{"id":1969,"date":"2010-09-07T18:38:42","date_gmt":"2010-09-07T17:38:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1969"},"modified":"2011-02-24T12:40:30","modified_gmt":"2011-02-24T11:40:30","slug":"die-beiden-foscari-%e2%80%93-i-due-foscari-meiningen-sudthuringisches-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1969","title":{"rendered":"DIE BEIDEN FOSCARI \u2013 I DUE FOSCARI &#8211; Meiningen, S\u00fcdth\u00fcringisches Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von G. Verdi (1813-1901) Tragedia lirica in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave nach <em>The Two Foscari<\/em> (1822) von Lord Byron, UA: 3. November 1844 Teatro Argentina, Rom<\/p>\n<p>Regie: Saskia Kuhlmann, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Dietrich von Grebmer, Dramaturgie: Dr. Klaus Rak<\/p>\n<p>Dirigent: Alexander Steinitz, die Meiniger Hofkapelle, Chor des Meininger Theaters, Einstudierung: Sierd Quarr\u00e9<\/p>\n<p>Solisten: Dae-Hee Shin (Francesco Foscari), Xu Chang (Jacopo Foscari), Karen Fergurson (Lucrezia Contarini), Calin-Valentin Cozma (Jacopo Loredano), Stan Meus (Barbarigio), Cordula Rochler (Pisana), Gerhard Goebel (Ratsdiener), Steffen K\u00f6llner ( Diener des Dogen)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 3. September 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Meiningen-I-due-Foscari.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1970\" title=\"Meiningen-I-due-Foscari\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Meiningen-I-due-Foscari.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Meiningen-I-due-Foscari.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/Meiningen-I-due-Foscari-300x199.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Jacopo Foscari, der Sohn des Dogen, kehrt aus der Verbannung nach Venedig zur\u00fcck, wird hier aber vom <em>Rat der Zehn<\/em> wegen eines angeblichen Mordes erneut in die Verbannung geschickt. Seine Frau Lucrezia, die sich verzweifelt an den Dogen, Francesco Foscari, ihren Schwiegervater, gewandt hat, um Gnade zu erwirken, wird abgewiesen; denn eine Begnadigung kann er ihr nicht geben, da der Ratschlu\u00df der Zehn st\u00e4rker ist. Als Jacopo Foscari auf das Schiff in die Verbannung gebracht werden soll, stirbt er. Sein Vater, der zur Abdankung gezwungen wird, kann diese Schmach nicht ertragen und stirbt ebenfalls.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das von Herzog Georg II. 1909 errichtete Theater wird in einer eineinhalbj\u00e4hrigen Umbauphase renoviert. So findet die erste Opernauff\u00fchrung in den 2008 errichteten Neuen Kammerspielen mit ca. 250 Pl\u00e4tzen statt. \u00a0B\u00fchnenbildner Dietrich von Grebmer hat eine Einheitsb\u00fchne geschaffen, die einen Sinn dadurch bekommt, da\u00df man wahrlich beim besten Willen nicht mehr aus der kleinen Kammerspielb\u00fchne hervorzaubern kann.<\/p>\n<p>Das Orchester ist links oben \u2013 sozusagen im ersten Stock \u2013 plaziert. Trotz fehlendem Nachhall verbreitet sich der Klang eindrucksvoll in dem winzigen Raum. Neben zweier gro\u00dfer Treppen, die jeweils zu einem kleinen Raum f\u00fchren, erblickt man einige polygonale W\u00e4nde, die Ausschnitte von Venedig und Gem\u00e4lden des Dogenpalastes oder \u2013 in der Kerkerszene \u2013 eine Wand voll mit Graffiti zeigen. Der <em>Rat der Zehn<\/em>, das gesetzgebende Gremium Venedigs, erscheint in 1930er Anz\u00fcgen. Dar\u00fcber streifen sie ihre roten Roben je nach Gegebenheiten. Den Dogen sieht man in Strickjacke, im Stra\u00dfenanzug und im offiziellen Dogenornat. Lucrezias Kost\u00fcm entspricht ebenso wie das ihrer Mitstreiterinnen der Kleidermode, die man 1930 in Italien trug. Zu der kurzen Karnevalsszene zeigen sich die Akteure in den buntesten Kost\u00fcmen und Masken.