{"id":1960,"date":"2010-08-18T14:09:54","date_gmt":"2010-08-18T13:09:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1960"},"modified":"2010-08-21T14:13:54","modified_gmt":"2010-08-21T13:13:54","slug":"nabucco-bad-hersfeld-%e2%80%93-oper-in-der-stiftsruine","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1960","title":{"rendered":"NABUCCO &#8211; Bad Hersfeld \u2013 Oper in der Stiftsruine"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901) Opera seria in 4 Akten, Libretto: Temistocle Solera, UA: 9. M\u00e4rz 1842 Teatro alla Scala, Mailand<\/p>\n<p>Regie: Rainer Wenke, Kost\u00fcme: Ute Krajewski<\/p>\n<p>Dirigent: Siegfried Heinrich, Orchester: Virtuosi Brunensis, Chor: Hersfelder Festspielchor (Mitglieder des Frankfurter- und Marburger Konzertchores, des Posener Bachchores und Kinderchors des J.S.Bach-Hauses Bad Hersfeld)<\/p>\n<p>Solisten: Krysztof Chalimoniuk (Nabucco), Dariusz Niemirowicz (Zacharias), Sylvia Bleimund (Abigail), Marlene Lichtenberg (Fenena), Amber Opheim (Anna), Byoung Nam Hwang (Ismael) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. August 2010 (In deutscher Sprache, \u00dcbersetzung: Gertrud Scheumann)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Bad-Hersfeld-Nabucco.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1961\" title=\"Bad-Hersfeld-Nabucco\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Bad-Hersfeld-Nabucco.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"211\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Bad-Hersfeld-Nabucco.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Bad-Hersfeld-Nabucco-300x180.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Babylonier unter K\u00f6nig Nabucco erobern Jerusalem und befreien seine Tochter Fenena. Diese ist in Gefangenschaft der Hebr\u00e4er. Ismael, der Neffe des K\u00f6nigs von Jerusalem, liebt sie und rettet sie vor dem Tod, der ihr droht, als die Babylonier den Tempel besetzen. Bevor die Hebr\u00e4er in Gefangenschaft nach Babylon kommen, brandschatzt Nabucco den Tempel und erkl\u00e4rt sich zum Gott. Da er durch weitere Schlachten von Babylon ferngehalten wird, erkl\u00e4rt er Fenena zu Statthalterin seines Throns. Doch als er zur\u00fcckkehrt, hat sich Abigail des Throns bem\u00e4chtigt. Fenena soll sterben, da sie selbst auch Ismael liebt und ihrer Schwester die Herrschaft mi\u00dfg\u00f6nnt. Au\u00dferdem hatte sie erfahren, da\u00df sie von einer Sklavin abstammt, also keineswegs Nabuccos Erstgeborene ist. Doch Nabucco, den sie kurzerhand f\u00fcr verr\u00fcckt erkl\u00e4rte, bittet in Gefangenschaft Israels Gott um Hilfe, die dieser ihm gew\u00e4hrt: Er und Fenena werden errettet, die Hebr\u00e4er entl\u00e4\u00dft er in ihre Heimat, Abigail endet durch Selbstmord.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die rotbraunen, hohen W\u00e4nde des Chors der Bad Hersfelder Stiftsruine, die Anfang des 18. Jahrhunderts einem Brand zum Opfer gefallen war, sind ein gro\u00dfartiger Hintergrund f\u00fcr die zum Oratorium hin tendierende Oper Verdis. Bestimmend in dieser Oper ist der Chor, der handelnd und kommentierend gegen\u00fcber den Solisten eingesetzt wird. Mit ihren wei\u00dfen Gew\u00e4ndern stehen die Hebr\u00e4er den in langen blauen, bestickten Gew\u00e4ndern auftretenden Priestern und den schwarzen Uniformen der Babyloniersoldaten kontrastreich gegen\u00fcber. Die Zahl der Handelnden ist gro\u00df und bev\u00f6lkert auf recht anr\u00fchrende Art die Weite des Stiftsruinenchors. Durch ihre reich