{"id":1921,"date":"2010-07-08T10:58:11","date_gmt":"2010-07-08T09:58:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1921"},"modified":"2010-07-17T11:39:02","modified_gmt":"2010-07-17T10:39:02","slug":"ariadne-auf-naxos-nurnberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1921","title":{"rendered":"ARIADNE AUF NAXOS &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss, Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: 1916 Wien,<\/p>\n<p>Regie: Josef Ernst K\u00f6pplinger, B\u00fchne: Johannes Leiacker<\/p>\n<p>Dirigent: Christof Prick, N\u00fcrnberger Philharmoniker<\/p>\n<p>Solisten: Dietmar Saebisch (Haushofmeister), Jochen Kupfer (Musiklehrer), Ezgi Kutlu (Komponist), Michael Putsch (Tenor\/Bacchus), Heidi Elisabeth Meier (Zerbinetta), Mardi Byers (Primadonna\/Ariadne), Melih Tepretmez (Harlekin), Victor Schiering (Scaramuccio), Daeyoung Kim (Truffaldino), Martin Nyvall (Brighella), Claudia Braun (Najade), Anna Lapkovskaja (Dryade), Melanie Hirsch (Echo), Kalle Kanttila (Offizier), Tilman Lichdi (Tanzmeister), Andrew Finden (Per\u00fcckenmacher), R\u00fcdiger Krehbiel (Lakai)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 4. Juli 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Nuernberg-Ariadne.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1922\" title=\"Nuernberg-Ariadne\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Nuernberg-Ariadne.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"234\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Nuernberg-Ariadne.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Nuernberg-Ariadne-300x200.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Im Vorspiel erf\u00e4hrt das Publikum, da\u00df anl\u00e4\u00dflich eines rauschenden Festes eines reichen Wieners die neue Opera seria <em>Ariadne auf Naxos<\/em> eines talentierten, jungen Komponisten uraufgef\u00fchrt werden soll. Als anschlie\u00dfende Gem\u00fctserfrischung w\u00fcnscht der Gastgeber eine komische Tanzeinlage mit Gesang durch eine Commedia-dell\u2019arte-Truppe. Unerwartet wird die festgelegte Programmfolge umgesto\u00dfen, und der reiche Herr verlangt die Zusammenlegung von ernster Oper und Kom\u00f6die. Der Komponist f\u00fchlt sich in seiner k\u00fcnstlerischen Freiheit beschnitten, aber Zerbinetta, Star der Kom\u00f6dianten, kann ihn beschwichtigen. Die anschlie\u00dfende Oper in einem Akt erz\u00e4hlt die Geschichte der Ariadne, welche von ihrem Verlobten Theseus auf Naxos zur\u00fcckgelassen wird. In unendlicher Trauer \u00fcber ihr Schicksal ersehnt sie sich den Tod. Zerbinetta und ihre Truppe versuchen erfolglos, durch Tanz und Gesang Ariadne zu tr\u00f6sten und abzulenken. Als unerwartet der Gott Bacchus, gerade den F\u00e4ngen der Zauberin Circe entkommen, auf der Insel ankommt, h\u00e4lt Ariadne ihn zun\u00e4chst f\u00fcr den Todesboten und folgt ihm auf sein Schiff.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>An der Koproduktion mit dem Theater Klagenfurt waren noch einige andere H\u00e4user beteiligt und so konnte man sich ein sehr aufwendiges Einheitsb\u00fchnenbild leisten. Man sieht die gro\u00dfe Empfangshalle eines Hauses aus der Wiener Gr\u00fcnderzeit. Die Fensterwand zum verschneiten Garten wird f\u00fcr die Vorbereitung eines Feuerwerks immer wieder ge\u00f6ffnet, \u00fcber die Haupttreppe halblinks kommen die handelnden Personen herunter. Ein Balkon mit Jugendstilgitter komplettiert das Rund. Hinter den T\u00fcren der Halle befinden sich die Garderoben f\u00fcr die K\u00fcnstler, Zettel an der T\u00fcr weisen den Benutzer aus. In der Mitte steht ein Fl\u00fcgel, der durch ein Tuch zum Ariadnefelsen umgestaltet wird. Die Kost\u00fcme im Vorspiel zeigen die Kleidung der Jahrhundertwende. Die Tanztruppe tritt auf in burleske Kost\u00fcme, wie man sich eine Gauklertruppe zur Jahrhundertwende allgemein vorstellt. Ariadne und ihr Gefolge tr\u00e4gt blauen T\u00fcll, Bacchus als Gott einen Lorbeerkranz.