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Da es zur Zeit keinen Generalmusikdirektor gibt, leitet der erste Kapellmeister, <strong>Alexander Steinitz,<\/strong> die <strong><em>Meininger Hofkapelle<\/em><\/strong>. Und das macht er gut, zumal er den S\u00e4ngern den R\u00fccken zukehren mu\u00df und diese ihren Einsatz nur \u00fcber Monitore erhalten. Dennoch gibt es in der ganzen Auff\u00fchrung keine nennenswerten Koordinationsst\u00f6rungen, weder mit den Solisten noch mit dem Chor. Das ist auch deswegen hervorzuheben, da Steinitz diese selten gespielte Oper mit dem Orchester vermutlich komplett neu einstudiert hat. Hier sind z.B. lange Bl\u00e4sersoli oder Streicher-Duos bzw. -Quartette zu erw\u00e4hnen, die die Orchestermitglieder in guter Spielmanier darbieten. <strong>Karen Fergurson<\/strong> (Lucrezia) stellt mit ihrem klaren, starken Sopran die um ihren Mann Jacopo Foscari k\u00e4mpfende Gattin klar heraus, wobei ihre Koloraturen oft undeutlich klingen und sie an einigen Stellen, besonders in der H\u00f6he, Intonationsschwierigkeiten hat. Ist ihr die Rolle zu sp\u00e4t vermittelt worden? <strong>Xu Changs<\/strong> (Jacopo Foscari) Aufgabe ist es, den unbeugsamen Sohn des Dogen darzustellen. Aber deshalb sollte er doch nicht durchweg forte singen. Die dynamischen Schattierungen vermi\u00dft man fast durchweg\u00a0 und die kleineren und gr\u00f6\u00dferen Verzierungen, die Verdi in diesem Fr\u00fchwerk durchaus noch zu den Belcantisten Rossini, Donizetti und Bellini zuordnet, bleiben auf der Strecke. Dagegen ist es eine Freude, die eindringliche B\u00fchnenpr\u00e4senz von <strong>Dae-Hee Shin<\/strong> (Francesco Foscari) zu erleben. Seine gro\u00dfe Stimme, seine Intonationssicherheit und seine Dynamik sind einzigartig. Allerdings fehlen auch ihm Feinheiten in der Gestaltung der gr\u00f6\u00dferen und kleineren Verzierungen, die das eigentliche Vergn\u00fcgen des Belcantogesangs ausmachen. Die \u00fcbrigen Rollen sind gesanglich ad\u00e4quat besetzt.<\/p>\n<p>Etwas mu\u00df noch erw\u00e4hnt werden: an einigen Stellen im Handlungsverlauf ert\u00f6nt eine Lautsprecherstimme, die durch die Handlung f\u00fchrt. Sehr unangenehm ist die Unterbrechung vor dem dritten Finale: die technische Stimme unterbricht geradezu schmerzhaft den musikalischen Flu\u00df. Will man dem Publikum das Lesen des Inhalts ersparen? Besser ist es, den Text, wie fr\u00fcher ge\u00fcbt, im Programmheft abzudrucken.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>In den beengten Kammerspielen ist es dennoch gelungen, diese selten in Deutschland gespielte Oper dem Publikum nahe zu bringen.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Erhard Driesel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Karen Fergurson (Lucrezia) sitzend und \u00a0Dae-Hee Shin (Francesco Foscari) stehend<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von G. Verdi (1813-1901) Tragedia lirica in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave nach The Two Foscari (1822) von Lord Byron, UA: 3. 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