{"id":1897,"date":"2010-07-04T18:45:23","date_gmt":"2010-07-04T17:45:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1897"},"modified":"2012-12-14T15:13:35","modified_gmt":"2012-12-14T14:13:35","slug":"semele-paris-theatre-des-champs-elysees","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1897","title":{"rendered":"SEMELE &#8211; Paris, Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von G.F. H\u00e4ndel (1685-1759), Weltliches Oratorium in drei Akten, Libretto William Congrave\u00a0 nach Ovids <em>Metamorphosen<\/em>, Libretto: Newburgh Hamilton (?)<\/p>\n<p>Regie: David McVicar, B\u00fchne: Tanya McCallin, Kost\u00fcme: Brigitte Reiffenstuel, Licht: Paule Constable, Choreographie: Andrew George<\/p>\n<p>Dirigent: Christophe Rousset, <em>Les Talens Lyrique<\/em>, Chor des Th\u00e9\u00e2tre des Champs-Elys\u00e9es<\/p>\n<p>Solisten: Richard Croft (Jupiter), Peter Rose (Cadmus\/Somnus-Schlaf), Danielle De Niese (Semele), Vivica Genaux (Juno\/Ino), Ja\u00ebl Azzaretti (Iris), Stephen Wallace (Athamas), Claire Debono (Cupid)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. Juni 2010 (Premiere, szenische Auff\u00fchrung, in englischer Sprache )<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Paris-Semele.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1898\" title=\"Paris-Semele\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Paris-Semele.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Paris-Semele.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/Paris-Semele-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Im Tempel der Juno in Theben haben sich K\u00f6nig Cadmus, seine T\u00f6chter Semele und Ino, sowie Prinz Athamas versammelt. Semele soll mit Athamas verheiratet werden, doch diese ist heimlich die Geliebte Jupiters. Wegen eines heftigen Gewitters fliehen alle nach drau\u00dfen, wo Semele pl\u00f6tzlich von einem Adler in die L\u00fcfte entf\u00fchrt wird. Jupiters Gemahlin Juno sinnt auf Rache. Sie lobt in Inos Gestalt Semeles Sch\u00f6nheit und r\u00e4t ihr, Unsterblichkeit von Jupiter zu erbitten, indem sie Semele dazu anstachelt, sich Jupiter solange zu verweigern, bis dieser schw\u00f6rt, ihr jeden Wunsch zu erf\u00fcllen. Sie verlangt, Jupiter solle sich in seiner g\u00f6ttlichen Gestalt zeigen. Jupiter erf\u00fcllt ihren Wunsch. Als er sich\u00a0 mit Donner und Blitz ihr n\u00e4hert, wird sie in der Glut verbrannt. Doch Jupiters Sohn Apoll erscheint bei Cadmus und den Priestern im Tempel und erkl\u00e4rt, da\u00df der gemeinsame Sohn von Semele und Jupiter, Bacchus, die Menschen von Sorgen und Leiden befreien w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne zeigt einen halbrunden Raum in wei\u00df-blau gehalten, ohne jeden Schmuck, mit einer zentralen hohen T\u00fcr und zwei weiteren T\u00fcren im Halbrund. Umlaufend eine Galerie, die schie\u00dfscharten\u00e4hnliche Fenster besitzt. Der Chor der Priester, im schwarzen Frack gekleidet, sitzt auf barocken wei\u00dfen St\u00fchlen. Zwischen den Stuhlreihen \u00f6ffnet sich ein Mittelgang, durch den Cadmus und Athamas im Gehrock mit wei\u00dfen Str\u00fcmpfen auf treten. Ino und Semele tragen ausladende Barockgew\u00e4nder. Cupido f\u00e4llt durch sein rotes Kost\u00fcm auf. Das halbrunde B\u00fchnenbild erf\u00e4hrt w\u00e4hrend des Handlungsverlaufs wenig gravierende \u00c4nderungen: einmal steht zentral ein riesiges Bett f\u00fcr Semele und Jupiter, dann gibt es eine runde Scheibe, auf der sich Juno und Iris mit ihren bunten Barockkleidern vorteilhaft abheben. Auf der umlaufenden Galerie erscheint des \u00f6fteren der Priesterchor. Zum Opernende seilt sich Apollo vom B\u00fchnenhimmel herab, um den Menschen Bacchus anzuk\u00fcndigen. Im Schlu\u00dfbild liegt der gesamte Priesterchor auf dem Boden, wirft die Kleidungsst\u00fccke von sich und wackelt mit den hochgestreckten Beinen. Ein Bacchanal, eine Orgie?