{"id":1965,"date":"2010-08-19T08:21:32","date_gmt":"2010-08-19T07:21:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1965"},"modified":"2010-08-23T08:24:07","modified_gmt":"2010-08-23T07:24:07","slug":"die-zauberflote-bad-hersfeld-%e2%80%93-oper-in-der-stiftsruine","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1965","title":{"rendered":"DIE ZAUBERFL\u00d6TE &#8211; Bad Hersfeld \u2013 Oper in der Stiftsruine"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Eine gro\u00dfe Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Emanuel Schikaneder, UA: 30. September 1791, Theater im Freihaus auf der Wieden, Wien<\/p>\n<p>Regie: Hugo Wieg, B\u00fchnenbild: fehlt, Kost\u00fcme: Ute Krajewski<\/p>\n<p>Dirigent: Tilo Lehmann, Orchester: Virtuosi Brunensis Chor: Hersfelder Festspielchor<\/p>\n<p>Solisten: Daniel Wagner (Tamino), Iris Stefanie Maier (K\u00f6nigin der Nacht), Olivia Ohl-Szulik, Amber Opheim, Teresa Smolnik (Drei Damen), Irina K\u00fcppers (Pamina), Tina Herrmann (Papagena), Johannes Wollrab (Papageno), Arian David Stettler (Monastatos), Laszlo Varga (Sarastro), Mitglieder des Knabenchors capella vocalis Reutlingen (Drei Knaben), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. August 2010<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Bad-Hersfeld-Zauberfloete.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1966\" title=\"Bad-Hersfeld-Zauberfloete\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Bad-Hersfeld-Zauberfloete.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Bad-Hersfeld-Zauberfloete.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Bad-Hersfeld-Zauberfloete-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Pamina wurde von Sarastro auf seine Burg entf\u00fchrt. Ihre Mutter, die K\u00f6nigin der Nacht, beauftragt Prinz Tamino, sie zu retten. Er erh\u00e4lt ein Bild Paminas und ist sofort in sie verliebt. Als Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Rettung bekommt Tamino eine Zauberfl\u00f6te, Papageno ein magisches Glockenspiel. Beiden gelingt unter mannigfaltigen Schwierigkeiten Paminas Befreiung aus der Gewalt Sarastros. Pamina hat sich indessen auch in Tamino verliebt. Sarastro, der die Fliehenden wieder eingefangen hatte, entl\u00e4\u00dft am Ende beide, da er bemerkt, da\u00df Tamino und Pamina f\u00fcreinander bestimmt sind.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Auch f\u00fcr Mozarts M\u00e4rchenoper war die Stiftsruine ein geeigneter Ort, die Welt Sarastros w\u00fcrdig darzustellen. Der Auftritt der <em>K\u00f6nigin der Nacht<\/em> im schwarzblauen, langen Gewand war wahrscheinlich wegen des an diesem Abend andauernden Regens auf die gesch\u00fctzte Vorderb\u00fchne in glei\u00dfendem Lichtkegel verlegt worden, was ihrem Erscheinen viel Geheimnisvolles raubte. Eine z\u00fcngelnde, gr\u00fcnliche Schlange, deren Leib, mit Neonlichtern gespickt, ihr etwas Drohendes verlieh, war ein Regieeinfall, der der Illusion der M\u00e4rchenoper Gestalt verlieh. Das Riesenschlo\u00df vor dem Mund Papagenos als Strafe f\u00fcr seine L\u00fcgen, der Wald zu beiden Seiten als Attrappe, der Zaubergarten zum Opernende, der aus spiegelnden, silbernen und goldenen W\u00e4nde bestand und schlie\u00dflich zwei l\u00e4chelnde L\u00f6wen bildeten die Requisiten und Kulissen. Die Drei Damen erschienen in langen blau- schwarzen Gew\u00e4ndern und die wei\u00dfen Kost\u00fcme der drei Knaben unterstrichen deren Unschuld. Sarastros wei\u00dfer Umhang und \u00e4hnlich bei seinen Br\u00fcder gab ihren Worten und Ges\u00e4nge gro\u00dfe W\u00fcrde. Pamina trug ein hellblaues, langes Kleid und Prinz Tamino ein zweiteiliges, wei\u00df-braunes Kost\u00fcm. Bunt wie seine V\u00f6gel mit ebensolcher Kopfbedeckung \u00fcberraschte Papageno die Zuschauer. Seine Papagena erg\u00e4nzte dieses Kost\u00fcm wie ein Zwillingspaar in gleicher Buntheit.