verzierte Kleidung sind die Protagonisten \u00e4u\u00dferlich deutlich von den Chormassen abgesetzt. Der immer wieder einsetzende Regen, der ungehindert in den Chor der Stiftsruine einfallen kann, w\u00e4hrend die Zuschauer und das Orchester unter einem zelt\u00e4hnlichen Dach gesch\u00fctzt sitzen, st\u00f6rt die Akteure \u00fcberhaupt nicht. Sie gibt dar\u00fcber hinaus dem Ganzen eine gro\u00dfe Wirklichkeitsn\u00e4he. Die einzigen Kulissen sind die Drahtz\u00e4une, die just zum Singen des ber\u00fchmten Chors: <em>Fliegt, Gedanken, auf goldenen Fl\u00fcgeln!<\/em> von Damen in enganliegenden, schwarzen, langen Kleidern aufgestellt werden.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Da diese Oper mit sehr vielen Chorges\u00e4ngen ausgestattet ist, eignet sie sich hervorragend f\u00fcr eine Auff\u00fchrung in der Offenheit der Stiftsruine, die eine auffallend gute Akustik besitzt. Vom Dirigenten wird der Chor in der weiten Halle gut gef\u00fchrt. Koordinationsst\u00f6rungen sind nicht festzustellen. Die Ouvert\u00fcre mit ihrem starken Gegensatz von Forte und Piano sowie der vielen Bl\u00e4serpartien erklingt mit annehmbarer rhythmischer Pr\u00e4zision eindrucksvoll, und die Oboe und Klarinette, die den \u201eGefangenenchor\u201c anklingen lassen, spielen absolut pr\u00e4zise und mit warmem Ton. Im weiteren Verlauf werden die S\u00e4nger kaum vom zu lauten Spiel des Orchesters \u00fcbert\u00f6nt, etwas, was oftmals gerade bei Verdis fr\u00fchen Opernwerken bei anderen Auff\u00fchrungen die S\u00e4nger zu vermehrtem, forciertem Singen zwingt. <strong>Krysztof Chalimoniuk<\/strong> (Nabucco) setzt sich mit starkem Bariton durch, hat allerdings \u00f6fters in der H\u00f6he geringe Intonationsschwierigkeiten und neigt ab und zu unrhythmischem Flu\u00df, z.B. im Abschlu\u00df von <em>Gott von Juda<\/em> bei den Sextolen, die Verdi noch mit Fermaten zur Verbreiterung versehen hat. Bei\u00a0 <strong>Sylvia Bleimund<\/strong> (Abigail) f\u00e4llt auf, da\u00df sie dem jungen Verdi, der durchaus noch Belcantokoloraturen schreibt, wenig Referenz erteilt: ihre Koloraturen sind leider zum gro\u00dfen Teil nicht perlend gesungen, ihre Intonation und H\u00f6henlage ist dagegen in Ordnung. Eine auffallend gut gef\u00fchrte Stimme hat <strong>Amber Opheim<\/strong> (Anna), die kaum solistische Gelegenheit f\u00fcr ihr K\u00f6nnens hat. Die tiefe Stimmlage Marlene Lichtenbergs (Fenena) klingt kehlig und gepre\u00dft. Dagegen sind die H\u00f6hen klar und angenehm deutlich. <strong>Dariusz Niemirowicz<\/strong> (Zacharias) erf\u00fcllt weitgehend mit seinem wohlt\u00f6nenden Ba\u00df den Anforderungen der Partitur, ebenso <strong>Byoung Nam Hwang<\/strong> (Ismael), dessen Aussprache nichts zu w\u00fcnschen \u00fcbrig lie\u00df.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Auf- und Abtreten der Akteure unterliegt einer gut durchdachten Regievorstellung und tr\u00e4gt damit erheblich zum Gelingen der Auff\u00fchrung bei. Insgesamt ist die Opernauff\u00fchrung gelungen. Die Zuschauer bedankten sich neben zahlreichem Zwischenapplaus mit langanhaltendem Schlu\u00dfbeifall.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Elisabeth M\u00fchleder<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Krysztof Chalimoniuk (Nabucco) in der Mitte, Sylvia Bleimund (Abigail) mit schwarzem Kleid und Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901) Opera seria in 4 Akten, Libretto: Temistocle Solera, UA: 9. 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