline) verdienen Anerkennung f\u00fcr die gekonnte Darstellung der humorig-satirischen Stellen und f\u00fcr ihre klare Textaussprache. Die etwas sch\u00e4rfere, vibratoreiche Stimme der Musette-Darstellerin <strong>Zita V\u00e1radi<\/strong> kontrastierte mit der weichen Stimme von Andrea Rost und lie\u00df so Mim\u00ecs Leiden noch tragischer erscheinen. Mit sichtbarer Lust an der Darstellung konnte auch sie die kokette, humorvoll angelegte Rolle ausf\u00fcllen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die traditionelle Inszenierung von\u00a0 N\u00e1dasdy K\u00e1lm\u00e1n zeichnete sich durch aufwendige B\u00fchnenbilder und Kost\u00fcme aus. Sie zeigte einen ausgesprochenen Blick f\u00fcrs Detail und Gesp\u00fcr f\u00fcr stimmungsvolle Szenerien. Der rundum gelungene Opernabend mit vielen H\u00f6hepunkten, erstklassiger Besetzung und hervorragenden stimmlichen Leistungen war ein Genu\u00df bis ins letzte Detail. Die Ensembleleistung wurde v\u00f6llig zu Recht mit viel Schlu\u00dfapplaus und Bravorufen gew\u00fcrdigt.<\/p>\n<p>Annika Klanke<\/p>\n<p>Foto: Tibor Troll<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Andrea Rost (Mimi) und Vincens Alex (Rudolfo) in der Dachmansarde<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Oper in vier Bildern, Libretto: Luigi Illica und Guiseppe Giacosa nach dem Roman Les sc\u00e8nes de la vie de Boh\u00e8me von Henri Murger, UA: 1. 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