{"id":1878,"date":"2010-07-05T10:17:36","date_gmt":"2010-07-05T09:17:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1878"},"modified":"2010-07-06T21:13:17","modified_gmt":"2010-07-06T20:13:17","slug":"manon-%e2%80%93-london-covent-garden-royal-opera-house","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1878","title":{"rendered":"MANON \u2013 London Covent Garden &#8211; Royal Opera House"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Jules Massenet (1842-1912), Op\u00e9ra-comique in f\u00fcnf Akten, Libretto: Henri Meilhac und Philippe Gille nach dem Roman von Abb\u00e9 Pr\u00e9vost <em>Histoire de Chevalier des Grieux et de Manon Lescaut<\/em>, UA: 17. April 1884 Paris.<\/p>\n<p>Regie: Laurent Pelly, B\u00fchnenbild: Chantal Thomas, Licht: Jo\u00ebl Adam<\/p>\n<p>Dirigent: Antonio Pappano, Orchester und Chor des Royal Opera House, Choreinstudierung: Renato Belsadonna<\/p>\n<p>Solisten: Anna Netrebko (Manon), Vittorio Grigolo (Chevalier Des Grieux), Russell Braun (Lescaut), Christof Fischesser (Comte des Grieux), Christophe Mortagne (Guillot de Morfontaine), William Shimell (Br\u00e9tigny), Simona Mihai (Poussette), Louise Innes (Javotte), Kai R\u00fctel (Rosette) Lynton Black (Innkeeper), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 1. Juli 2010 (Premiere 22. Juni 2010)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/London-Manon.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1879\" title=\"London-Manon\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/London-Manon.gif\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/London-Manon.gif 350w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/London-Manon-300x198.gif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>In einem Gasthof im franz\u00f6sischen Amiens begegnet Manon, eigentlich auf dem Weg zu ihrer Klostererziehung, dem jungen und \u00e4rmlichen Chevalier Des Grieux. Die beiden verlieben sich, Manon kehrt der Klostererziehung und ihren Verehrern de Br\u00e9tigny und Guillot den R\u00fccken und entflieht zusammen mit Des Grieux in Guillots Kutsche nach Paris. Sie leben in einer \u00e4rmlichen Pariser Wohnung. Als Des Grieux seinem Vater schreibt, um die Verbindung zu legalisieren, l\u00e4\u00dft dieser ihn gewaltsam zu sich zur\u00fcckholen.<\/p>\n<p>Manon lebt danach mit de Br\u00e9tigny als gro\u00dfe Pariser Dame. Auf einem Volksfest trifft sie zuf\u00e4llig Des Grieux\u2019 Vater und erf\u00e4hrt vom Plan seines Sohnes, Priester zu werden. Sie trifft ihn heimlich in Saint-Sulpice, wo dieser gerade ordiniert werden soll. Beide werden erneut von ihrer Liebe \u00fcberw\u00e4ltigt. Ihr gemeinsames Liebesgl\u00fcck wird jedoch von Armut \u00fcberschattet, als Des Grieux sein m\u00fctterliches Erbe aufgebraucht hat. Manon \u00fcberredet ihn zum Gl\u00fcckspiel im H\u00f4tel de Transylvanie. Dort gewinnt Des Grieux gegen Guillot, wird aber von diesem des Spielbetrugs angeklagt und zusammen mit Manon verhaftet. Des Grieux kommt aufgrund v\u00e4terlicher Intervention frei, Manon jedoch soll als Diebin nach \u00dcbersee deportiert werden. Des Grieux besticht die W\u00e4rter, um Manon noch einmal zu sehen. Bei diesem Wiedersehen stirbt Manon in seinen Armen an Entkr\u00e4ftung.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das bekannte und erprobte Gespann <strong>Laurence Pelly<\/strong> und <strong>Chantal Thomas<\/strong> versetzt diese Neuinszenierung des Royal Opera House deutlich mit Elementen aus dem 19. Jahrhundert. Die schlicht gehaltenen, meist angemessenen B\u00fchnenbilder beeindrucken oft durch sch\u00f6ne Details, wie beispielsweise Des Grieux\u2019 buch\u00fcbers\u00e4te Schlafecke in Saint-Sulpice oder eine auf Zinnd\u00e4chern aufgesetzte Pariser Mansarde im zweiten Akt. Schiefe Ebenen dominieren die Bilder. Diese waren sch\u00f6n anzusehen und effektvoll, jedoch mit unzureichender Trittschalld\u00e4mmung versehen (3. Akt). Die meist aufwendig gearbeiteten und \u00fcppigen Kost\u00fcme und H\u00fcte in Anlehnung an das 19. Jahrhundert boten einen starken, aber willkommenen Gegensatz zu den eher schlicht B\u00fchnenbildern.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der Abend wurde erwartungsgem\u00e4\u00df vom Sopransuperstar <strong>Anna Netrebko <\/strong>dominiert, welcher die Rolle der Manon gesanglich auf den Leib geschrieben schien. Ihre beinahe charakteristische leichte \u00dcberdehnung gehaltener T\u00f6ne unterstrich und bereicherte den melancholischen Unterton vieler ihrer Arien <em>Voyons, Manon, plus des chimi\u00e8res \u2013 Hab acht, Manon, keine Tr\u00e4ume <\/em>(1. Akt), <em>Adieu, notre petite table \u2013 Adieu, mein kleiner Tisch <\/em>(2. Akt). Die musikalische Leistung der anderen S\u00e4nger war jedoch nicht minder beeindruckend. Besonders ist dabei der erstmals im Royal Opera House auftretende <strong>Vittorio Grigolo<\/strong> (Chevalier des Grieux) mit einem kristallklaren Tenor und als angemessener Partner Netrebkos im Duett <em>Avez-vous peur que mon visage fr\u00f4le votre visage \u2013Haben Sie Angst, mein Gesicht ber\u00fchre das ihre <\/em>(Beginn 2. Akt) zu erw\u00e4hnen. Gesanglich wie schauspielerisch stellte Grigolo \u00fcberzeugend die innerliche Abh\u00e4ngigkeit und Zerrissenheit des Chevaliers dar. <strong>Christof Fischesser<\/strong> besitzt einen sehr klaren Ba\u00df und war daher eine angemessene Besetzung f\u00fcr den Comte des Grieux. Obgleich schauspielerisch glaubhaft, wirkte <strong>Russell Brauns<\/strong> Bariton dagegen als eine eher glanzlose Besetzung von Lescaut.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzt wurden die S\u00e4nger von sch\u00f6n ausgearbeiteten Linien und rhythmischer Pr\u00e4zision des Royal Opera House Chores (Einstudierung <strong>Renaldo Belsadonna<\/strong>). Antonio Pappano als Musikdirektor des Royal Opera House dirigierte ein sehr bewegliches, fast spritziges und leidenschaftlich spielendes Orchester elegant und rhythmisch genau.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Abend war musikalisch wie auch optisch eine sehr gelungene Inszenierung. Das Publikum w\u00fcrdigte diese gro\u00dfe musikalische Leistung mit rauschendem Beifall.<\/p>\n<p>Dr. Dominik\u00a0 Zenner<\/p>\n<p>Bild: Bill Cooper<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Anna Netrebko (Manon) und Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Jules Massenet (1842-1912), Op\u00e9ra-comique in f\u00fcnf Akten, Libretto: Henri Meilhac und Philippe Gille nach dem Roman von Abb\u00e9 Pr\u00e9vost Histoire de Chevalier des Grieux et de Manon Lescaut, UA: 17. April 1884 Paris. 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