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Mit gro\u00dfem Engagement und genauer Rhythmik l\u00e4\u00dft <strong>Dirigent Lehmann<\/strong> die Ouvert\u00fcre erklingen, wobei besonders die Bl\u00e4ser hervorzuhaben sind. <strong>Daniel Wagner<\/strong> (Tamino) singt, unbek\u00fcmmert um dynamische Schattierungen, seine Arien, etwa <em>Das Bildchen ist bezaubernd sch\u00f6n<\/em> oder <em>Wie stark ist nicht dein Zauberton <\/em>(mit den Fl\u00f6tensoli), \u00e4hnlich dem, der unbek\u00fcmmert ein Volkslied tr\u00e4llert. Und in dieser Art nimmt man ihm die\u00a0 Rolle eines naiven jungen Manns auch ab. Seine Artikulation ist allerdings ausgezeichnet. Seiner Partnerin <strong>Irina K\u00fcppers<\/strong> (Pamina) gelingt nicht immer eine makellose Intonation, auffallend bei <em>Ach, ich f\u00fchl, es ist verschwunden<\/em> (2. Aufzug), wo die einzelnen Noten der Koloraturl\u00e4ufe leider nicht getrennt genug herauskommen. Die Duette Tamino\/Pamina sind aussprachegenau und intonationsgerecht. <em>Bei M\u00e4nnern, welche Liebe f\u00fchlen<\/em> gelingt es ihnen dar\u00fcber hinaus, den beabsichtigten Geist zweier unschuldiger Menschen rollengerecht darzustellen. Die drei Damen f\u00fchren ihre Stimmen ausgezeichnet. <strong>Iris Stefanie Maier<\/strong> als K\u00f6nigin der Nacht meistert ihre Rolle einigerma\u00dfen, doch das Verlangsamen der Triolen in der Arie <em>Der H\u00f6lle Rache <\/em>bei <em>alle Bande der Natur <\/em>nimmt allerdings viel vom Drive dieser ber\u00fchmten Arie hinweg! Die in Unschuldswei\u00df gekleideten Knaben h\u00e4tten doch etwas mehr hinsichtlich Intonation arbeiten m\u00fcssen. Der meiste Beifall war ihnen dennoch sicher, da wohl manches Mutterherz hier die H\u00e4nde beim Klatschen f\u00fchrte. H\u00e4tte <strong>Laszlo Varga<\/strong> (Sarastro) etwas weniger Vibrationen in seiner Ba\u00dfstimme, h\u00e4tte man seinen Vortrag akzeptieren k\u00f6nnen, zumal er die sehr tief (bis zum F der gro\u00dfen Oktav) gef\u00fchrten T\u00f6ne einigerma\u00dfen ordentlich meisterte. Seine B\u00fchnenpr\u00e4senz war allerdings der W\u00fcrde eines Sarastro gerecht. Der Lorbeer in Darstellung und Gesang geb\u00fchrt allerdings <strong>Johannes Wollrab<\/strong> (Papageno), der mit seinem v\u00f6llig nat\u00fcrlichen Spiel die Zuschauer begeisterte. Er ist der Star des Abends!<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Mozarts <em>Zauberfl\u00f6te <\/em>ist weltweit die am h\u00e4ufigsten aufgef\u00fchrte Oper. Aus diesem Grund kann man die Regie nur begl\u00fcckw\u00fcnschen, eine Inszenierung zuwege gebracht zu haben, die den Respekt vor den Autoren einmal nicht verleugnete. Das ist deshalb hervorzuheben, da gerade diese Oper unter der \u201eneuen Sicht\u201c vieler Regisseure ihre einmalige Eigent\u00fcmlichkeit allzuh\u00e4ufig einb\u00fc\u00dfen mu\u00df. Die Zuschauer dankten es mit viel Zwischen- und langem Schu\u00dfapplaus.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Elisabeth M\u00fchleder<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Laszlo Varga (Sarastro) in der Mitte, Daniel Wagner (Tamino), mit brauner Hose und Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Eine gro\u00dfe Oper in zwei Aufz\u00fcgen, Libretto: Emanuel Schikaneder, UA: 30. 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