<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Zuallererst mu\u00df der <strong>Chor<\/strong> (Priester) erw\u00e4hnt werden. Selten erlebt man eine Gesangsleistung von solcher Pr\u00e4zision, Artikulationsklarheit, Dynamik und rhythmischer Genauigkeit wie hier. Schon der Eingangschor: <em>Lucky omens bless our rites \u2013 Gl\u00fcckliche Vorzeichen segnen unser Zeremoniell<\/em> und besonders die Fuge: <em>Attend the pair \u2013 Erwartet das Paar<\/em> lassen gro\u00dfe Erwartungen aufkommen, die bis zum Ende nicht entt\u00e4uscht werden. <strong><em>Les Talens Lyrique<\/em><\/strong> unter <strong>Christophe Rousset<\/strong> macht mit der Ouvert\u00fcre und der rhythmisch ungemein reizvoll vorgetragenen Gavotte den H\u00f6rer bereit f\u00fcr die nachfolgende ungew\u00f6hnliche Handlung Ovidscher Provenienz. Bis Opernende lassen Dynamik und blitzsauberes Spiel nicht nach. <strong>Vivica Genaux<\/strong> (Juno\/Ino), wird ihren beiden Rollen mehr als gerecht: ihre Koloraturtechnik, ihre messa di voce (Schwellton), ihr Passagio (Registerwechsel) sind von h\u00f6chster Qualit\u00e4t, wobei ihr schauspielerischer Einsatz, besonders in der Szene mit Peter Rose (Somnus) keineswegs geringer ist. <strong>Danielle De Niese<\/strong> ist leider nicht durchweg auf ihrem sonst gezeigten Niveau, denn oftmals kommen die sicher unglaublich schwierigen Koloraturpassagen, etwa in <em>Myself I shall adore \u2013 mich selbst mu\u00df ich bewundern<\/em> nicht perlend heraus. Ebenso kommen die Triller undeutlich. <em>Doch in No, no, I\u2019ll take no less \u2013 nein, ich akzeptiere nichts weniger<\/em> macht sie alles wieder durch ihren behenden Registerwechsel bei enormer Geschwindigkeit wett. Umwerfend <strong>Peter Rose<\/strong> (Somnus\/Cadmus) in seiner Rolle als Schlaf. Seine mit sonorem Ba\u00df vorgetragenen Koloraturen werden nie durch die schauspielerischen Aktionen (er sinkt immer wieder durch seine Schlaftrunkenheit in sich zusammen) gest\u00f6rt. <strong>Stephen Wallaces<\/strong> (Athamas) Counter hat einen sanften Klang, was \u00a0schwer zu beurteilen ist, da sein Stimmvolumen f\u00fcr den gro\u00dfen Raum doch etwas zu gering ausf\u00e4llt. Auffallend tadellos im Technischen und Dynamischen ist <strong>Richard Croft<\/strong> (Jupiter). Trotz seiner Brillanz wei\u00df man bei ihm nie genau, singt er jetzt Tenor oder Bariton.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Es istDominique Meyers letzte Oper vor seinem Stellenantritt als Intendant der Wiener Staatsoper. Die Inszenierung von <strong>David McVicar<\/strong> stammt aus dem Jahr 2004. Sie ist etwas stilisiert, was die Langatmigkeit gewisser Szenen, besonders im ersten Akt, nicht hilfreich ist.\u00a0 Dennoch, die Kost\u00fcme stellen das Gleichgewichtwieder her und gesungen wird exzellent.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Alvaro Yanez<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Vivica Genaux (Juno) rechts, Ja\u00ebl Azzaretti (Iris), links<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von G.F. H\u00e4ndel (1685-1759), Weltliches Oratorium in drei Akten, Libretto William Congrave\u00a0 nach Ovids Metamorphosen, Libretto: Newburgh Hamilton (?) 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