{"id":1917,"date":"2010-07-13T12:54:39","date_gmt":"2010-07-13T11:54:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1917"},"modified":"2011-02-24T12:40:50","modified_gmt":"2011-02-24T11:40:50","slug":"der-rosenkavalier-karlsruhe-badisches-staatstheater-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1917","title":{"rendered":"DER ROSENKAVALIER &#8211; Karlsruhe, Badisches Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss, Kom\u00f6die f\u00fcr Musik in drei Aufz\u00fcgen, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: 26. Januar K\u00f6nigliches Opernhaus, Dresden<\/p>\n<p>Musikalische Leitung: Justin Brown<\/p>\n<p>Regie: Dominique Mentha, B\u00fchne: Christian Floeren, Kost\u00fcme: Ute Fr\u00fchling<\/p>\n<p>Solisten: Christina Niessen (Feldmarschallin), J\u00fcrgen Linn (Baron Ochs auf Lerchenau), Daniela Sindram (Octavian), Edward Gauntt (Herr von Faninal), Ina Schlingensiepen (Sophie), Keith Ikaia-Purdy (S\u00e4nger), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. Juli 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/KA-Rosenkavalier.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1918\" title=\"KA-Rosenkavalier\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/KA-Rosenkavalier.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/KA-Rosenkavalier.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/KA-Rosenkavalier-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Baron Ochs von Lerchenau ist verliebt in einen Adelsstand, sein Geld und seine Besitzt\u00fcmer. Nicht zuletzt deshalb erw\u00e4hlt er die f\u00fcnfzehnj\u00e4hrige Sophie Faninal zur Braut, da ihm diese seinen Status durch ihr Familienverm\u00f6gen weiterhin sichern kann. Ochs bittet die Marschallin um die Ernennung eines Rosenkavaliers. Die Wahl f\u00e4llt auf ihren siebzehnj\u00e4hrigen Liebhaber, den Grafen Octavian. Bei der \u00dcbergabe der silbernen Rose an Sophie nimmt das Schicksal jedoch einen anderen Lauf. Die beiden verlieben sich augenblicklich ineinander. Folglich versucht Octavian mit allen Mitteln, den unliebsamen Br\u00e4utigam Ochs aus dem Weg zu schaffen. Er verletzt ihn sogar mit dem Degen. Sp\u00e4ter wird Ochs von Octavian und der Marschallin als untreuer Gatte in flagranti erwischt. Dieser mu\u00df erkennen, da\u00df <em>die Sach\u2018 ein End hat<\/em>, w\u00e4hrend Sophie und Octavian, wobei die Marschallin gro\u00dfherzig auf ihren Octavian verzichtet.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Im ersten Akt zeigt sich dem Zuschauer das Gemach der Marschallin in wei\u00dfen Farbt\u00f6nen, lediglich ein paar M\u00f6bel verlagern die Handlung in das Wien des 18. Jahrhunderts. Dank einer durchsichtigen R\u00fcckwand bekommt man einen Einblick vom Aufruhr des Hofpersonals, das sich alle M\u00fche gibt, den Baron Ochs vom Schlafgemach der Marschallin fernzuhalten. Eindrucksvoll ist vor allem die Vielfalt der Kost\u00fcme beim Morgenempfang. Ochs in braunem Wildleder, die Marschallin in einem rosa Morgenmantel. Auch das goldene Rokoko-Kost\u00fcm des S\u00e4ngers mit seiner \u00fcppigen Per\u00fccke ist erw\u00e4hnenswert. Der Neger erscheint im ersten Akt als kleiner schwarzer Junge in orientalischen Pluderhosen und Turban. Zum Opernende verwandelt er sich in einen ausgewachsenen mittelgro\u00dfen Pagen. Octavian tritt Sophie Faninal im silbergl\u00e4nzenden Outfit entgegen. Beim Stelldichein von Ochs mit dem als Mariandel verkleideten Octavian sieht man im Hintergrund Tische der Gastwirtschaft, in der Mitte befindet sich ein mit Vorh\u00e4ngen umgebenes Bett. Die Farce gegen Ochs, wo von den Seiten Hirsche, H\u00e4hne und weitere Tiere erscheinen, l\u00e4\u00dft Parallelen zum Elfenzauber des Finales im <em>Falstaff<\/em> (Verdi) erkennen. Zum Ende hin verschwinden Octavian und Sophie hinter den Bettvorh\u00e4ngen, w\u00e4hrend die Marschallin ihr schwarzes Gewand sowie die blonde Per\u00fccke wie eine alte Haut abstreift.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Badische Staatskapelle unter <strong>Justin Brown<\/strong> findet stets das dynamische Gleichgewicht gegen\u00fcber den S\u00e4ngern, zus\u00e4tzlich zur musikalischen Ausgestaltung. Trotz opulenter Fortissimo-Passagen k\u00f6nnen sich die Solisten gegen die orchestrale Wand behaupten. <strong>Christina Nissen<\/strong> (Marschallin) gestaltet ihre Partie mit klarer, volumin\u00f6ser Stimme und zeigt vor allem im Monolog \u00fcber die Zeit die emotionale Tiefe dieser Hauptrolle. <strong>Ina Schlingensiepen<\/strong> (Sophie) gelingt singspielerisch die Umsetzung des jungen, unerfahrenen M\u00e4dchens, der schon beim ersten Anblick Octavians die Worte fehlen. Ihre Stimme ist klar und hell, traut sich bez\u00fcglich der Lautst\u00e4rke diesmal jedoch selten \u00fcber ein m\u00e4\u00dfiges Forte hinaus. <strong>J\u00fcrgen Linn<\/strong> (Ochs) bl\u00fcht vor allem im dritten Akt in seiner Rolle auf. Stimmlich wird er oft ausfallend, verliert die Fassung und poltert vor allem in der zweiten H\u00e4lfte des Leibliedes in seiner gewohnten Kavaliersmanier drauflos. Der kurze Auftritt von <strong>Keith Ikaia-Purdy<\/strong> (S\u00e4nger) erf\u00fcllt stimmlich die klassizistische Form seiner Arie, die j\u00e4h durch das Aufstampfen von Ochs unterbrochen wird. H\u00f6hepunkt des Abends ist die Darbietung <strong>Daniela Sindrams<\/strong> (Octavian) mit stimmlicher Geschmeidigkeit und einer \u00fcberraschend stabilen Lufts\u00e4ule in den Spitzent\u00f6nen, was ihr jede Art von Formbarkeit und Ausgestaltung erm\u00f6glicht. Hier kommt die gesamte Tiefe Strau\u00dfscher Musikalit\u00e4t jener heiklen Partie zum Ausdruck. Daher wird das Schlu\u00dfduett auch zum musikalischen H\u00f6hepunkt: Sanft und rund schlingen sich die beiden Stimmen ineinander und erg\u00e4nzen sich zu einem gro\u00dfartigen musikalischen Gesamtbild.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>St\u00fcrmisch bejubelt das Publikum K\u00fcnstler und Regieteam. Das Publikum findet diese Inszenierung wahrscheinlich als wohltuend, eine Inszenierung, die nicht nach neuen Deutungswegen sucht und ohne gro\u00dfe Provokationen die vorgegeben Handlung auf der B\u00fchne wiederspiegelt.<\/p>\n<p>Daniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Jacqueline Krause-Burberg<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Christina Niessen (Die Feldmarschallin), Statisterie, Hans-J\u00f6rg Weinschenk (Haushofmeister der Felmarschallin)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss, Kom\u00f6die f\u00fcr Musik in drei Aufz\u00fcgen, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: 26. 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