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Wenn schon am B\u00fchnenbild nicht gespart wurde, dann kann man bei der S\u00e4ngerbesetzung in die vollen greifen. Star des Abends ist <strong>Heidi Elisabeth Meier<\/strong> als Zerbinetta. F\u00fcr Ihre Rondo-Arie <em>Gro\u00dfm\u00e4chtige Prinzessin<\/em> und <em>Kommt ein neuer Gott gegangen<\/em> bekommt sie minutenlangen Szenenapplaus und Bravorufe als Koloratur-Sopran ohne Fehl und Tadel \u2013 auch wenn man manchmal meint, sie gebrauche etwas zu viel Kraft. Da kann <strong>Mardi Byers<\/strong> als Ariadne kaum gegenhalten, obwohl sie auch mit ihren Koloraturen gl\u00e4nzt \u2013 ihr fehlt ein wenig die Durchschlagskraft. Davon hat wieder <strong>Ezgi Kutlu<\/strong> reichlich, die bisher im italienischen Fach Erfolg hatte. Ihr glockenklarer und sehr gelenkiger Sopran bringt ihr viel Aufmerksamkeit als Komponist ein. Als ihr Musiklehrer erf\u00fcllt <strong>Jochen Kupfer<\/strong> mehr als alle Erwartungen, w\u00e4hrend <strong>Michael Putsch<\/strong> (Bacchus) sehr verhalten agiert. Seine Circe-Rufe sind zu schwach um aufzur\u00fctteln, ansonsten h\u00e4lt er sich im Piano fest, um im Finale doch noch Strahlglanz aufzufahren. Unter den ausgezeichnet besetzten Nebenrollen fallen vor allem die beiden Ten\u00f6re <strong>Kalle Kanttila<\/strong> (Offizier) und <strong>Tilman Lichdi<\/strong> (Tanzmeister) auf, die ihre kurzen Auftritte mit viel lyrischem Wohlklang gestalten.<\/p>\n<p>Vater des Erfolges ist ohne Zweifel <strong>Christof Prick<\/strong>, der die N\u00fcrnberger Philharmoniker erfolgreich zu einem Strauss-Orchester weiterentwickelt hat \u2013 auch wenn an den weichen harmonischen Kl\u00e4ngen noch gearbeitet werden mu\u00df. In anderen Passagen wiederum ist Christof Prick auch manchmal zu laut \u2013 sein Forte ist h\u00e4ufig ein Fortissimo.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Produktion stellt eindrucksvoll unter Beweis, da\u00df eine gewissenhafte Orientierung an die Partitur eine spannende und zeitgem\u00e4\u00dfe Darstellung ergeben kann. Nicht nur das B\u00fchnenbild und Kost\u00fcme beeindrucken, gerade die Details sind gelungen. Da tritt tats\u00e4chlich ein Per\u00fcckenmacher auf, dem der dumme Tenor die Per\u00fccke hinterher wirft, der Lakai ist wirklich ein Diener, die Tanztruppe wirklich eine Gauklertruppe und die Operndarsteller sind als G\u00f6tter charakterisiert. Irgendwelche unverst\u00e4ndliche Einf\u00e4lle unterbleiben. Damit ist diese Produktion geeignet, auch Kinder in die Welt der Oper einzuf\u00fchren. Am Ende st\u00fcrmischer Applaus f\u00fcr alle Beteiligten.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Jutta Missbach<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: von links: Claudia Braun (Najade), Mardi Byers (Ariadne), Anna Lapkovskaja (Dryade) und Melanie Hirsch (Echo)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss, Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: 1916 Wien, Regie: Josef Ernst K\u00f6pplinger, B\u00fchne: Johannes Leiacker Dirigent: Christof Prick, N\u00fcrnberger Philharmoniker Solisten: Dietmar Saebisch (Haushofmeister), Jochen Kupfer (Musiklehrer), Ezgi Kutlu (Komponist), Michael<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1921\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,1],"tags":[],"class_list":["post-1921","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nurnberg-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1921","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1921"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1921\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1925,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1921\/revisions\/1925"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1921"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1921"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1921"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}